Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

Brandes, Emma (Wilhelmine, Wilhelmina, Franziska, Francisca), geb. Vick, verh. Engelmann

* 18. Jan. 1853 in Neubukow bei Schwerin, † 14. Juni 1940 in Berlin-Spandau, Pianistin. Sie wurde als fünftes von sechs Kindern geboren. Ihr Vater Andreas Johann Franz Vick war Lehrer und Kantor in Neubukow. Vermutlich reiste sie unter dem Geburtsnamen ihrer Mutter Ida Auguste Charlotte Eleonore (geb. Brandes), um Verwechslungen und vielleicht auch Vergleiche mit den TrägerInnen des damals berühmten Namens Wieck auszuschließen. 

Emma Brandes erhielt den ersten Klavierunterricht von ihrem Vater. Da die Familie Vick in sehr einfachen Verhältnissen lebte und die Mittel fehlten, der Tochter eine künstlerische Ausbildung zu finanzieren, bat ihr Vater den Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, Friedrich Franz II., um Unterstützung. Als Emma Brandes daraufhin bei dem in Schwerin wirkenden Kapellmeister, Pianisten und Komponisten Aloys Schmitt (18261906) vorspielte, erkannte dieser ihr Talent, und sie wurde in das Pensionat von Schwerin aufgenommen. Hier erhielt sie von ihm und dem Hofpianisten August Goltermann (18261890) Unterricht.

Durch gemeinsame Konzerte war Aloys Schmidt mit Clara Schumann bekannt. Im August 1869 reiste er gemeinsam mit Emma Brandes nach Baden-Baden, um die berühmte Pianistin zu besuchen. Über ihre erste Begegnung mit Emma Brandes schreibt diese: „Den 29. Morgens kam der Capellmeister Schmitt (aus Schwerin) mit seiner kleinen Schülerin Emma Brandes, ein äußerst talentvolles Mädchen, die technisch schon ganz vortrefflich spielt – sie ist 15 ½ Jahr alt… könnte ich das Kind doch gleich zu mir nehmen“ (zit. nach Litzmann 1909, Bd. 3, S. 231).

Im Juli des folgenden Jahres verbrachte Emma Brandes eine Woche bei Clara Schumann. Welche Qualitäten diese in dem jungen Mädchen sah, wird in ihrem Tagebucheintrag deutlich: „An ihr hatte ich große Freude, und mit jedem Tage war sie mir lieber. Es war aber eine sehr aufregende Zeit für mich, ich lebte meine früheste Jugend in ihr durch und bei der Freude, die ich hatte endlich einmal wirklich ein Talent nach meinem Sinne aufsteigen zu sehen, und vor allem auch eine Interpretin für Roberts Compositionen, befiel mich doch stets der wehmüthige Gedanke, nun brauche ich bald nicht mehr da zu sein  diese wird mich ablösen! […] Mit jedem Stück, das sie mir vorspielte, erstaunte und erfreute sie mich von Neuem. Wenn sie sich ans Clavier setzt, so kommt gleich der heilige Ernst über sie, sie ist ganz dem hingegeben, und dies habe ich bei keiner von all den jungen Mädchen, die so nacheinander aufstiegen und wieder verloschen, gesehen“ (zit. nach Litzmann 1909, Bd. 3, S. 241). Emma Brandes wurde Schülerin Clara Schumanns und ein regelmäßiger Gast in ihrem Hause.

