Jahresbericht Dezember 2005

 
   
   
   

Allgemeines

Kooperation mit der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Stipendien

Buchprojekt "Sexuelle Übergriffe"

Schriftenreihe des Sophie Drinker Instituts

Doktorandenkolloquien

Veranstaltungen

Wachablösung

 
   
   
   
   

Allgemeines

Der diesjährige Jahresbericht wurde nicht, wie es dem bisherigen Rhythmus entsprechen würde, im Juni 2005 verfasst, sondern erst jetzt, mit einigen Monaten Verspätung. Die Ursache ist gleichzeitig die wichtigste Neuigkeit des Jahres: Die Mariann Steegmann Stiftung, die uns seit unserer Gründung wirtschaftlich weitgehend getragen hat, entlässt uns in die Selbstständigkeit. Sie hat Ende November 2005 die gemeinnützige GmbH auf die Geschäftsführerin übertragen und zieht sich ab 2006 weitgehend aus der Finanzierung zurück. Anderweitige Mittel müssen nun den Fortbestand des Instituts sichern. Dies ist inzwischen gelungen: Das Sophie Drinker Institut wird nicht nur seine bisherigen Arbeitsbereiche weiterführen, sondern auch - sobald entsprechende Absprachen mit dem Beirat erfolgt sind - neue Forschungsschwerpunkte etablieren. Allen VertreterInnen der Mariann Steegmann Stiftung Bremen und der Mariann Steegmann Foundation sei ein herzlicher Dank gesagt für die gute Kooperation bei diesem nicht einfachen Vorgang.

Der Aufbau und die Erschließung der Bestände (Bibliothek, Aufsatzsammlung, Quellensammlung) waren in den vergangenen Jahresberichten ausführlich Thema. Hier ist strukturell nichts Neues zu berichten, die Sammlungen wachsen (die Aufsatzsammlung enthält inzwischen über 5.000 Einheiten) und werden durch BesucherInnen und vor allem per Internet rege genutzt. Diejenigen, für die die Internetrecherche bei uns noch nicht zur Routine gehört, informieren wir hier nochmals über die wichtigsten Wege:

Auf unserer Internetseite www.sophie-drinker-institut.de befindet sich am unteren Rand ein Link mit dem Titel „Bibliothek“. Darüber kommt man zu einer Seite, die Informationen zu unseren Beständen enthält sowie einen Link zur Recherche im Katalog der Universität Oldenburg (das Sophie Drinker Institut ist dort als Sonderstandort integriert). Etwas weiter unten auf derselben Seite findet man einen Link zur Suchmaske der Aufsatzsammlung.

Ebenfalls vom unteren Rand der Startseite aus („Quellen“) führen Wege zum Werkverzeichnis der rumänischen Komponistin Myriam Marbe („Nachlass Myriam Marbe“, „zum Nachlassverzeichnis“), zur Werkausgabe Louise Farrenc und zur Sammlung „Komponierende Frauen im Dritten Reich“.

Wir wiederholen die Bitte an alle AutorInnen einschlägiger unselbstständiger Publikationen, unsere Aufsatzsammlung auf Vollständigkeit zu überprüfen und uns gegebenenfalls auf Fehlendes aufmerksam zu machen bzw. uns den Text zu mailen oder zu schicken. Verzögerungen in der Einstellung gibt es bei Aufsätzen aus Standardzeitschriften zur musikwissenschaftlichen Genderforschung (Women & Music, clingKlong, Vivavoce) und Sammelbänden, da Warteschleifen wegen Bindung und Katalogisierung es erst nach Monaten ermöglichen, den Titel mit Signatur in die Datei zu integrieren.

