Fundstück des Monats |
||
März 2008 |
||
| Aus der Neuen Zeitschrift für Musik 1871, Bd. 67 II, Nr. 35, S. 331: | ||
"Hülfsmittelchen für die Kehle. Ein Feuilletonist der 'Schles. Ztg.' erzählt folgende Eigenthümlichkeiten von Sängern: Wachtel ist sehr aufgeregt sowie er im Costüme steckt und die geringste Kleinigkeit kann ihn in Exaltation bringen und zwar so gewaltig, daß er auf der Stelle heiser wird. Gegen diese momentanen Heiserkeiten und Trockenheit der Kehle haben die berühmtesten Sänger bekanntlich die curiosesten Mittel.
|
||
Tichatschek rauchte, Sontheim schnupft, Wachtel trinkt Selterwasser und Milch, Niemann baierisches Bier, Nachbaur ißt trockene Pflaumen, Padilla harte Brodrinden, Carion frisches Obst, Beck Honig in heißem Wasser, die Viardot-Garcia pflegte heißen Thee zu trinken, Frl. v. Orgeni mischte Wasser, Zucker, Citrone und Rum zu einem Gebräu, das wir in zarter Berücksichtigung ihres Geschlechts mit dem harmlosen Namen Punsch bezeichnen wollen, Frl. v. Carina liebte Hoff'schen Malzextract, den sie über Spiritus lauwarm machte, Fr. Köster zerbiß Oblaten, Frau Lucca nimmt einen Schluck 'Echt baierisch', die Trebelli saugt Fruchtsaft und Wasser durch einen Strohhalm und Frau Jenny Lind trank kalten Kaffee." |
||
|
|
|