Mit 13 Jahren trat sie in Schwerin erstmals öffentlich auf. Zu ihren ersten Konzerten außerhalb der Heimatstadt (Frankfurt a. M. und Weimar, Nov. 1869) reiste sie gemeinsam mit ihrem Lehrer Aloys Schmitt. In den folgenden vier Jahren ging sie zweimal jährlich auf Konzertreisen: Im Frühjahr 1870 konzertierte Emma Brandes in Braunschweig, Bremen, Leipzig, Frankfurt a. M., Erfurt, Altenburg, Chemnitz und Weimar. Die zweite Konzertreise dieses Jahres führte sie überwiegend in den norddeutschen Raum; sie spielte in Schwerin, Lübeck, Hamburg, Bremen, Oldenburg und Köln. Das neue Jahr eröffnete die Musikerin mit einem Konzert im Leipziger Gewandhaus. Wenige Tage später war sie in Rotterdam zu hören. Es folgten Auftritte in Frankfurt a. M., Mannheim, Kassel, Karlsruhe und Bonn. Im März 1871 reiste sie nach England. Bei einem Monday Popular Concert in London trat sie gemeinsam mit der Sängerin Amalie Joachim und dem Violinisten Joseph Joachim auf. Am 1. Apr. 1871 spielte sie bei einem Saturday Popular Concert gemeinsam mit Clara Schumann Joh. Seb. Bachs Konzert für zwei Klaviere c-Moll. Auch im Mai war Emma Brandes noch in London zu hören. Nach ihrer Rückkehr gab sie Konzerte in Hannover, Schwerin, Köln, Düsseldorf, Bonn, Wien, Pest, Leipzig und Erfurt. Vor ihrer zweiten Reise nach London spielte sie in Bremen und Breslau. Von Apr. bis Juni 1872 trat sie in London auf. Im Aug. hielt sie sich in Kopenhagen auf, ohne jedoch Konzerte zu geben. In diesem Jahr gastierte sie noch in Baden-Baden, Schwerin, Braunschweig, Aachen, Barmen (heute Wuppertal) und Lübeck. Am 2. Jan. 1873 spielte sie mit Aloys Schmitt in Schwerin ebenfalls jenes Konzert für zwei Klaviere Bachs, mit dem sie schon zuvor mit Clara Schumann in London aufgetreten war. In der folgenden Saison konzertierte sie in Frankfurt a. M., Kassel, Heidelberg, Göttingen (wo sie den Violinisten Richard Barth begleitete), Amsterdam, Stettin, Magdeburg, Leipzig, Bremen und Hannover. Im Herbst spielte sie in Düsseldorf, Lübeck und Köln. Vermutlich hatte sie am 10. Febr. 1874 in Düsseldorf ihren letzten öffentlichen Auftritt. Bald darauf heiratete sie und beendete ihre öffentliche Karriere.

In den gut vier Jahren, in denen Emma Brandes öffentlich spielte, erarbeitete sie sich ein umfangreiches Repertoire mit Werken von Joh. Seb. Bach, Beethoven, Chopin, Stephen Heller, Ferdinand Hiller, Mendelssohn, Domenico Scarlatti, Bernhard Scholz, Schubert, Schumann und Weber. Der „Neuen Zeitschrift für Musik“ zufolge war jedoch „Chopin ihre Spezialität“ (1873, S. 132). Das Werk, mit dem Emma Brandes am häufigsten auftrat, war Webers Rondo Perpetuum mobile (4. Satz aus der Sonate Nr. 1 C-Dur op. 24). Dieses Werk stand über 30 Mal auf ihrem Konzertprogramm. Ebenfalls sehr häufig spielte sie das Klavierkonzert Nr. 1 g-Moll op. 25 von Mendelssohn, das Nocturne Des-Dur op. 27 von Chopin sowie die Arabeske op. 18 und das Klavierkonzert a-Moll op. 54 von Schumann.

Nachdem sie sich aus dem öffentlichen Konzertleben zurückgezogen hatte, befasste sie sich mit Werken von Brahms. Begünstigt durch eine Freundschaft zu ihm erhielt sie regelmäßig dessen neueste Kompositionen und war darum bemüht, auch andere Personen mit dieser Musik bekannt zu machen.

Emma Brandes‘ erstes öffentliches Konzert wurde mit „enthusiastischem Beifall“ (Putlitz 1875, S. 444) aufgenommen, ihre Leistungen wurden vielerorts gelobt. Man schrieb, sie sei ein „prädestinirtes hervorragendes Talent“ (NZfM 1870, S. 37) und überrasche oft mit ihrer „Fingerfertigkeit“ (Signale 1870, S. 853) sowie der„Sicherheit im Vortrag“ (ebd.). In ihren ersten beiden Konzertjahren wurde jedoch wiederholt darauf hingewiesen, dass ihr Spiel gerade in großen Räumen „zu matt“ (Bock 1870, S. 366) sei, ihr noch die nötige Fingerkraft und auch ein „tieferes Verständnis“ (Bock 1871, S. 14) für die Werke fehle. Diese Defizite wurden aber sogleich mit dem Hinweis ausgeglichen, dass aufgrund ihrer Jugend keine „physische Kraftleistung“ (Bock 1871, S. 5) zu erwarten sei und „von einem halben Kinde noch [keine] volle Entfaltung tieferen Seelenlebens“ (NZfM 1870, S. 37) verlangt werden könne.