 
   
   

Kooperation mit der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Mit Datum vom 5. Mai 2005 hat das Präsidium der Universität den Kooperationsvertrag um weitere zwei Jahre verlängert. Auch die Berechtigung zur Führung der Bezeichnung An-Institut der Universität Oldenburg wurde für den entsprechenden Zeitraum neu erteilt. Die Zusammenarbeit mit der Bibliothek (Katalogisierung, Handapparate, Schriftenreihe s. u.) und mit dem Institut für Musik in der Fakultät III ist inzwischen zur Selbstverständlichkeit geworden, und es sei hier allen Beteiligten, vor allem Karl-Ernst Went, Barbara Sip (BIS), Dr. Christoph Micklisch, Prof. Violeta Dinescu und Axel Weidenfeld (Leitung und stellv. Leitung des Instituts für Musik) herzlich dafür gedankt. Ein so anspruchsvolles Projekt wie das Sophie Drinker Institut kann nur gedeihen, wenn sich Kolleginnen und Kollegen finden, die bereit sind, über die tägliche Arbeitsroutine hinaus praktische Hilfe, Rat und Problemlösungen anzubieten. Ich bin mir sehr dankbar bewusst, dass unsere Arbeit in diesem Sinn von vielen engagierten Menschen mit Wohlwollen begleitet und unterstützt wird.

Auf der Ebene der Lehre ist die Zusammenarbeit von Universität und Sophie Drinker Institut erfolgreich weitergeführt worden. Die Umstellung auf Bachelor-Studiengänge wäre im Bereich Musikvermittlung ohne die Mitwirkung der Instituts-Mitarbeiterinnen Ilka Siedenburg und Anja Herold mit Sicherheit nicht so problemlos und fruchtbar möglich gewesen. Zusammen mit Freia Hoffmann als Modulverantwortlicher ist für das erste Studienjahr ein flexibles Curriculum entwickelt und durchgeführt worden. Auf der Basis einer für alle obligatorischen Einführung in die Musikalische Sozialisation (einschließlich empirischer Forschungsmethoden) wurden im zweiten Semester wahlweise Veranstaltungen zum Musiklernen in der Populären Musik, zum Körperbezogenen Musiklernen und zum Problem des Notenlernens angeboten und von den meisten der ca. 50 Bachelor-Studierenden erfolgreich abgeschlossen. In einer zweiten Durchführungsphase wird im Sommersemester 2006 auch Marion Gerards (Mitarbeiterin des Instituts) mit einem Lehrangebot zum Musikeinsatz in der Sozialpädagogik einsteigen. Ilka Siedenburg wird zusätzlich im Bereich des musikwissenschaftlichen Aufbaumoduls tätig sein, und zwar mit einem Seminar über Geschlechterverhältnisse im Jazz/Rock/Pop. Das Angebot von Freia Hoffmann im Aufbaumodul Musikwissenschaft (WS 2005/06) lautet „Geschlechterverhältnisse in der Musikgeschichte des 18. Jahrhunderts“.

Auf diese Weise werden nicht nur die Mitarbeiterinnen in die universitäre Lehre eingebunden, sondern Inhalte der musikwissenschaftlichen Frauen- und Geschlechterforschung sind von vornherein selbstverständlicher Inhalt des Musikstudiums. Resultat ist ein gleich bleibend hohes Interesse Oldenburger Studierender an Genderfragen und eine Vielzahl von einschlägigen Hausarbeiten, Prüfungsthemen und Staatsexamensarbeiten.

 
   
   

Stipendien

Volker Timmermann wurde von November 2004 bis Mai 2005 aus Mitteln des Instituts gefördert, um mit namhaften Geigerinnen Interviews durchzuführen. Mit Liana Isakadze, Jenny Abel und Christiane Edinger befragte er Musikerinnen, in deren Ausbildungszeit es noch keineswegs selbstverständlich war, dass Frauen eine Laufbahn als Violinistinnen einschlugen. Die Gespräche, die eine Fülle wichtiger Informationen über die Berufspraxis dieser Frauen enthalten, sind transkribiert worden und stehen dem Institut für weitere Forschungen zur Verfügung.

Ein Stipendium, das der Beirat für PD Dr. Linda Maria Koldau beschlossen hatte, erübrigte sich, als Frau Koldau zum Sommersemester 2004 eine Stelle als Wissenschaftliche Assistentin am musikwissenschaftlichen Institut der Universität Frankfurt bekam. Ersatzweise gewährte das Sophie Drinker Institut eine Druckbeihilfe für ihre Habilitationsschrift. Das eindrucksvolle Werk von fast 1 200 Seiten ist inzwischen unter dem Titel „Frauen – Musik – Kultur. Ein Handbuch zum deutschen Sprachgebiet der Frühen Neuzeit“ im Böhlau Verlag erschienen. Am 7. Dezember 2005 wurde diese Arbeit vom Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und Erforschung der Geschlechterverhältnisse (Universität Frankfurt am Main) mit dem Cornelia Goethe Preis ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch!

