Diem, Louise, Luise |
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* ca. 1828, vermutlich in Wien, weitere Lebensdaten unbekannt, Harfenistin, Pianistin, Sängerin. Das Hauptinstrument Louise Diems war die Doppel-Pedalharfe. Sie war Schülerin von Elias Parish Alvars. |
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Die frühesten derzeit nachweisbaren Auftritte Louise Diems fanden im Mai und Juni 1842 in Prag statt, wo sie in den Zwischenakten eines Lustspiels und in einem eigenen Konzert musizierte. 1843 konzertierte sie mehrmals in Wien (im Jan., Mai, Juli, Nov., Dez.), dazu zumindest ein Mal in Bratislava (im Juli). Bereits im Nov. des Jahres spielte Louise Diem öffentlich nicht nur Harfe, sondern auch Klavier und trat daneben als Sängerin in Erscheinung. Danach hat sie vermutlich nicht mehr als Instrumentalistin konzertiert. 1845 vermeldeten die „Signale“, dass sie in Brünn ans Theater gegangen sei. 1847 hieß es schließlich in der AWM, sie habe „sich vom Instrumentale ab, ganz dem Vocale zugewendet, und ist als Sängerin beim k. k. Hofoperntheater engagiert“ (S. 48). Weitere Informationen über Leben und Tätigkeiten sind nicht zu ermitteln. |
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Als Harfenistin, die bereits als 14-jährige erstmals vor die Öffentlichkeit trat, wurde Louise Diem von Musikrezensenten eher kritisch beurteilt. Bei ihren Prager Auftritten erinnerte sie den Kritiker der „Bohemia“ „an diesen Meister [Parish Alvars] nur dadurch, daß sie vorzugsweise seine Compositionen vorträgt. Der Grundzug seiner künstlerischen Persönlichkeit ist entschiedene Männlichkeit“ (Nr. 68, 6. Juni 1842). Rund ein halbes Jahr später stellte auch der „Humorist“ einen Zusammenhang zwischen der Spielweise der Harfenistin und ihrem Geschlecht her: „Dlle. Diem […] besitzt eine nicht unbedeutende Fertigkeit, wenn keine überaus durchgreifende Kraft, [e]in Bezug, auf welche[n] die Harfenspielerin jedesmal hinter dem Harfenspieler zurückbleiben wird – beim Klaviere ist das freilich anders, da geht das Hauen den weiblichen Spielern oft kräftiger von der Hand, wie den männlichen“ (1843, S. 51). Louise Diem wählte für ihre Programme vorzugsweise Harfenmusik ihres Lehrers. Ihre spieltechnischen Fähigkeiten wurden stark unterschiedlich bewertet: Während ihr die Bohemia „in Betreff der technischen Ausbildung […] bereits eine achtenswerthe Stufe“ attestierte (1843, 7. Juni), zog der Kritiker der AWM am Ende seines Verrisses eines Louise-Diem-Konzertes das Fazit, „es sey für Dlle. Diem noch etwas etwas zu früh, den Concertsaal zu usurpiren; alla Camera, im freundschaftlichen Kreise, mag sie bei sonst angenehmen Naturgaben genügen, aber das Meisterthum durch öffentliche Anerkennung ist ihr noch weit“ (AWM 1843, S. 560). |
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Die Zuwendung der jungen Musikerin zu Klavier und Gesang wurde von der Presse kritisch beurteilt. „Dlle. Diem spielt Harfe, Klavier und singt. Schön ist es, wenn eine einzelne, junge und hübsche Person das Alles kann, aber ich glaube, es ist nicht gut, sich mit allen diesen drei erlernten Geschicklichkeiten öffentlich zu produziren“ (Der Humorist 1843, S. 882). „Talent zum Musikmachen ist vorhanden, das sich vielleicht zweckmäßiger entwickeln dürfte, wenn die junge und fleißige Konzertgeberin ihre Ausdauer nur einem Instrument zuwendete; wir würden ihr zur Harfe rathen“ (Sonntagsblätter 1843, S. 1082). |
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LITERATUR |
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AmZ 1842, Sp. 547, 700 |
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AWM 1841, S. 630; 1842, S. 139; 1843, S. 24, 26f., 239, 356, 544, 560, 651f.; 1847, S. 48 |
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Bohemia 1843, 7. Juni |
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Der Humorist 1843, S. 51, 375, 882f. |
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Signale 1845, S. 398 |
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Sonntagsblätter (Wien) 1843, S. 67f., 460, 1082 |
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Eduard Hanslick, Geschichte des Concertwesens in Wien, Wien 1869-70, Repr. Hildesheim 1979. |
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VT |
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