Sie beeindruckte in ihren Konzerten immer wieder durch die „unbefangene, gesunde Reinheit ihrer Persönlichkeit“ (Signale 1870, S. 921). So schreiben die „Signale für die musikalische Welt“: „Was an letzter Kraft und den Spitzen des Ausdrucks vielleicht fehlen mochte, wurde völlig aufgewogen durch den Reiz der natürlichen Anmuth ihres Spieles“ (Signale 1870, S. 919).

Durch ihre Londonreise scheint Emma Brandes Fortschritte gemacht zu haben. Schrieb man im Jan. 1871 noch zurückhaltend, sie sei „in geistiger Beziehung freier und stylvoller geworden“ (Bock 1871, S. 29f) und befinde sich „jetzt in jenem Uebergangsstadium von jugendlich naiver Unbefangenheit zu bewußterer Auffassung“ (NZfM 1871, S. 32), so hielt man sie im Herbst desselben Jahres schon für „eine der vortrefflichsten Pianistinnen der Neuzeit“ (Signale 1871, S. 747). Über ihre Vortragsweise notiert die „Allgemeine musikalische Zeitung“: „nichts Aufgeregtes, Nervöses, sie giebt sich ganz ihrem vorzutragenden Werke und ihrem Instrumente hin, und die sie umgebende Welt kümmert und stört sie nicht  eine Tugend, die sie vor fast allen Künstlerinnen voraus hat“ (AmZ 1871, Sp. 748). Kritisiert wurde indes ihre Programmwahl. So schreibt die Zeitschrift „Signale“ nach einem Konzert in Hamburg, die von ihr gespielten Werke (u. a. Mendelssohns Klavierkonzert g-Moll, Webers Perpetuum Mobile) seien „zu bekannt und zum Überdruss gehört, als dass man […] den Zuhörern einen großen Gefallen damit erweisen würde“ (Signale 1870, S. 853).

In den folgenden zwei Jahren schien sie sich auf dem Höhepunkt ihrer künstlerischen Leistungen zu befinden, kritische Stimmen wurden kaum noch laut. Sie „feierte wahrhafte […] Triumphe“ (Bock 1872, S. 53), beweise Ernsthaftigkeit, klares Verständnis und eine bemerkenswerte Technik. Die „Neue Zeitschrift für Musik“ fasst die Fähigkeiten der 20-Jährigen so zusammen: „Kerniger Anschlag, Intelligenz in der Phrasirung, Eigenart der Auffassung [und eine] erstaunlich ausgebildete Technik geben ihr das Diplom zum Eintritt in den Verein der hervorragendsten Pianisten der Gegenwart“ (NZfM 1873, S. 132).

Emma Brandes heiratete am 31. März 1874 Theodor Wilhelm Engelmann (18431909), einen rund zehn Jahre älteren Witwer und Amateur-Cellisten, mit dem sie sich im Dez. 1873 verlobt hatte. Ihm folgte sie nach Utrecht, wo Wilhelm Engelmann einen Lehrstuhl für Physiologie bekleidete. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Elisabeth Ida Sophia (18751901), Anna Louisa (18761924), Wilhelm (18781955) und Hans Robert (18851946). Emma Engelmann widmete sich in den folgenden Jahren vor allem der Familie. Obwohl die Künstlerin mit der Eheschließung ihre öffentliche Karriere beendete, setzte sie im Privaten ihre musikalischen Aktivitäten fort. Bereits wenige Monate nach ihrer Heirat schreibt ihr Mann an Clara Schumann, um sie zu einem Konzert einzuladen, und berichtet zugleich über Emma Engelmann, sie sei „frischer als je, und sucht über der Hausfrau die Künstlerin nicht zu vergessen“ (zit. nach Litzmann 1909, S. 315).

