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Zwischentöne - Musik und Gender im Film

 
 

12.5. – 25.6.05 im Kino 46

 
 

Eine Kooperation von Sophie Drinker Institut und Kino 46 im Rahmen von »Bremen/Bremerhaven. Stadt der Wissenschaft 2005«

 

 

 

Ein Junge, der Tänzer werden will, Frauen, die sich als Mann und Männer, die sich als Frau verkleiden - das sind trotz Megahits wie »Saturday Night Fever« oder »Shakespeare in Love« nicht die typischen KinoheldInnen. Das Spiel mit unkonventionellen Geschlechterrollen und –identitäten ist das verbindende Element dieser Reihe von Musikfilmen mit verschiedensten historischen und aktuellen Inhalten und Musikstilen. Damit Augen und Ohren für die Thematik geschärft werden, gibt es zu jedem Film am ersten Vorführungstermin (mit einer Ausnahme!) eine kurze Einführung.

Im Rahmen von „Bremen/Bremerhaven. Stadt der Wissenschaft 2005“ zeigt das Sophie Drinker Institut in Kooperation mit dem Kino 46 eine Auswahl von Musikfilmen, in denen stereotype Rollenbilder von Männern und Frauen aufgebrochen werden. Dieses gemeinsame Element wird in den sechs Filmen mit verschiedensten historischen und aktuellen Inhalten verbunden. So bewegt sich die Musik stilistisch von Barock über Rock und Pop bis hin zu japanischen Traditionen. Hier ist es das Instrumentalspiel, dort sind es Stimmideale oder Körperpräsentationen, die den herkömmlichen Normen nicht entsprechen. Das Spiel mit Geschlechterrollen und -identitäten steht mal im Zentrum, mal wird es eher indirekt eingebracht. Gemeinsam ist den Filmen wiederum die Darstellung von Bühnensituationen, so dass nicht nur im Kino, sondern auch im Film selbst unkonventionelle Geschlechterbilder präsentiert werden.

 
   

Das Programm:

Fame

Do. 12.5. | 20.30, Einführung: Anja Herold

Fr. 13.5. + Sa. 14.5. | 18.00

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Bandits

Fr. 20.5. + Sa. 21.5. | 22.30

Di. 24.5. | 20.30, Einführung: Ilka Siedenburg

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Billy Elliot

Do. 26.5. | 20.30, Einführung: Ilka Siedenburg

Fr. 27.5. + Sa. 28.5. | 18.00

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Victor/Victoria

Do. 9.6. | 20.30, Einführung: Christin Heitmann

Fr. 10.6. + Sa. 11.6. | 18.00

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Das geschriebene Gesicht

Do. 16.6. | 20.30, Einführung: Marion Gerards

Fr. 17.6. + Sa. 18.6. | 18.00

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Die Darstellung von Geschlechterrollen in "Farinelli – Il Castrato"

Vortrag mit Filmausschnitten

Do. 23.6. | 20.30, Einführung: Christin Heitmann

Fr. 24.6. + Sa. 25.6. | 18.00

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Veranstaltungsort:

Kino 46, Waller Heerstr. 46, 28217 Bremen

Tel. 0421/3876731

www.kino46.de

StraBa Linie 2 und 10, Haltestelle Gustavstrasse

 

Eintrittspreise:

Dauerkarte für alle 6 Filme: 22.- € (erm. 17.- €)

Einzelkarte: 5.- € (erm. 4.- €)

 
   
   
Die Filme:  

 

Fame – Der Weg zum Ruhm

USA 1979, Regie: Alan Parker, mit Irene Cara, Barry Miller, Musik: Michael Gore, 133 Min., DF

Der eine lebt in der South Bronx, der andere im feinsten Teil Manhattans. Die eine ist voller Komplexe, findet sich »so interessant wie ein Brötchen«, die andere ist sorgenfrei und selbstsicher. Ein Ziel haben sie alle: an der renommierten »High School for Performing Arts« aufgenommen und berühmte Sänger, Tänzer und Musiker zu werden. »Fame« entwirft vor dem Hintergrund der Selbstfindungsthematik eine bunte Palette unterschiedlichster Geschlechterrollen, die sich in der Musik und im Tanz eindrucksvoll entfalten.

Do. 12.5. | 20.30, Einführung: Anja Herold

Fr. 13.5. + Sa. 14.5. | 18.00

B@ndits

D 1997, Regie: Katja von Garnier, mit Jasmin Tabatabai, Katja Riemann, Jutta Hoffmann, 108 Min.

