Schriftenreihe des Sophie Drinker Instituts

 
hrsg. von Freia Hoffmann  
   
   
   
   
Band 1    
   
Dorotha Schenck  
"Très douèe, bonne musicienne"  
Die französche Komponistin Mel Bonis (1858-1937)  
   

Mel Bonis repräsentiert zusammen mit Marie Jaëll, Augusta Holmès und Cécile Chaminade eine Gruppe französischer Komponistinnen, die das französische Musikleben um die Jahrhundertwende bis weit ins 20. Jahrhundert hinein mitgestalteten. Bonis’ Lebenslauf ist einerseits charakterisiert durch ein anspruchsvolles Kompositionsstudium und jahrzehntelange Kompositionstätigkeit, durch die Veröffentlichung von etwa 200 Werken, die einen weiten stilistischen Bogen und ein breites Spektrum an Gattungen und Besetzungen umspannen. Andererseits ist ihre Biographie geprägt durch Beschränkungen, Rücksichten und Hindernisse, die künstlerisch begabten Frauen häufig eine selbstverständliche Entfaltung ihrer Fähigkeiten erschwerten.

 
Mit der Monographie von Dorothea Schenck steht nun die erste wissenschaftliche Arbeit über Mel Bonis zur Verfügung. Sie gibt nicht nur Auskunft über das Leben der Komponistin, sondern macht auch mit einer musik- und institutionengeschichtlichen Rahmenskizze einige von Mel Bonis’ disparat erscheinenden kompositorischen Strebungen verständlich. Ein besonderer Akzent liegt auf der Würdigung ihrer musikästhetischen Schriften. Ein abschließendes Kapitel über das kompositorische Werk schließt drei ausführliche Besprechungen von Klavierwerken ein, die interessante Aufschlüsse über Parallelen (z. B. zu Debussy) und Besonderheiten geben.  
110 Seiten, zahlr. Notenbeispiele, 14,80 Euro. ISBN: 3-8142-0963-X  
   
   
   
   
Band 2    
   
Rebecca Grotjahn, Christin Heitmann (Hrsg.)  
Louise Farrenc und die Klassik-Rezeption in Frankreich  
   

Louise Farrenc ist als Komponistin, Pianistin, Klavierprofessorin und Musikgelehrte eine Ausnahmeerscheinung im Paris des 19. Jahrhunderts. Mit ihrer Orchester- und Kammermusik knüpft sie an klassisch-romantische Vorbilder an und beweist zugleich ihre Unabhängigkeit von dem sie unmittelbar umgebenden Musikleben in Oper und Salon. Anlässlich ihres 200. Geburtstages widmete sich im Mai 2004 am Sophie Drinker Institut Bremen erstmals ein internationales Symposion dieser außergewöhnlichen Musikerin.

 
Die Vorträge und Arbeitssitzungen, die in dem Band dokumentiert werden, behandeln drei Themenschwerpunkte: Louise Farrencs kompositorische und wissenschaftliche Arbeit, das Pariser Musikleben im 19. Jahrhundert als zeitgenössischer kultureller Kontext von Farrencs Schaffen sowie die deutsch-französischen Beziehungen, wie sie sich im kulturellen Austausch und in politischen Aspekten der gegenseitigen Rezeption darstellen. Beiträge über die Kritische Werkausgabe von Louise Farrenc und die Editionslage bei Komponistinnen sowie ein Referat über die Dynamik kultureller Kanonisierung am Beispiel Louise Farrencs runden den Band ab.  
ca. 300 Seiten, zahlr. Notenbeispiele und Abbildungen, 20,00 Euro. ISBN: 3-8142-0964-8  
   
   
   
   
Band 3    
   
Thomas Beimel  
In der Ferne: ein leuchtender Körper  
Betrachtungen über Werke von Karol Szymanowski, Hans-Werner Henze und Myriam Marbe  
   
Hat die Wahrnehmung der eigenen Sinnlichkeit einen Einfluss auf die Struktur einer Komposition? Diese Fragestellung wird an Beispielen aus den Liederzyklen "Des Hafis Liebeslieder" und "Lieder des verliebten Muezzins" von Karol Szymanowski sowie anhand einer Szene aus Hans-Werner Henzes Oper "Elegy for Young Lovers" untersucht. Zwei Komponisten, zwei Männer, die sich von Menschen des gleichen Geschlechts angezogen fühlten und dieses Empfinden in ihren jeweiligen Zeitumständen auch als Normverletzung erlebt haben. Statt eine "schwule Ästhetik" zu postulieren, wird in den Analysen aufgezeigt, wie das Befremdliche am eigenen Begehren Ausdruck findet in einer engen Verbindung von Textfolie und kompositorischen Techniken.  
Die rumänische Komponistin Myriam Marbe findet ganz andere Antworten auf die Frage nach dem Zusammenhang von sinnlich Erlebtem und ästhetischer Reflexion. Aus ihrer Fähigkeit, Brüche wahrzunehmen, Zweifel zuzulassen und sich mutig kompositorischen Krisen zu stellen, entstand eine Musik, die auf den einzelnen Menschen und seine persönliche Sensibilität gerichtet ist. Eine Musik, die sich den Erfahrungen einer konfessionslosen Spiritualität öffnet.  
106 Seiten, zahlr. Notenbeispiele, 12,00 Euro. ISBN: 3-8142-0956-6  
   
