Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

Kuttner, Küttner, Elise, Élise, verh. Jupin

* um 1809 (Ort unbekannt), Sterbedaten unbekannt (nach 1845), Pianistin. Erstmals wird die 13-jährige „Tochter des hiesigen Klavier- und Singlehrers“ 1822 in einem Korrespondentenbericht der „Allgemeinen musikalischen Zeitung“ aus Straßburg gewürdigt: „Sie spielte auf einem vorzüglichen Wiener-Flügel ein Concert von Dussek mit wahrer Virtuosität; der Ausdruck und die Nettigkeit ihres Spiels erhielt lauten Beyfall; sie berechtigt zu grossen Erwartungen“ (AmZ 1822, Sp. 559). Weitere Konzerte fanden 1824 und 1826 wiederum in Straßburg statt. Zum Spiel der nunmehr 17-Jährigen merkt der Berichterstatter an: „Die junge Pianofortespielerin hat bedeutende Fortschritte gemacht; wenn sie den etwas zu leichten Anschlag abgelegt haben wird, so wird ihr Spiel trefflich zu nennen seyn“ (AmZ 1826, Sp. 689). In der Wintersaison 1826/27 trat sie in Mannheim auf und wurde dort wegen ihres zarten Anschlags“ ausdrücklich gelobt (Iris 1827, S. 124). Am 25. Apr. 1827 konzertierte Elise Kuttner in Hamburg. Im Mai 1827 ist ein Aufenthalt in Bremen belegt, eingeleitet durch einen Auftritt im „Privatconcert im Krameramthause […], zu dem auch Fremde gewöhnlich Eintritt haben“ (AmZ 1827, Sp. 409), und ergänzt durch zwei öffentliche Konzerte am 16. Mai im Konzertsaal der Union und am 19. Mai im Schauspielhaus. „Nach seiner Rückreise aus Deutschland und der Schweiz“, so die „Allgemeine musikalische Zeitung“, „erlag ihr Vater einer Krankheit“ (1829, Sp. 597), und am 12. Jan. 1829 fand in Straßburg ein Konzert statt „zum Besten der Familie des verstorbenen Herrn Kuttner, worin sich Dem. Kuttner in einem Pastoral-Concerte von Ries für Pianoforte, und einem Rondo brillant von Kapellmeister Krebs in Wien (noch Manuscript) mit vielem Beyfalle hören liess“ (ebd.). Nach einer längeren Pause ist am 14. März 1835 wieder ein öffentlicher Auftritt der Pianistin belegt, wiederum in Straßburg und nun als Ehefrau des Geigers und Dirigenten des Straßburger Theater-Orchesters Charles-François Jupin (AmZ 1835, Sp. 301). Die „France musicale" berichtet 1841 über eine von Élise Jupin veranstalteten Soirée musicale unter Beteiligung von „quelques artistes d'élite" (S. 390f.) und ein Konzert am 6. Nov. 1841 in Straßburg (S. 399). Zu diesem Zeitpunkt war die Musikerin in Paris ansässig.

Weitere Information über ihren über ihren Lebensweg fehlen.

Außer den genannten Kompositionen gehörten zu ihrem Repertoire Werke von Hummel, Weber, Czerny, Herz, Wolff, Osborne und Moscheles. .

 

LITERATUR

AmZ 1822, Sp. 559; 1824, Sp. 629; 1826, Sp. 689; 1827, Sp. 409, 589; 1829, Sp. 597; 1835, Sp. 301, 654

Bulletin des salons, des arts, de la littérature et des théâtres 1840, S. 26

Le Charivari 11. Apr. 1838

Le Courrier 2. März 1839

Iris. Unterhaltungsblatt für Freunde des Schönen und Nützlichen 1827, S. 124

Journal des débats politiques et littéraires 9. Apr. 1838

La France musicale 1841, S. 159, 247, 390f., 399

Le Ménestrel 16. Febr. 1840

Musical World 1845, S. 70

Staats und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten 25. Apr. 1827

 

 

FH

 

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