Eine weitere Überbrückung beschloss der Beirat im September 2004 für PD Dr. Rebecca Grotjahn, ein sechsmonatiges Stipendium zur Fertigstellung eines Forschungsprojekts „Sängerinnen und Sängerinnen-Bilder im 19. Jahrhundert“. Auch hier erreichte uns, diesmal während der Laufzeit, eine erfreuliche Nachricht: der Ruf auf eine Professur, zunächst zur Vertretung, am Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Paderborn in Detmold. Auch Rebecca Grotjahn einen herzlichen Glückwunsch!

Zuletzt beschloss der Beirat in seiner Sitzung am 3. Mai 2005 ein siebenmonatiges Stipendium für Anja Herold. Frau Herold arbeitet seit 2002 an einer Dissertation über „Umbrüche und Abbrüche im Werdegang von Jazz/Rock/Pop-InstrumentalistInnen“ und kann sich mit Hilfe dieses Stipendiums für eine Zeitlang entlasten, um die Dissertation zu Ende zu schreiben.

 
   
   

Buchprojekt „Sexuelle Übergriffe“

Das im Jahresbericht 2004 als „zukünftiges Projekt“ angekündigte Buch über Sexuelle Übergriffe im Instrumental- und Gesangsunterricht war - zumindest für Freia Hoffmann, Anja Herold und Marion Gerards - im Berichtszeitraum ein wichtiges Thema. Zu den positiven Aspekten gehörte die Hilfsbereitschaft vieler Kolleginnen, die Mitwirkung von Betroffenen, Gleichstellungsbeauftragten, Fachfrauen aus den Bereichen Psychotherapie, Beratung und Rechtswissenschaften sowie die spontane Bereitschaft von Andrea Raab und Rüdiger Behschnitt vom Schott Verlag, das Buch in ihre Reihe „Texte zur Instrumentalpädagogik“ aufzunehmen. Dass ein solches Projekt andererseits auch Hürden zu nehmen hatte, wird niemanden überraschen: Für alle, die mit dem Thema zu tun haben - sei es aus eigener Erfahrung, sei es im beruflichen Kontext - ist das Vorhaben, mit einem einschlägigen Handbuch an die Fachöffentlichkeit zu treten, mit Belastungen und Fragen verbunden. Dass trotzdem fast alle schließlich mutig diesen Schritt getan haben, ist nicht selbstverständlich. Auch an dieser Stelle möchte ich mich sehr dafür bedanken - nicht zuletzt auch bei Yuko Tamagawa aus Tokyo, die zurzeit für zwei Jahre als Gastwissenschaftlerin am Institut arbeitet und einen Betrag über sexuelle Belästigung an Musikhochschulen in Japan beigesteuert hat.

Das Buch wird Anfang 2006 unter dem Titel „Panische Gefühle. Sexuelle Übergriffe im Instrumentalunterricht“ im Schott Verlag erscheinen und 14,95 € kosten.

Ein weiteres kleineres Projekt war ebenfalls mit dem Schott Verlag verbunden: Zusammen mit den Oldenburger Kollegen Prof. Dr. Peter Schleuning und Axel Weidenfeld steuerten Anneke Fürst, Ilka Siedenburg und Freia Hoffmann für die Zeitschrift „Üben und Musizieren“ (Heft 1 2005, Schwerpunkt „Der Körper macht die Musik“) Texte zu Körpererfahrungen im Instrumentalunterricht bei. Ilka Siedenburg und Anja Herold waren Autorinnen eines Artikels mit dem Titel „Echte Kerle tanzen nicht! Musik, Körper und Geschlecht – inszeniert, erlebt und vermittelt“.

