Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

Wartel, (Atale-)Thérèse(-Annette), geb. Adrien

* 2. Juli 1814 in Paris, † 6. Nov. 1865 in Paris, Pianistin, Klavierlehrerin, Komponistin und Musikkritikerin. Am Konservatorium ausgebildet von Louis Adam (1758−1848) und Pierre-Joseph Zimmermann (1785−1853), schloss sie ihr Studium 1830 ab und war dort 1829 bis 1838 Lehrerin für Solfège und Klavierbegleiterin. 1833 heiratete sie den Tenor Pierre-François Wartel (1806−1882); 1834 brachte sie ihren Sohn Louis-Émile Wartel († nach 1865) zur Welt, der später als Sänger und Gesangslehrer namhaft werden sollte.

Erste öffentliche Auftritte sind in der Presse von 1836 bis 1841 in Paris, Sablonville (heute Stadtteil von Neuilly) und Lüttich belegt, wobei sie bereits mit so renommierten Violinisten wie Delphin Alard und Joseph Joachim konzertierte und auch eigene Kompositionen aufführte. Besondere Resonanz in der deutschen und französischen Fachpresse fand eine Konzertreise, die sie zusammen mit ihrem Mann 1842/43 nach Wien, Prag und Berlin führte. Im Vordergrund des Interesses stand dabei Pierre-François Wartel, über den Alfred Julius Becher seinem Wiener Lesepublikum mitteilte, er habe sich „in Paris als Beethoven- und Schubert-Sänger einen bedeutenden Namen gemacht; dieß hinderte aber nicht, hier in Wien gegen einen französischen Vortrag so echtdeutscher Gesänge etwas mißtrauisch zu sein“ (AWM 1842, S. 550). Im Folgenden nahm der prominente Kritiker jedoch „keinen Anstand zu erklären, daß es wenige deutsche Sänger gibt, die an Innigkeit des Gefühls und ungeschminkter Auffassung Herrn Wartel gleichstehen oder ihn gar übertreffen“ (ebd.). Von Thérèse Wartel, die nicht als Begleiterin fungierte, sondern ein solistisches Programm beisteuerte, heißt es, sie sei „eine Clavierspielerin, die eine sehr ansehnliche Fertigkeit besitzt und im leichten graziösen Vortrage auf einer nicht gewöhnlichen Stufe steht; es fehlt ihrem Spiel nur dann und wann etwas männliche Kraft, um ihren Leistungen einen wirklich bedeutenden Werth zu verleihen. Alle Stellen, wo dieses Plus, ihrer Natur nach, nicht vermißt wird, gelingen ihr durchaus, und sie erwarb sich bei ihrem neulichen ersten Auftreten die ungetheilte beifällige Anerkennung des Publicums“ (ebd.). Die fehlende „männliche Kraft“, ein Topos der Musikkritik im 19. Jahrhundert, wurde im weiteren Verlauf der Reise etwa auch von der „Allgemeinen musikalischen Zeitung“ angedeutet (AmZ 1843, Sp. 439f.), hingegen fand die Tatsache, dass ihr Programm „fast nur aus deutschen Compositionen bestand“ (ebd.), wohlwollende Anerkennung.

 

Thérèse Wartel, Zeichnung von Wilhelm Hensel 1843.

 

Die Reise war reich an Kontakten und Anregungen. Der Wiener Verleger Carl Haslinger hatte ihr das Autograph von Beethovens Violinsonate op. 30 Nr. 3 zum Geschenk gemacht, das sich heute im British Museum in London befindet; in Berlin hatte sie die Gastfreundschaft des Ehepaares Hensel genossen, Wilhelm Hensel hatte sie gezeichnet, und Fanny Hensel  hatte ihr das Lied Wer dich gesehn gewidmet. Entsprechend enthusiastisch wurde die Künstlerin nach ihrer Rückkehr von der Pariser Presse empfangen: „Mme Wartel […] vient de parcourir l’Allemagne, pays des bons pianistes et de la bonne musique, où notre charmante compatriote a été lithographiée, applaudie avec enthusiasme“ („Mad. Wartel hat kürzlich Deutschland bereist, das Land der guten PianistInnen und der guten Musik, wo unsere charmante Landsmännin lithographiert und begeistert gefeiert wurde“, Henri Blanchard in der RGM 1844, S. 117). Fortan galt sie als legitimiert, „nourrie de grave et sévère musique […] à interpréter, dans l’esprit de ces grands maîtres, les œuvres de Sébastien Bach, de Mozart, de Beethoven et de Weber“ („genährt von ernster und strenger Musik, im Geiste dieser großen Meister die Werke von Joh. Seb. Bach, Mozart, Beethoven und Weber zu vermitteln“, ders. in RGM 1844, S. 375). Ende des Jahres präsentierte sie mit dem Violoncellisten Bernhard Cossmann ein Werk von Mendelssohn (wahrscheinlich die zweite Violoncello-Sonate), „morceau de science aride, beaucoup trop travaillé, et qui s’adressait avant tout aux contra-puntistes qui ne sont pas assez nombreux en France pour former un public“ („ein Stück von trockener Gelehrsamkeit, sehr gequält, das sich vor allem an Liebhaber des Kontrapunkts wandte, die in Frankreich nicht zahlreich genug sind, um ein Publikum zu bilden“, RGM 1844, S. 435). Die hoch angesehene Société des concerts du Conservatoire würdigte ihren Einsatz für die „musique sérieuse“ mit einer Einladung, der sie am 26. Jan. 1845 mit der Aufführung von fragments du concerto en ut majeur [KV 467], de Mozart“ nachkam (Elwart, S. 222).

