Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

Bürde, Jeanette Antonie, geb. Milder

* 11. Nov. 1799 in Hüttleindorf bei Wien, † vermutlich in Berlin, Pianistin, Sängerin und Komponistin. Sie war die jüngere Schwester der berühmten Sängerin Anna-Pauline Milder-Hauptmann (1785–1838). Jeanette Antonie wurde in Wien erzogen und erhielt vom siebten Lebensjahr an Unterricht im Klavierspiel (den später Leonhard Mälzel [1772–1838] übernahm) und außerdem in Gesang (bei Giuseppe Tomaselli [1758–1836] und Giovanni Liverati [1772–1846]).

Als ihre Schwester 1816 als Sängerin an der Berliner Hofoper engagiert wurde, folgte sie dieser nach Berlin und trat hier als Pianistin (1816) und Sängerin (1821) auf. Sie schloss sich der Berliner Singakademie an und profitierte von den vielfältigen sich daraus ergebenden Möglichkeiten und Kontakten. So nahm sie ab 1823 Unterricht in Generalbass und Harmonielehre bei Carl Friedrich Rungenhagen (1778–1851), einem Schüler Zelters, und veröffentlichte in der Folge mehrere Hefte mit Liedern.

Später heiratete sie den Berliner Maler Bürde. Nach dessen Tod wirkte sie, so Mendel, „bis in ihr Greisenalter hinein still und anspruchslos als gediegene Lehrerin des Gesangs und des Klavierspiels in Berlin“.

 

LITERATUR

Ledebur, Mendel, Paul, Cohen, MGG 2000 (Artikel A.-P. Milder-Hauptmann)

Barbara Garvey Jackson, „Say can you deny me“: A guide to surviving music by women from the 16th through the 18th centuries, Fayetteville 1994.

Claudia Schweitzer, „… ist übrigens als Lehrerinn höchst empfehlungswürdig“. Kulturgeschichte der Clavierlehrerin (= Schriftenreihe des Sophie Drinker Instituts 6), Oldenburg 2008.

 

CS

 

© 2009 Freia Hoffmann