 
   
   

Schriftenreihe des Sophie Drinker Instituts

Wie im Jahresbericht 2004 angekündigt, hat das Institut nun seine Schriftenreihe gestartet. Für die Einrichtung der Reihe bedanken wir uns bei der Leiterin des BIS-Verlages Barbara Sip, beim Leiter der Druckerei Rhett Fielitz und bei unserer langjährigen Grafikerin Marta Daul. Die Umschlaggestaltung wird einheitlich sein, jeder Band bekommt aber eine neue Farb-Zusammenstellung.

Der erste Band ist Ende November 2005 erschienen, die drei übrigen folgen Anfang 2006:

 

Bd. 1

Dorothea Schenck

„Très douée, bonne musicienne“. Die französische Komponistin Mel Bonis (1858-1937)

110 S., zahlr. Notenbeispiele, 12 €, ISBN: 3-8142-0963-X

 

Bd. 2

Rebecca Grotjahn, Christin Heitmann (Hrsg.)

Louise Farrenc und die Klassik-Rezeption in Frankreich

ca. 300 S., zahlr. Notenbeispiele und Abb., ca. 24 €, ISBN: 3-8142-0964-8

 

Bd. 3

Thomas Beimel

In der Ferne: ein leuchtender Körper. Betrachtungen über Werke von Karol Szymanowski, Hans Werner Henze und Myriam Marbe

105 S., zahlr. Notenbeispiele, 12 €, ISBN: 3-8142-0965-6

 

Bd. 4

Marion Gerards, Freia Hoffmann

Musik – Frauen – Gender. Bücherverzeichnis 1780-2004

670 S., 25 €, ISBN: 3-8142-0966-4

 
   
   

Doktorandenkolloquien

Wie in den vergangenen Jahren hat auch im Berichtszeitraum das UFO (Unabhängiges Forschungskolloqium), zu dem Doktorandinnen verschiedener Universitäten zusammen kommen, im Sophie Drinker Institut getagt. Zusätzlich hat sich die Notwendigkeit abgezeichnet, ein zweites Kolloquium aus DoktorandInnen der Universität Oldenburg einzurichten. Inzwischen ist die Zahl der dort angesiedelten Arbeiten zur musikwissenschaftlichen Frauen- und Geschlechterforschung auf acht angewachsen:

Ilka Siedenburg: Empirische Untersuchung zur Musikalischen Sozialisation von Lehramtsstudierenden im Fach Musik (Niedersachsen, Bremen, Hamburg)

Anja Herold: Umbrüche und Abbrüche im musikalischen Werdegang von Jazz/Rock/Pop-InstrumentalistInnen

Marion Gerards: Geschlechterbilder in der Musik von Johannes Brahms

Volker Timmermann: Violinistinnen 1850 - 1914

Claudia Schweitzer: Geschichte der Clavierlehrerin bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts

Yuko Tamagawa: Konsumgesellschaft und Europäisierung. Der Einfluss des Kaufhauses Mitsukoshi auf das japanische Musikleben zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Dieter Nolden: Franz Liszt als Klavierpädagoge unter besonderer Berücksichtigung seiner Schülerinnen

Babette Dorn: Ilse Fromm-Michaels

Eine solche thematische Breite - in Musikwissenschaft und Musikpädagogik, in Systematischer wie in Historischer Musikwissenschaft – macht ein Doktorandenkolloquium zu einer spannenden Runde, bei der nicht nur sehr genau nachgefragt und diskutiert wird, sondern die auch allen TeilnehmerInnen neue Impulse und Anregungen verschafft. Ein erstes Treffen fand am 2. und 3. Juli 2005 statt (als zusätzlicher Berater und möglicher Zweitgutachter war Prof. Dr. Peter Schleuning dabei), die Fortsetzung ist für 11. und 12. Februar 2006 geplant.

 
   
   

Veranstaltungen

Am 3. September 2004 war das Institut Mitveranstalter eines Konzertabends, der in der Christus-Gemeinde in Bremen-Vahr stattfand. Unter dem Titel „Kräht ja doch kein Hahn danach...“ musizierten Susanne Schrage (Flöte) und Ina Otte (Klavier) Werke von Komponistinnen aus vier Jahrhunderten.