Wenige Wochen später schrieb die Zeitschrift „Le Ménestrel“, wohl ausgelöst durch die Ankunft von Marie Pleyel in Paris: „Constatons que l’année 1845 marquera une nouvelle ère. − C’est l’avènement de la loi salique dans l’art du piano! − déjà un bataillon formidable menace la toute-puissance de la barbe: Mme Pleyel en tête, puis la pianiste de la reine des français, Mme Catherine de Dietz, Mlles Mattman, Bohrer, Farrenc, Masson [Louise Massart], Joséphine Martin, Loveday, Wartel, etc., pléïade ravissante qui l’emportera sans peine sur un sexe qui en général n’a rien de ravissant“ („Halten wir fest, dass das Jahr 1845 eine neue Ära markieren wird. − Es ist der Widerruf der Lex Salica [Ausschluss der Frauen von der Thronfolge] in der Kunst des Klavierspiels! Ein gewaltiges Heer bedroht bereits die Allmacht der Bärte. Mad. Pleyel allen voran, dann die Pianistin der französischen Königin, Mad. Cathinka Dietz, die Damen Mattmann, Bohrer, Farrenc, Masson, Joséphine Martin, Loveday, Wartel usw., ein entzückendes Siebengestirn, das [den Sieg] mühelos davontragen wird über ein Geschlecht, das im allgemeinen nichts Entzückendes hat“, Le Ménestrel, 30. März 1845). Wenngleich in ironischer Abwertung, ist dieser Text immerhin ein Indiz für die bedeutsame Rolle, die Thérèse Wartels Karriere für die professionelle Etablierung von Pianistinnen spielte.

In den folgenden Jahren intensivierte die Pianistin ihr Engagement in der Kammermusik, vor allem mit Musikern im Umkreis des Konservatoriums. Im Herbst 1847 wurde in zahlreichen französischen und deutschen Blättern eine Reihe von Konzerten angekündigt, „qui seront pour la musique de chambre ce que ceux de la célèbre Société, qui siége [sic] au Conservatoire, sont pour les chefs dœuvre symphoniques („die für die Kammermusik das sein werden, was diejenigen der berühmten Gesellschaft der Konservatoriums-Konzerte für die symphonischen Meisterwerke sind“, RGM 1847, S. 383). Trägerin war die Société de musique classique, an deren Gründung Thérèse Wartel federführend beteiligt war. Beginnend mit dem 28. Nov. 1847 und im Wechsel mit den Terminen der Société des concerts du Conservatoire fanden bis zum Jahr 1849 vierzehntäglich zunächst in der Salle Herz, anschließend in der Salle Sax regelmäßig Matineen statt. Mitglieder waren François Delsarte (Gesang), Théophile Tilmant und Auguste Guerreau (Violine), Casimir Ney (Viola), Alexandre Tilmant (Violoncello), Achille Gouffé (Kontrabass), Louis Dorus (Flöte), Stanislas Verroust (Oboe), Hyacinthe Klosé (Klarinette), Joseph Rousselot (Horn) und Charles Verroust (Fagott). Zur Aufführung kamen Kammermusikwerke bis zur Nonett-Besetzung, teils als Uraufführungen oder Pariser Erstaufführungen. Der Schwerpunkt lag auf Werken Beethovens und Mozarts sowie weiterer deutscher und französischer Komponisten. Die führende Rolle, die Thérèse Wartel in diesem Ensemble spielte, begründete ihren Ruf als eine der wichtigsten Beethoven-InterpretInnen der französischen Hauptstadt. Man lobte „cette pureté de style, ce respect du maître, ce son limpide, ce toucher fin, qui caractérise le jeu de cette habile virtuose“ („die Stilsicherheit, die Werktreue, die klare Tongebung, den feinen Anschlag, die das Spiel dieser fähigen Musikerin kennzeichnen“, Le Ménestrel, 18. Febr. 1849). Die „Allgemeine musikalische Zeitung“ befand im Rückblick auf den ersten Konzertzyklus: „Die interessanteste Komposition, die wir diesmal zu hören bekamen, war das Conzert von Bach“ (Clavierkonzert d-Moll BWV 1052; AmZ 1848, Sp. 274).

