Fundstück des Monats |
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Juni 2009 |
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Aus der Neuen Berliner Musikzeitung 1890, S. 459f.: |
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| Mit Hut ins Konzert? | ||
"Die Singakademie hat, wie das Berliner Tageblatt schreibt, vor Kurzem für die Konzertbesucher eine Art von Kleiderordnung erlassen, welche durchaus unangebracht, anmasslich und lästig ist, Wenn dann und wann eine Dame mit dem Umhange im Saale sass, so hat das Niemandes Schönheitsgefühl verletzt, Niemand in der Aufmerksamkeit gestört und Niemandem den freien Blick gehindert. Letzteres könnte vielleicht einmal ein allzu grosser Hut gethan haben, wenn es darauf ankäme, im Konzertsaale wie im Theater zu sehen. Nun sind aber auch in der Singakademie vier lange erhöhte Sitzreihen, welche die Seitenwände entlang laufen, und hier ist auch der höchste Hut mit hohem Feder- oder Blumenschmucke absolut keinem im Wege. Dennoch soll er auch hier nicht getragen werden, und die Thürsteher weisen jede Dame, auch die zu den Seitenplätzen geht, entschieden zurück, falls sie im Hut eintreten will. Ist die Forderung des Hutabnehmens, von den Ueberziehern ganz zu schweigen, etwa auf Grund des 'freien Tones' geschehen, so irren die Veranstalter der Kleiderordnung so sehr, wenn sie meinen, eine Dame könne nicht im Hute im Konzerte sitzen; gerade die vornehmsten Damen pflegen das zu thun. Soll aber der Hut stören, so ist das zu behaupten Thorheit für die Seitenbänke. Wir erwarten, dass man diese Bevormundung und Belästigung des gebildeten Publikums der Singakademie bald abstellt!" |
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