Den 75. Geburtstag der Komponistin Siegrid Ernst hat das Sophie Drinker Institut am 5. November 2004 in Oldenburg mitgefeiert und mitveranstaltet. Im Rahmen des Oldenburger Komponisten-Colloquiums unter Leitung von Prof. Violeta Dinescu hielt Stefanie Golisch einen einführenden Vortrag und musizierten Gudrun Ossoba, Stefanie Golisch (Gesang), Carin Levine (Flöte), Norbert Körner (Violoncello), Ljuba Markova und Rucsandra Popescu (Klavier) Werke aus verschiedenen Schaffensphasen. Ein anschließendes Buffet gab darüber hinaus Gelegenheit zu persönlichen Begegnungen und Gesprächen mit den MusikerInnen und der Jubilarin.

Am 7. März 2005 fand im Sophie Drinker Institut ein Kammerkonzert statt, das bisher unbekannte Klavierquartette von Louise Héritte-Viardot vorstellte. Das Hannoveraner Ensemble Viardot mit Alexander Bartha (Violine), Julia Mai (Viola), Thorsten Enke (Violoncello) und Stefan Kiefer (Klavier) konnte das Konzert verbinden mit Rundfunkaufnahmen bei Radio Bremen und war selbstverständlich hochwillkommen, um seine Neuentdeckungen auch öffentlich zu präsentieren.

Am 22. April 2005 tagte die Niedersächsische Landesdozentenkonferenz in den Räumen des Instituts. Dieses informelle Gremium, bestehend aus Musik-Dozenten von sechs Universitäten

und der Hochschule für Musik und Theater Hannover, trifft sich zweimal pro Jahr, um anstehende Fragen der Musiklehrerausbildung in Niedersachsen zu diskutieren und zu koordinieren. Dass von Zeit zu Zeit auch Mitarbeiterinnen des Instituts bei diesen Sitzungen dabei sind, ist eine gute Gelegenheit für den Nachwuchs, an Diskussionen teilzunehmen und überregionale Kontakte zu knüpfen.

Vom 12. Mai bis 25. Juni 2005 beteiligte sich das Sophie Drinker Institut an den Veranstaltungen von „Bremen - Stadt der Wissenschaft 2005“ durch die Organisation einer Filmreihe zu „Musik und Gender im Film“. In Zusammenarbeit mit dem Kino 46 wurden unter dem Titel „Zwischentöne“ Filme gezeigt, die sowohl Musik thematisieren als auch die Geschlechterverhältnisse in unterschiedlicher Weise beleuchten, in Frage stellten, durchkreuzen: Fame - der Weg zum Ruhm (USA 1979), Bandits (D 1997), Billy Elliot - I Will Dance (GB 2000), Victor/Victoria (USA/GB 1982), Das geschriebene Gesicht (CH/Jap 1995), Farinelli - Il Castrato (FR/B/I 1994), jeweils mit Einführungsvorträgen von Mitarbeiterinnen des Instituts (Christin Heitmann, Anja Herold, Marion Gerards und Ilka Siedenburg).

Im Oktober 2005 beteiligte sich das Institut am renommierten Bremer Klavierwettbewerb, indem es einen Preis von 1.500 € für die beste Interpretation des Werks einer Komponistin aussetzte. Dies war bereits im Vorfeld für die Veranstalter ein Anlass gewesen, mit der Komposition des zeitgenössischen Pflicht-Stücks eine Frau zu beauftragen (die Wahl fiel auf Violeta Dinescu), und in die Wahlpflichtstücke Kompositionen von Louise Farrenc, Fanny Mendelssohn und Clara Schumann aufzunehmen. Beim Abschlusskonzert am 19. Oktober im Großen Saal der Glocke wurde unser Preis an den russischen Nachwuchspianisten Nikolai Gangnus verliehen (für den Vortrag einer Komposition von Sofia Gubaidulina) - und beim anschließenden Empfang vereinbarten wir mit diesem brillanten Musiker sofort einen Klavierabend im Sophie Drinker Institut. Es sei jetzt schon verraten, dass das Programm u. a. Werke von Fanny Mendelssohn und Sofia Gubaidulina enthalten wird.

