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Fundstück des Monats

 

Oktober 2008

 
   
Aus der Neuen Zeitschrift für Musik, 1877, Bd. 73 I, Nr. 6, S. 62:
 
   
Pensionärinnen, Gouvernanten und alte Jungfern...  
   
"Neu war Concertm. Hänflein aus Hannover, der einen schweren Gang mit dem Violinconcert [Mendelssohns] wagte. Spielt heute Jemand Mendelssohn's Gmoll-Clavierconcert noch mit zündender Wirkung, so muß man ihm gerechterweise das Zeugnis eines ungewöhnlich begabten Pianisten geben. Dieses Leib- und Magenstück aller Pensionärinnen, Gouvernanten und in die Gattung virgo antiqua hineingewachsenen Pianistinnen ist jetzt so stark abgespielt, daß es einer besonderen Befähigung bedarf, den bereits an Tieferes gewöhnten Geschmack zu befriedigen. Einer Annette Essipoff gelang vor einigen Jahren dieses Kunststück in Berlin.
 
   
Vermag nun aber umgekehrt ein Geiger den sprudelnden Sect des dankbarsten aller Violinconcerte in abgestandenes Selterwasser zu verwandeln, so gewinnt dabei der Zuhörer einen fast untrüglichen Maßstab für die Leistungsfähigkeit des betreffenden Künstlers."
 
   
   
   
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