Vortrag am Mittwoch, dem 10. Juni 2026, um 19 Uhr

Stationen und Schicksale aus der Geschichte des Bremer Musikunterrichts

Erik Kirchgäßner: Stationen und Schicksale aus der Geschichte des Bremer Musikunterrichts
Das in der Bremer Tagespresse vorherrschende Bild des hiesigen Musikunterrichts an öffentlichen Schulen ist verheerend. Neben häufigem Unterrichtsausfall erhitzen ein akuter Mangel an Musikfachlehrkräften, die Kürzung finanzieller Förderungen musikalischer Angebote an Bremer Schulen oder die Unverbindlichkeit der Erteilung des Musikunterrichts die Gemüter. Der deutsche Historiker Rudolf Vierhaus betonte vor etwa fünf Jahrzehnten, „In jeder Gegenwart ist die Vergangenheit aufgehoben und anwesend" – vor dem gezeichneten Hintergrund erscheint ein Blick in die Geschichte des Bremer Musikunterrichts naheliegend.
Im Vortrag werden ausgewählte Stationen der Vergangenheit des Bremer Musikunterrichts erstmalig nachgezeichnet. Beginnend mit den frühesten Zeugnissen musikalischen Lehren und Lernens aus der Zeit der Bistumsgründung führt der Weg entlang der höheren Knabenschulen und deren Musiklehrern bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Auf diesem Weg begegnet man freilich einer Menge erfreulicher Begebenheiten, daneben aber ebenso tragischen, mitunter herzzerreißenden Schicksalen Bremer Schulknaben und ihrer Musiklehrer. Immer wieder stellt sich dabei die bereits zur Mitte des 18. Jahrhunderts zu Papier gebrachte Frage, wie es „bei solchem Elende" den Musiklehrern möglich war, „gutes Muthes zu seyn, und der Muthwilligen Jugend [...] vorzustehen"?
Der Eintritt ist frei, um Anmeldung bis zum 5. Juni 2026 an die Email-Adresse christiane.barlag@sophie-drinker-institut.de wird gebeten.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
 
Erik M. Kirchgäßner studierte Schulmusik und Mathematik für das gymnasiale Lehramt in Stuttgart. Parallel absolvierte er ein Studium der klassischen Gitarre (BA Music).
2019 war er Universitätsassistent für Instrumental- und Gesangspädagogik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. Von 2019 bis 2024 arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Musikpädagogik am Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Universität Bremen. Anschließend absolvierte er das Referendariat für das gymnasiale Lehramt am Studienseminar Stade.
2025 wurde er an der Universität Bremen mit der Arbeit
Mit Zeit und Zahl – Eine historisch-statistische Studie zu Musikunterricht und -lehrern an den höheren Knabenschulen Bremens zwischen 1528 und 1905 promoviert. Seit Februar 2026 ist er erneut Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Musikpädagogik an der Universität Bremen.
 

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