Sophie Drinker

Sophie Drinker

Sophie Drinker (1888-1967)

 

Das Institut ist nach der amerikanischen Musikwissenschaftlerin Sophie H(utchinson) Drinker benannt, die mit ihrer Arbeit Music and Women 1948 die musikwissenschaftliche Frauen- und Geschlechterforschung begründet hat.

Zur Eröffnung des Instituts 2002 hielt Ruth A. Solie einen Vortrag über Sophie Drinker.

 

Biographisches:


Sophie Drinker lebte von 1888 bis 1967 in den USA, die meiste Zeit in Merion/Pennsylvania. Zusammen mit ihrem Mann, dem Juristen Henry Drinker, betrieb sie dort über Jahrzehnte Chorarbeit mit Laien und gründete selbst einen Frauenchor. Bei der Materialbeschaffung für diesen Chor fiel ihr das qualitativ und quantitativ dürftige Repertoire für reine Frauenchorbesetzung auf; dies begründete ihr Forschungs- und Sammelinteresse auf diesem Gebiet. Bei mehreren Europareisen nahm sie Kontakt zu noch lebenden Mitgliedern oder Nachkommen von Mitgliedern aus den Frauenchören von Johannes Brahms auf und veröffentlichte ihre Ergebnisse 1952 in dem Buch Brahms and His Women´s Choruses (Merion/Penn.1952).

 

Ein zweiter Interessenschwerpunkt war die Frage, warum es so wenige komponierende Frauen gab. Sich musikalisch kreativ zu betätigen, betrachtete sie als wesentliche Voraussetzung für die geistige und seelische und damit auch soziale Stellung von Frauen in der Gesellschaft. Positive Beispiele dafür fand sie in vorchristlichen und außereuropäischen Kulturen, und sie beschäftigte sich eingehend mit der Frage, durch welche Einflüsse die kreativen Fähigkeiten von Frauen in der neueren westlichen Geschichte derart eingeschränkt wurden. Ihre Untersuchungen zu diesem Themenkreis erschienen 1948 in New York unter dem Titel Music and Women. The Story of Women in their Relation to Music. Ihre Intention war, Frauen über das Aufzeigen ihrer eigenen Traditionen zum schöpferischen Umgang mit Musik, zum Komponieren anzuregen. 1955 erschien in Zürich eine deutsche Übersetzung, vorgelegt von Irene und Karl Geiringer, unter dem Titel: Die Frau in der Musik. Eine soziologische Studie.

 

1949 wurde Sophie Drinker vom Smith College, Northampton/Mass., die Doktorwürde verliehen. An dieser Universität liegt auch ihr Nachlass.

 

Eine ausführliche Biographie zu Sophie Drinker finden Sie hier.