Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

Pontade Ponta, da Ponta, Therese (Emilie Josepha), eigentlich Gräfin Basselet von La Rosée

* 12. Juli 1838 (Ort unbekannt), † 26. Sept. 1918 in München, Zitherspielerin und Sängerin. Therese Ponta entstammte der gräflichen Familie Basselet von La Rosée und trat nach anfänglichen Erfolgen als Opernsängerin zwischen 1857 und 1862 als Zitherspielerin auf, bevor sie wieder zur Bühne zurückkehrte. Die gemeinsamen Auftritte mit ihren Schwestern (Elisabeth, Pianistin, 1832–1916, und Jenny, Pianistin und Sängerin, Lebensdaten unbekannt) erregten der gräflichen Herkunft wegen besondere Neugier, so dass in der Presse selten versäumt wurde, sie neben ihren bürgerlichen Künstlernamen auch als die „gräflichen Geschwister“ (Bock 1857, S. 142), die „Comtessen de Ponta“ (Bock 1862, S. 31) oder die „Gräfinnen La Rosée“ (Bock 1857, S. 150) zu bezeichnen. Ausgangspunkt der mehrjährigen Reisen war Wien, wo die Schwestern mehrere Konzerte spielten und auch eine Einladung zum Hofkonzert erfolgte. Therese Pontas Zitherspiel wird bei den dortigen Auftritten als „frisch, pikant, warm und anmuthend“ (Humorist 1857, S. 445) und „überaus einnehmend“ (ebd., S. 427) beschrieben. In Pest, der zweiten Station, bewirkte Therese Ponta „durch ihr meisterliches inniges und seelenvolles Spiel auf der Zither einen wahren Beifallssturm“ (Bock 1857, S. 198 ) und „ungarischen Enthusiasmus“ (NZfM 1857 I, S. 279 ). Die Reise führte die Schwestern weiter nach Graz, Pressburg, Odessa und Cherson in der Ukraine. Der vermutlich letzte Auftritt von Teresa Ponta als Zitherspielerin fand zusammen mit einer ihrer Schwestern 1862 in Paris statt.

 

LITERATUR

Bock 1856, S. 332, 373; 1857, S. 134, 142, 150, 157, 198, 342, 360; 1862, S. 31

Deutscher Bühnen-Almanach 1858, S. 102, 316, 323

Humorist 1857, S. 427, 445

Le Ménestrel 1868, S. 23

Münchener Punsch 1857, S. 46f., 135

NZfM 1857 I, S. 279; 1857 II, S. 271

Neue Wiener Musik-Zeitung 1857, S. 67

Rheinische Musik-Zeitung 1856, S. 216

Signale 1866, S. 903; 1868, S. 345, 1100

Süddeutsche Musikzeitung 1856, S. 151

 

JW

 

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