Am 25. November 2005 erfüllte sich ein langjähriger Wunsch, im Sophie Drinker Institut auch einmal ein Jazz-Konzert zu veranstalten. Annemarie Roelofs (Posaune) und Elvira Plenar (Klavier) füllten die ehrwürdigen Räume von 1864 mit teils jazzigen, teils avantgardistischen Klängen und fesselten ihr Publikum mit einem Kaleidoskop verschiedenster Kompositionen und Improvisationen. Es war wieder einmal frappierend, wie vielfältig, ausdrucksstark und witzig eine Posaune klingen kann. Der anschließende Umtrunk im Institut versammelte viele „gute Bekannte“ des Instituts, aber auch neue Gäste, bevor man sich auf den dann plötzlich tief verschneiten Heimweg machte - glücklicherweise nicht mit den Einbrüchen, die um Münster herum an diesem Wochenende zu verzeichnen waren.

 
   
   

Wachablösung

Am 1. August 2005 hat Dr. Christin Heitmann, seit 2001 Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts, eine Stelle am Haydn-Institut in Köln angetreten. Wir bedauern den Weggang dieser langjährigen Stütze des Instituts sehr, beglückwünschen sie aber auch herzlich zur neuen beruflichen Herausforderung! Der Vertrag von Ilka Siedenburg , als Wissenschaftliche Mitarbeiterin mit Promotionsmöglichkeit seit 2002 bei uns, endet am 31. 12. 2005. Sylvia Lowag, Studentische Hilfskraft ebenfalls seit 2002, hat das Institut Ende Oktober 2005 verlassen, um mehr Zeit für ihr (Zweit-)Studium zu haben. Alle drei waren in der Zeit des Aufbaus und der Konsolidierung des Instituts zuverlässige und tatkräftige Helferinnen, ohne sie wären viele Projekte und Vorhaben nicht so gut gelungen. Vielen herzlichen Dank!

Zu Anja Herold , Marion Gerards und Hanna Bergmann , die weiterhin am Institut tätig sind, kommen ab 1. Januar 2006 zwei neue Mitarbeiterinnen hinzu: Anne Sander und Frauke Gaumann. Beide haben an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg Musik (Lehramt Gymnasien) mit Schwerpunkt Frauen- und Geschlechterforschung studiert und schließen zurzeit ihr Studium ab, übrigens mit zwei viel versprechenden Examensarbeiten über die Situation von Orchestermusikerinnen und den Briefwechsel zwischen Fanny und Felix Mendelssohn. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und wünschen den beiden Neuen einen guten Einstieg!

 

Und zum guten Schluss...

ist noch zu vermelden, dass Ilka Siedenburg bei der Jahrestagung des Arbeitskreises Musikpädagogische Forschung (AMPF) am 8. Oktober 2005 einen Forschungspreis erhalten hat, der für beispielhafte Arbeiten an NachwuchswissenschaftlerInnen vergeben wird. Sie erhielt diese Auszeichnung für ihren Aufsatz „Lesende Frauen - hörende Männer? Geschlechtstypische Aspekte im Lernfeld Improvisation. Ergebnisse einer Befragung von Lehramtsstudierenden“. Der Aufsatz, Auszug aus ihrer Dissertation, wird 2006 im Jahresband des AMPF erscheinen.

 

Um diesen Jahresbericht nicht unzumutbar auszuweiten, wollen wir an dieser Stelle schließen und unsere Pläne für 2006 und für die folgenden Jahre hier nicht ausbreiten, sondern sie nach der satzungsgemäß gebotenen Abstimmung mit dem Beirat auf unserer Internetseite und an anderen geeigneten Stellen mitteilen.

Den Kolleginnen und Kollegen aus nah und fern, den Mitgliedern und Angehörigen der Universität Oldenburg und allen anderen, die unsere Arbeit mit ihrem Interesse begleiten, danken wir für die Zusammenarbeit und wünschen Ihnen für das Jahr 2006 einen guten Stern über allem, was Sie sich vornehmen.

 

Mit herzlichen Grüßen – auch im Namen der Mitarbeiterinnen

 

Ihre Freia Hoffmann