Fundstück des Monats |
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April 2008 |
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| Aus der Neuen Berliner Musikzeitung 1867, S.274: | ||
"Was nun die sonderbare Idee betrifft, die eine Zeit lang vielfach verbreitet war, und welcher theilweise manche Jünger der romantischen Schule noch anhängen, dass der Musiker, um seiner Kunst ganz leben und das ihm Möglich-Höchste leisten zu können, keine Ehe schliessen sollte, so genügt das Beispiel Mendelssohn's, besonders aber Schumann's, um die Thorheit einer solchen Idee darzulegen. Es ist eine merkwürdige Thatsache zu constatiren: Vor 25 Jahren haben sehr viele Leute geglaubt, Beethoven hätte die 9te Symphonie nimmer componiren gekonnt, wenn er nicht in düsterer, eheloser Einsamkeit lebte - die Manfred-Ouvertüre, die ganz aus der Richtung der 9ten Symphonie hervorgegangen ist, hat Schumann geschaffen, nachdem er Jahre lang mit Clara in glücklichster Ehe gelebt hatte und sieben Kinder um sich sah. Der Genius fühlt sich wahrlich nicht gehemmt in seinem Fluge, wenn er mit dem Bewusstsein sich emporschwingt, dass er bei der Rückkehr zur Erde den Boden der häuslichen bürgerlichen Existenz findet. In anderen Ländern mögen die Verhältnisse derartig gestaltet sein, dass dem Künstler die Frau nur als Gesellschaftlerin erscheint, wenn er vom aufregenden Berufe in's häusliche Leben einkehrt - die Sprache anderer Nationen hat ja nicht einmal einen Ausdruck für die Begriffe Häuslichkeit, Weiblichkeit und Gemüth! - aber dem deutschen Musiker ist dies Eheweib die Muse des Hauses, die ihn vor fremdartigen Einflüssen bewahrt und ihn für seinen Beruf erst recht stärkt und ermuthigt." |
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Der gesamte Artikel (H[einrich] Ehrlich: Der deutsche Musiker als Weltbürger. Die Kunst und der Glaube. Die Frauen und die Musik) ist in der Aufsatzsammlung des Sophie Drinker Instituts einsehbar. |
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