Durch das ansehnliche Einkommen ihres Ehemannes war es Emma Engelmann möglich, einen aufwändigen Haushalt zu führen, in dem ein großer Kreis von Musikerinnen und Musikern verkehrte. Dies eröffnete auch ihrem Mann, der selbst ein guter Cellist war, neue Wege zur Musik und den Musikschaffenden der Zeit. Theodor Wilhelm Engelmann wurde bald zu einer Säule des niederländischen Musiklebens, mit Sitz und Stimme in der Generalversammlung der niederländischen Konzertdirektionen.

Clara Schumann und auch Johannes Brahms gehörten zum Kreis der engsten Freunde der Engelmanns. Sie kamen zu Konzerten und Besuchen in die Niederlande, man traf sich in Urlauben und zu zahlreichen musikalischen Anlässen. Brahms widmete Theodor Wilhelm Engelmann sein Streichquartett Nr. 3 op. 67 B-Dur und stand bis zu seinem Tode in engem Briefkontakt mit dem Ehepaar.

Nach einem Besuch bei Clara Schumann im Aug. 1893 schreibt diese an Brahms: „Engelmanns kamen gestern für den Nachmittag zu uns  das war eine Freude für mich. Das sind so glückliche Menschen  das tut einem so wohl. Und welche Liebe und Begeisterung haben sie für die Kunst!  Emma bleibt immer jung, lacht aber nicht mehr so viel, und so lacht man gern mit ihr, wenn sie lacht“ (zit. nach Litzmann 1927, Bd. 2, S. 524).

Solange Engelmanns in Utrecht lebten, organisierten sie regelmäßig Konzerte in ihrem Haus „Lucasbolwerk“, welche von bis zu 200 Personen am Abend besucht wurden. Dieser Ort wurde zunehmend zu einem Mittelpunkt des kammermusikalischen Lebens in Holland. Zeitgenössische KomponistInnen, MusikerInnen und KünstlerInnen wie Clara Schumann, Anton Rubinstein, Elisabeth und Heinrich von Herzogenberg, Hans von Bülow, Nina und Edvard Grieg, Joseph Joachim und Johannes Brahms nahmen an diesen Treffen teil. Ab 1891 fanden dort auch Wohltätigkeitskonzerte statt, bei denen u. a. Clara Schumann und Joseph Joachim spielten. Im eigenen Haus, aber auch in anderen privaten Kreisen bot sich Emma Engelmann häufig die Gelegenheit, ihr hohes künstlerisches Niveau unter Beweis zu stellen. So spielte sie beispielsweise im Herbst 1892 in Rüdesheim bei Laura von Beckerath Solostücke und begleitete Richard Barth bei drei Violinsonaten. 1883 war sie bei einem Privatkonzert in Wiesbaden Klavierpartnerin von Brahms, ihr Ehemann nahm als Cellist an diesem Konzert teil. Im Jahr 1885 kam es zu einer Reihe schwerer Erkrankungen in der Familie Engelmann. Theodor Wilhelm war wegen seines gesundheitlichen Zustandes für ein Jahr von wissenschaftlicher Arbeit befreit. Daher verbrachte die Familie einige Monate in Emma Engelmanns Geburtsort Neubukow. Diese Erholungszeit wurde jedoch durch Typhuserkrankungen von Emma und Elisabeth Engelmann getrübt. Für Emma Engelmann bedeutete die Schwangerschaft und Geburt ihres Sohnes Hans Robert eine weitere Belastung. Die Familie kehrte erst im Frühjahr 1886 nach Utrecht zurück.

Fühlte sich die Familie die ersten 15 Jahre in Utrecht sehr wohl, so sehnte sie sich, besonders nach dem Tod des engen Freundes, des Physiologen Franciscus Cornelis Donders, zunehmend nach einem Leben in Deutschland zurück. Im Frühjahr 1897 erhielt Theodor Wilhelm Engelmann einen Ruf an die medizinische Fakultät der Berliner Friedrich-Wilhelm-Universität und nahm mit Beginn des Wintersemesters 1897/98 seine „Tätigkeit als Ordinarius für Physiologie“ (Kingreen 1972, S. 63) auf. Daher übersiedelte die Familie im Okt. 1897 von Utrecht nach Berlin und zog in das Universitätsgebäude am Institut für Physiologie. Auch in dieser neuen Wohnung standen der Familie große Räumlichkeiten zur Verfügung; „zwei Bechstein-Konzertflügel wirkten geradezu verloren in dem weitläufigen Musikzimmer“ (Rubinstein 1976, S. 50).