Die Februarrevolution 1848 brachte ähnliche kammermusikalische Initiativen, z. B. von Charles Hallé und den Brüdern Dancla, zum Erliegen und beraubte viele Musiker ihrer Existenz, nur die Société de musique classique, so die „Neue Zeitschrift für Musik“, „entging dem allgemeinen Schicksal“ (NZfM 1850 I, S. 165) und konnte sich bis 1849 behaupten. Die letzte Séance im März 1849 war wiederum Anlass, mit Thérèse Wartel eine Pianistin zu würdigen, deren Spiel „réunit au plus haut degré les belles traditions de l’école allemande“ („im höchsten Maße die guten Traditionen der deutschen Schule in sich vereinigt“, Le Ménestrel 1. Apr. 1849, S. [11]).

Ihren Einsatz für Kammermusik setzte die Künstlerin auch nach der Auflösung der Société fort, musizierte Anfang 1850 in der Salle Erard mit Joseph Joachim und Bernhard Cossmann u. a. das Klaviertrio d-Moll op. 49 von Mendelssohn und erwies sich offenbar als gleichwertige Partnerin der berühmten Kollegen: „Nous ne connaissons aucun pianiste, homme ou femme, susceptible de jouer ce trio et en général la musique d’ensemble, avec le fini, le style, l’accent et l’élévation qu’y apporte Mme Wartel“ („Wir kennen keinen Pianisten, männlich oder weiblich, der im Stande wäre, dieses Trio und überhaupt Kammermusik mit der Vollendung, Stilsicherheit, der Tongebung und dem Schwung zu spielen, die Mme. Wartel hineinlegt“, Le Ménestrel, 24. Febr. 1850).

Nach zwei Londoner Konzerten (Sommer 1850, u. a. mit Henriette Sontag) bereiste sie im folgenden Jahr wiederum den deutschsprachigen Raum und gastierte zunächst in Berlin. Das französische Publikum wurde in der „Revue et Gazette musicale” durch einen Korrespondentenbericht von Ludwig Rellstab auf dem Laufenden gehalten: „Mme Wartel joue les œuvres de tous les maîtres de toutes les époques; elle nous fait entendre Palestrina, Bach, Marie de Weber et Mendelssohn. J’avoue que j’ai écouté avec une attention plus vive et plus soutenue lorsqu’elle faisait alliance avec ces maîtres puissants, que lorsqu’elle s’appuyait uniquement sur son étonnante prestidigitation. Mme Wartel a eu le succès d’estime le plus complet et le plus brillant“ („Mad. Wartel spielt die Werke aller Meister und aller Epochen; sie lässt uns Palestrina, Bach, Carl Maria von Weber und Mendelssohn hören. Ich gestehe, dass meine Aufmerksamkeit wacher und gespannter war, wenn sie sich mit diesen großen Meistern zusammentat, als wenn sie sich ganz auf ihre verblüffenden Taschenspielertricks verlegte. Mad. Wartel erlebte den vollkommensten und glänzendsten Achtungserfolg“ (RGM 1851, S. 102). Die „Neue Berliner Musikzeitung“ fand „ihr Spiel […] frei von aller Charlatanerie, eindrucks- und geistvoll, bis aufs Äusserste correct, ruhig und objectiv“ (Bock 1851, S. 77) und wiederholte, nachdem die Pianistin in einer eigenen Matinee den 1. Satz des Konzerts d-Moll von Joh. Seb. Bach, Violoncello-Variationen von Mendelssohn und das Konzertstück von Weber musiziert hatte, ihr positives Urteil, freilich mit antifranzösischem Tenor: „Wir fühlen uns von Neuem dazu bewogen, als es Wunder nehmen muss, wie eine Künstlerin, die vollständig in dem Pariser Musikleben gross geworden, so ganz und gar von jeder Charlatanerie sich frei zu erhalten gewusst und in der höchsten Solidität des Spiels, im Vortrag der Meisterwerke musikalischer Kunst es bis zu einer ungewöhnlichen Vollendung gebracht. Seit Jahren hat eine fremde Künstlernatur auf uns nicht einen so erquicklichen Eindruck gemacht“ (Bock 1851, S. 93). Ihrer Bach-Interpretation wurde sogar „männliche Kraft im Ausdruck“ (ebd.) bescheinigt, so dass die Künstlerin die Genugtuung hatte, das Verdikt von 1843 korrigiert zu sehen.