   

 

 

 

 

Band 4

   
   
Marion Gerards, Freia Hoffmann  
Musik - Frauen - Gender  
Bücherverzeichnis 1780 - 2004  
   

Dieses Verzeichnis umfasst über 4000 Buchtitel zur musikwissenschaftlichen Frauen- und Geschlechterforschung, die seit den Anfängen um 1800 bis einschließlich 2004 erschienen sind. Die Fortschreibung des von Freia Hoffmann und Franziska Eber veröffentlichten Bücherverzeichnisses „Frau und Musik, 1800–1993“ (Oldenburg 1995) betrifft nicht nur den Umfang (damals 1.400 Titel), sondern bezieht auch den seitdem etablierten Forschungszweig der Gender-Studies ein.

 
Eine systematische Erfassung der Buchtitel nach Sachgebieten (Nachschlagewerke, einführende Literatur, personenbezogene Darstellungen und spezielle Literatur) sowie ausführliche Register (Personen, AutorInnen, HerausgeberInnen und Titel) ermöglichen eine gezielte Recherche.  
668 Seiten, 25,00 Euro. ISBN: 3-8142-0966-4  
   
   
   
   

Band 5

 
   
Anja Herold  
Lust und Frust beim Instrumentalspiel  

Umbrüche und Abbrüche

 
im musikalischen Werdegang  

 

Im Mittelpunkt des musikpädagogischen Interesses standen bisher vorwiegend die gelungenen Lernprozesse. Mit dem vorliegenden Buch hat sich dies nun in willkommener Weise geändert. Anja Herold hat mittels einer qualitativen Untersuchung auf der Basis von Interviews mit 18 GesprächspartnerInnen interessante Ergebnisse über Umbrüche und Abbrüche im musikalischen Werdegang von Jazz-, Rock- und Pop-InstrumentalistInnen vorgelegt.

 

Das Buch behandelt dabei nicht nur die näheren Umstände des Abbrechens bzw. der lebensgeschichtlichen Umbrüche, sondern auch die Vorgeschichten, jahrelange oder jahrzehntelange Lernprozesse und musikalische Aktivitäten, in denen durchaus auch erfolgreiches Instrumentallernen stattfand. So kann die Lektüre alle, die professionell mit instrumentalen Lernprozessen zu tun haben, anregen, sich auf SchülerInnen und ihre individuellen Hintergründe stärker einzulassen; sie lehrt aber auch einiges Grundsätzliche über instrumentales Lernen und kann allen Beteiligten Aufschlüsse über Motive und Bedingungen geben, die im pädagogischen Alltag oft unreflektiert bleiben, aber im positiven wie negativen Sinn Lernprozesse beeinflussen und möglicherweise durchkreuzen.

 
305 Seiten, 25 Euro, ISBN: 978-3-8142-2088-8  
   
   
   
   

Band 6

 
   
Claudia Schweitzer  
   
"...ist übrigens als Lehrerinn höchst empfehlungswürdig."  
Kulturgeschichte der Clavierlehrerin  

 

Claudia Schweitzer widmet sich in ihrer Untersuchung über Clavierlehrerinnen einem der ältesten qualifizierten Berufe, der Frauen offen stand. Sie betrachtet dabei Lehrerinnen vom ausgehenden 17. Jahrhundert bis zum Wiener Kongress in Deutschland-Österreich, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz. Im Mittelpunkt der Darstellung stehen die Schilderung der sozialen Verhältnisse und der Biographik von etwa 100 Lehrerinnen für Tasteninstrumente, unter denen sich neben zahlreichen (heute) unbekannten auch so prominente Namen wie Maria Theresia Paradis, Maria Anna Mozart oder Marie Bigot finden.

 
Anhand umfangreichen Quellenmaterials konnten Erkenntnisse zu Unterrichtsmodalitäten, Musikschulen, Professionalisierung, Musikerfamilien, Tagesabläufen, Berufsperspektiven und Lebensumständen gewonnen werden, die eine neue Sicht auf die musikalische Unterrichtssituation im 18. Jahrhundert eröffnen.  
521 Seiten, 24 Euro, ISBN: 978-3-8142-2124-3