Durch Joseph Joachim lernte auch der junge Arthur Rubinstein die Familie Engelmann kennen. Zwischen ihm und dem fast gleichaltrigen Hans Robert Engelmann entwickelte sich eine Freundschaft, sodass sich Rubinstein bald als ein Teil der Familie erlebte. Er berichtet in seinen Erinnerungen: „Bei Engelmanns also fühlte ich mich besonders wohl, als Mensch wie als Musiker. Mit Vergnügen entsinne ich mich der traulichen Mahlzeiten an ihrem Tisch, […] des vortrefflichen Holländer Käses, des starken Kaffees, aber auch der geistvollen Gespräche, so wohltuend unterschieden von dem Klatsch, der anderswo an der Tagesordnung war“ (Rubinstein 1976, S. 50).

Er beschreibt Emma Engelmann als eine sehr lebendige und ihn prägende Persönlichkeit: „Diese kleine rundliche Dame in den Fünfzigern wirkte immer so, als werde sie augenblicks von ihren altmodischen Korsetts erdrückt. In ihrem vollen Gesicht standen lebhafte, scharf blickende Augen, und in unstillbarer Emsigkeit ging sie nie, wenn sie stattdessen laufen konnte. Doch was war sie für eine großartige Pianistin! Sie spielte ganz schlicht, aber außerordentlich ausdrucksvoll; keine Spur der gewaltigen Kraft einer Carreño, keine Spur der ‚Gefühligkeit vieler Pianistinnen. Wir spielten einander häufig Brahms und Schumann vor und da sie persönliche Verbindungen zu beiden hatte, konnte sie mir manches mitteilen, das sonst kaum jemand wußte“ (Rubinstein 1976, S. 59).

Aus gesundheitlichen Gründen musste Theodor Wilhelm Engelmann 1908 seine Lehrtätigkeit in Berlin einstellen. Am 20. Mai 1909 erlag er einer Lungenentzündung. Danach zog die Witwe mit ihrem Sohn Hans Robert in eine Wohnung am Berliner Kurfürstendamm, später lebte sie mit ihm und seiner Familie in einem gemeinsamen Haushalt. Finanziell war sie weiterhin gut ausgestattet. Ihr Mann hatte nicht nur über ein Professoren-Gehalt verfügt, sondern 1907 einen Teil des von seinem Großvater gegründeten Wilhelm-Engelmann-Verlages geerbt. In Berlin blieb sie bis zu ihrem Tode. Sie wurde auf dem Friedhof der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Gemeinde (heute Fürstenbrunner Weg 6979, Berlin) beerdigt.

In der Staatsbibliothek Berlin, Preußischer Kulturbesitz, sind mehrere Briefe von Emma Brandes erhalten. In der Handschriftenabteilung dieser Bibliothek liegt der Nachlass ihres Mannes Theodor Wilhelm Engelmann. Ferner befinden sich im Robert-Schumann-Haus Zwickau mehrere Briefe von und an Emma Brandes, verh. Engelmann, sowie Programmzettel ihrer gemeinsamen Auftritte mit Clara Schumann.