Emma hat ihren Freund erschossen, Luna sitzt wegen schweren Raubes und Angel wegen Heiratsschwindels, Marie hat ihren Mann vergiftet. Vier Frauen, die nur eines verbindet: ihre Liebe zur Musik. Im Gefängnis gründen sie die Band »Bandits«. Als die Frauen auf dem Polizeiball spielen, reizt ein Vollzugsbeamter Luna so sehr, dass sie ihn zusammenschlägt. Die »Bandits« fliehen und werden auf der Flucht zur Kultband. »Bandits« ist eine Komödie, ist Road Movie, Musik-, Knast- und Gangsterfilm in einem, wobei der besondere Reiz dieses Films darin besteht, dass die Gangster Frauen sind. Was erst umgekehrt wirklich stimmt: Es geht um Frauen, die auch Gangster sind. (Martina Koben, epd Film, Juli 1997).

Fr. 20.5. + Sa. 21.5. | 22.30

Di. 24.5. | 20.30, Einführung: Ilka Siedenburg

 

Billy Elliot – I Will Dance

GB 2000, Regie: Stephen Daldry, mit Jamie Bell, Julie Walters, Gary Lewis, 112 Min.

Nordengland 1984. Wegen des Streiks der Zechenkumpel ist das Geld knapp, und die Jungen der Boxgruppe müssen die Turnhalle gemeinsam mit den Mädchen des Balletts nutzen. Der elfjährige Billy, der Boxen lernen soll, ist fasziniert von den Ballettübungen. Heimlich beginnt er zu trainieren und wird schließlich in die Ballettgruppe aufgenommen. Die Ballettlehrerin erkennt Billys Talent und schlägt seine Bewerbung für die Royal Ballett School in London vor. Als Billys Vater, ein gestandener Bergmann, von den Plänen seines Sohnes erfährt, kommt es zu einem heftigen Streit.

Do. 26.5. | 20.30, Einführung: Ilka Siedenburg

Fr. 27.5. + Sa. 28.5. | 18.00

 

Victor/Victoria

USA/GB 1982, Regie: Blake Edwards, mit Julie Andrews, James Garner, Robert Preston, 134 Min., DF

»Eine Frau, die vorgibt ein Mann zu sein, der vorgibt eine Frau zu sein... Das ergibt doch keinen Sinn.« Aber dieser »Trick« ermöglicht es der arbeitslosen Sopranistin Victoria im Paris der 30er Jahre, zum gefeierten Travestiestar Victor aufzusteigen. Das Spiel mit den verschiedenen (Geschlechter)Rollen wird für Victoria allerdings kompliziert durch King Marcham, einen äußerst attraktiven Nachtclubbesitzer.

Mit großer Leichtigkeit gelingt Blake Edwards eine Komödie von visueller Eleganz und brillanten Dialogen mit extravaganten Tanz- und Gesangsnummern.

Do. 9.6. | 20.30, Einführung: Christin Heitmann

Fr. 10.6. + Sa. 11.6. | 18.00

 

Das geschriebene Gesicht

CH/ Jap 1995, Regie: Daniel Schmid, mit Tamasaburo Bando, Kazuo Ohno, Han Takehara, 89 Min.

Sich für einen Auftritt zurecht zu machen, sei wie das Kochen mit feinen Ingredienzien, sagt Tamasaburo Bando, Star des Kabuki-Theaters und Mittelpunkt des Films. Er spiele keine Frau, sondern porträtiere sie wie ein Maler, verkörpere ihr Wesen. Bando, der seit seinem fünften Lebensjahr auftritt, ist einer der letzten Frauendarsteller des Kabuki, einer jahrhundertealten Schauspieltradition, in der Tanzaufführungen im Mittelpunkt stehen. Die Kabuki-Kunst wird collageartig mit der Geisha-Kunst sowie mit Tanz-Performances verwoben, so dass die Magie des japanischen »Frauen-Tanzes« spürbar wird.

Do. 16.6. | 20.30, Einführung: Marion Gerards

Fr. 17.6. + Sa. 18.6. | 18.00

 

Farinelli

(Il Castrato) F/B/I/D 1994, Regie: Gerard Corbiau, mit Stefano Donisi, Jeroen Krabbe, 116 Min., DVD Projektion

»Die anderen liebte man, diesen betet man an.« So notiert 1734 ein Bewunderer nach einem Konzert des italienischen Kastraten Farinelli vor der vornehmsten Londoner Gesellschaft. Im 18. Jahrhundert gilt Farinelli als Megastar: Mit seiner Kastraten-Stimme, die mehr als drei Oktaven umfasst, versetzt er sein Publikum in Ekstase. Außerhalb des Theaters schlagen dem Sänger jedoch auch Verachtung und Zurückweisung entgegen, da ein Kastrat eben nicht als »richtiger Mann« gilt.

Vortrag mit ausführlichen Filmausschnitten

Do. 23.6. | 20.30, Einführung: Christin Heitmann

Fr. 24.6. + Sa. 25.6. | 18.00