Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

Park, Maria Hester, geb. Reynolds

* 29. Sept. 1760 (Ort unbekannt), † 7. Juni 1813 in Hampstead, Pianistin, Cembalistin, Klavierlehrerin, Komponistin. In den 1770er Jahren trat sie zunächst als ständige Pianistin der Oxford Music Rooms hervor. 1782 konzertierte sie  erstmals in den Londoner Hanover Square Rooms, wo sie ein Cembalokonzert aufführte. In einer Konzertveranstaltung im Apr. 1783 musizierte sie zusammen mit der Pianistin Maria Frances Parke (sie spielten ein Clementi-Duett), mit der sie die ältere Literatur aufgrund der Namensähnlichkeit oft verwechselt. Eine zeitgenössische Rezension der Veranstaltung attestiert ihr, sie „displayed great ability on the instrument“ (Morning Herald vom 1. Mai 1783). Als Lehrerin wirkte sie vor allem in Adelskreisen, unterrichtete u. a. die Duchess of Devonshire und deren Töchter. Im Jahr 1787 heiratete sie den Kupferstecher und Autor Thomas Park, der mehrere Gedichte auf sie verfasste. Das Paar bekam vier Töchter und einen Sohn. Nach ihrer Heirat trat die Musikerin bis 1792 insgesamt noch drei weitere Male auf. Unterricht erteilte sie nachweislich bis 1807.

Bereits in den 1780er Jahren begann Maria Hester Park, ihre Klaviermusik – von der nur ein Teil erhalten geblieben ist – zu veröffentlichen. Zu ihren Werken gehört auch ein um 1795 entstandenes Klavier- oder Cembalokonzert, welches ausschließlich von Streichern begleitet wird. Brieflich stand sie mit dem Musikhistoriker Charles Burney in Kontakt. Joseph Haydn ließ ihr 1794 durch ihren Ehemann seine dritte „englische“ Sonate in D (H.XVI: 51) zukommen.

 

WERKE

Sonaten op. 1 für Cembalo oder Klavier, Violine acc., London 1785; 3 Sonaten für Cembalo oder Klavier op. 2, London 1786; 2 Sonaten für Cembalo oder Klavier op. 4, London 1790; Concerto für Cembalo oder Klavier und Streicher Es-Dur op. 6, London [1795]; Sonate für Klavier op. 7, London [1796]; 2 Sonaten für Klavier, Violine acc. Op. 13, London [1801]; Walzer für Klavier, London [1800]; Divertimento für Klavier, Violine acc., London [1811]

 

LITERATUR

Morning Herald 1. Mai 1783

MGG1, MGG 2000, New Grove 2001, Oxford DNB

Thomas B. Milligan, The Concerto and London’s Musical Culture in the Late Eighteenth Century (= Studies in Musicology 69), Ann Arbor/Michigan 1983.

Thomas Tolley, „Haydn, The Engraver Thomas Park, and Maria Hester Park’s little Sonat, in: Music & Letters 82 (2001), S. 421-431.

Özgen, Lise K., Maria Hester Park (1760–1813). The Life and Works of an Unknown Female Composer, with an Analysis of Selected Keyboard Sonatas, Diss. Phil. University of Indiana 2002.

Nicholas Salvey, „Woman Pianists in Late Eighteenth-Century London“, in: Concert Life in Eighteeth Century Britain, hrsg. von Susan Wollenberg und Simon McVeight, Aldershot 2004, S. 273–290.

 

MG

 

© 2009 Freia Hoffmann