 

LITERATUR

AmZ 1869, S. 391; 1870, S. 375; 1871, Sp. 123, 203, 748, 796f.; 1872, Sp. 564, 741f.; 1873, Sp. 45, 61, 219, 349, 429, 816f.; 1874, Sp. 28

Bock 1869, S. 430; 1870, S. 15, 24, 47, 55, 62, 63, 71, 78, 79, 335, 351, 366374, 380; 1871 S. 51429f., 30, 38, 46, 159, 262, 366, 374, 375, 396, 406, 411; 1872, S. 53, 61; 1873, S. 37f., 87, 95, 359, 400, 407; 1874, S. 37, 262

The Era 14. Apr., 26. Mai, 9. Juni 1872

Glasgow Herald 3. Mai 1872

NZfM 1870, S. 37; 1870, S. 182, 455; 1871, S. 32, 38, 59, 66, 438f; 1872, S. 7, 394; 1873, S. 91, 132, 490, 491; 1874 I, S. 19

Signale 1869, S. 988, 1099; 1870, S. 51, 163, 173, 806853919921; 1871, S. 35f., 90, 155, 278, 342, 427, 747, 773, 779; 1872, S. 6, 8, 181, 439, 483, 811, 872; 1873, S. 30, 77, 93, 140, 171, 188, 243, 245, 314, 887; 1874, S. 13, 197

Times (Manchester) 17. Dez. 1870

Gustav zu Putlitz, Ausgewählte Werke, 6 Bde., Bd. 5, Berlin 1875.

Andreas Moser, Joseph Joachim. Ein Lebensbild, Berlin 1898.

William Lines Hubbard (Hrsg.), The American History and Encyclopedia of Music: Musical Biographies, 12 Bde., Bd. 1, London 1908.

Berthold Litzmann, Clara Schumann – ein KünstlerlebenNach Tagebüchern und Briefen, 3 Bde., Bd. 3: Clara Schumann und ihre Freunde 1856-1896, Leipzig 1909.

Johannes Brahms im Briefwechsel mit Th. Wilhelm EngelmannMit einer Einleitung von Julius Röntgen und zwei Bildnissen, Leipzig [u. a.] 1918.

Clara Schumann – Johannes Brahms. Briefe aus den Jahren 1853-1896, 2 Bde., Bd. 2, hrsg. von Berthold Litzmann, Leipzig 1927.

Konrad Huschke, Frauen um Brahms, Karlsruhe 1936.

Helmut Kingreen, Theodor Wilhelm Engelmann (1843-1909). Ein bedeutender deutscher Physiologe an der Schwelle zum 20. Jahrhundert (= Münstersche Beiträge zur Geschichte und Theorie der Medizin 6), Münster 1972.

Max Kalbeck, Johannes Brahms, 4 Bde., Bd. 3, 1. Halbbd., Berlin 1910, Repr. Tutzing 1976.

Arthur Rubinstein, Erinnerungen. Die frühen Jahre, Frankfurt a. M. 1976.

Briefe und Notizen Robert und Clara Schumanns, hrsg. von Siegfried Kross, Bonn 1978.

Kurt Hofmann, Johannes Brahms in den Erinnerungen von Richard Barth. Barths Wirken in Hamburg, Hamburg 1979.

Brigitte Höft, Clara Schumann in Baden-Baden, in: Clara und Robert Schumann in Baden-Baden und Carlsruhe, hrsg. von Ute Reimann und Joachim Draheim, Baden-Baden 1994, S. 1761.

Ingrid Fuchs, Internationaler Brahms-Kongress Gmunden 1997 (= Veröffentlichungen des Archivs der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien 1), Wien 2001.

Marlou Schrover, „No More Than a Keg of Beer. The Coherence of German Immigrant Communities, in: Paths of integration: migrants in Western Europe (1880-2004), hrsg. von Leo Lucassen u. a., Amsterdam 2006, S. 222238.

Gerhard Drews, Mikrobiologie. Die Entdeckung der unsichtbaren Welt, Berlin [u. a.] 2010.

Silke Wenzel, „Emma Brandes“, in: MUGI. Musik und Gender im Internet,  http://mugi.hfmt-hamburg.de/A_lexartikel/lexartikel.php?id=bran1854, Zugriff 10. Sept. 2010.

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Bildnachweis

Emma Brandes, 1854, gestochen von August Weger, Sammlung Manskopf der Universitätsbibliothek Frankfurt a. M., http://edocs.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2003/7900539/, Zugriff am 11. Mai 2011.

Emma Brandes, 1854, photographiert von Joseph Bamberger, Sammlung Manskopf der Universitätsbibliothek Frankfurt a. M.,http://edocs.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2003/7800197/, Zugriff am 11. Mai 2011.

 

Katharina Stielow

 

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