Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

Schulz, Schultz, Wilhelmine, verh. Dötsch, verh. von Wrochem

* 17. Dez. 1798 in Berlin, † 18. Nov. 1839 in Berlin, Flötistin und Sängerin. Sie war die Tochter des Berliner Flötisten und Kammermusikers im Opernorchester A. Schulz und Schwester des Flötisten und Komponisten Carl Schulz (ca. 1796–1816). Von ihrem Vater erhielt sie Flötenunterricht und machte „in früher Jugend als Flötenvirtuosin viel Aufsehen“ (Blum, S. 233). In Berlin konzertierte sie 1817 erstmals öffentlich zusammen mit der Violinistin Friederike Klinsing und spielte ein Flötenkonzert von Benoit Tranquille Berbiguier „mit viel Fertigkeit und gutem Ton“ (AmZ 1817, Sp. 348). Ledebur zufolge ging sie danach mit Friederike Klinsing auf Konzertreise. Nach ihrer Rückkehr war sie zunächst als Chorsängerin und ab 1820 als Solosängerin und Schauspielerin bei der Königlichen Oper angestellt. 1821 heiratete sie den Chor-Inspizienten Dötsch, der ein Jahr später starb, und ging 1830 mit dem Justizrat von Wrochem eine zweite Ehe ein.

 

LITERATUR

AmZ 1817, Sp. 348; 1818, Sp. 298f.

Ledebur

Robert Blum [u. a.] (Hrsg.), Allgemeines Theater-Lexikon oder Encyklopädie alles Wissenswerthen für Bühnenkünstler, Dilettanten und Theaterfreunde, 7 Bde., Bd. 7, Leipzig 1842.

 

Bildnachweis

Heinz Ludwig, Divas, Götter, Heldenmenschen. Porträtalbum des königlichen Schauspiels und der königlichen Oper zu Berlin (1796–1851), Dortmund 1982, S. 73

 

AH

 

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