Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

Albracht, Albrachts, Frederika (Margaretha Lucia)

* 17. Dez. 1833 in Groningen, † 12. Apr. 1891 im Amsterdam, Violoncellistin. Sie war die Tochter eines wohl nicht professionell ausgebildeten Mitglieds eines Militärmusikkorps Franciscus Johannes Albracht (1811–1880), von Beruf Buchhalter. Ihre Mutter war Hillechien geb. Houttuin (1811–1853). Frederika Albracht hatte zumindest vier Geschwister.

Vermutlich begann Frederika Albrachts Ausbildung im Alter von sechs Jahren, erster Lehrer war ihr Vater, selbst kein Violoncellist. Später übernahm ein namentlich nicht genannter Violoncellist den Unterricht. Sie konzertierte u. a. in Amsterdam, Deventer und Nijmegen. Zeitungen attestierten der in dieser Zeit in Amersfoort wohnenden Kindervirtuosin, sie „bespeelt de violoncel met eene verbazende vlugheid; zij draagt zelfs zeer moeijelijke compositiën van Dotzauer en anderen voor“ („sie spielt auf dem Violoncello mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit; sie trägt selbst sehr schwierige Kompositionen von Dotzauer und anderen vor“, zit. nach Bredasche Courant 17. Dez. 1844). Das Fachblatt „Caecilia“ hat hingegen in einer kurzen Biographie „in de positie en hat spel dezer kinderlijke violoncel-speelster groote gebreken hebben waargenommen“ („in der Haltung und in dem Spiel dieser kindlichen Violoncell-Spielerin große Mängel wahrgenommen“, CaeciliaNL 1845, S. 13).

Frederika Albrachts war eine der ersten Violoncellistinnen überhaupt. Sie erscheint nur punktuell und beiläufig von Ende 1844 bis Anfang 1846 in der niederländischen Presse. Explizit stellt sie der Text in der „Caecilia“ in Zusammenhang mit den Schwestern Milanollo, die in ebendieser Zeit in Belgien und den Niederlanden konzertierten. Zur weiteren Biographie der Musikerin ist nur bekannt, dass sie den Bäcker Hendrik Muller (1835–1892) heiratete.

 

LITERATUR

Arnhemsche Courant 19. Dez. 1844

Bredasche Courant 17. Dez. 1844

CaeciliaNL 1845, S. 13; 1846, S. 10

Volker Timmermann, „‚Das Violoncello aber, dieser halbgewachsene Mann...‘. Violoncellistinnen in den 50er und 60er Jahren des 19. Jahrhunderts", in: Musik und Emanzipation. Festschrift für Freia Hoffmann zum 65. Geburtstag, hrsg. von Marion Gerards u. Rebecca Grotjahn, Oldenburg 2010, S. 111–118.

 

VT

 

© 2014/2022 Freia Hoffmann