Im März 1851 folgte ein Konzert in Leipzig. Da die „Neue Zeitschrift für Musik“ 1855 mitteilt, Thérèse Wartel sei „vor einigen Jahren“ nach Wien übergesiedelt (NZfM 1855 II, S. 139), ist es möglich, dass sie anschließend dort ihren Wohnsitz nahm. 1858 ist ein Konzert im Saal der Musikfreunde belegt, bei dem sie wiederum Werke von Hummel (Septett op. 74), Joh. Seb. Bach (Konzert d-Moll) und Mendelssohn (Klaviertrio d-Moll) vortrug. 1859 und 1860 schlossen sich Aufenthalte und Konzerte in London an, im Dezember 1861 trat sie erstmals wieder in Paris auf. Adolphe Botte hieß sie in der „Revue et Gazette musicale“ willkommen: „Mme Wartel nous est revenue avec la même fraîcheur, la même pureté et la même vigueur de talent. L’excellente pianiste reprend d’emblée la place qu’elle s’était faite parmi nos meilleures virtuoses“ („Mad. Wartel ist zu uns zurückgekehrt mit derselben Frische, derselben Perfektion und derselben Leistungsfähigkeit. Die hervorragende Pianistin hat sofort den Platz wieder eingenommen, den sie sich unter unseren besten Virtuosinnen errungen hat“ (RGM 1861, S. 387). Anfang 1862 engagierte sie sich mit einem Wohltätigkeitskonzert für eine Stiftung, die die Gründung einer Nähwerkstatt für junge Mädchen zum Ziel hatte. Regelmäßige Konzerte in Paris, u. a. mit ihren früheren Kammermusikpartnern, schlossen sich an, im Sommer 1863 auch in Blois (Dep. Loir-et-Cher). Ein letztes Konzert ist im Apr. 1865 nachgewiesen, ein halbes Jahr vor ihrem Tod.

Nur scheinbar im Widerspruch zu ihrem anspruchsvollen Repertoire ergänzte Thérése Wartel ihre Programme regelmäßig mit virtuosen zeitgenössischen Werken, ab 1841 vorzugsweise mit eigenen Kompositionen, Capricen, Fantasien, Etüden, Balladen, Romanzen. Damit erfüllte sie nicht nur die übliche Erwartung an den „compositeur-interprète“, sondern kam auch dem Einwand zuvor, die Spezialisierung auf die Musik der klassischen Meister habe ihre Ursache in mangelnder Virtuosität (Ellis 1999, S. 278ff.). Entsprechend positiv war die Resonanz in Frankreich: „Nous recommandons à nos jeunes pianistes les nouvelles compositions de Mme Wartel, trois études de concert écrites avec une originalité de style et une fraîcheur d’idées tout à fait remarquables“ („Wir empfehlen unseren jungen PianistInnen die neuen Kompositionen von Mad. Wartel, drei Konzertetüden, die mit sehr bemerkenswerter stilistischer Originalität und Ideen-Frische geschrieben sind“ (Le Ménestrel 1. Apr. 1849, S. [11]). Von einem Hauskonzert Anfang 1851 berichtet dieselbe Zeitschrift: „Elle a aussi fait entendre plusieurs ballades, romances pour piano, mélodies slaves, etc., de sa composition. Ces petites œuvres portent un cachet d’originalité“ („Sie ließ auch mehrere Balladen, Romanzen für Klavier, Slavische Melodien von eigener Komposition hören. Diese kleinen Werke tragen durchaus den Stempel der Originalität“ (Le Ménestrel 9. Febr. 1851, S. [6]). In Deutschland wurde dagegen abfällig registriert, dass sie sich zwar gerne mit klassischen Kompositionen befasse, dabei aber „natürlich der eigenen Fantasien- und Capricenwerkchen nicht vergisst“ (AmZ 1843, Sp. 178). Die „Neue Zeitschrift für Musik“ nannte ihre Fantasie Souvenirs des Huguenots ein Concertstück der jetzigen leidigen Art: Zwei, drei Opernmelodieen mit Virtuosenwerk überschüttet; eine Anhäufung von Wunderlichkeiten und Schwierigkeiten“ (NZfM 1845 I, S. 52). Anscheinend sind nur wenige der in der Presse erwähnten Werke erhalten.

„Es dürfte interessant sein zu vernehmen, daß die jetzt in Berlin anwesende Pianistin Mad. Wartel zugleich ein geistreicher bas bleu [Blaustrumpf] ist, schon seit langer Zeit steht sie dem Feuilleton des in Paris erscheinenden Journals ‚La Patrie‘ mit großer Gewandtheit vor und verfaßt dazu selbst viel Aufsätze“ (Signale 1851, S. 119). Diese Information verweist auf eine weitere Seite von Wartels Karriere, ihre Tätigkeit als Musikkritikerin, wobei die seltene Tatsache einer Autorin meist verschleiert wird durch die Abkürzung des Vornamens (die Täuschung gelingt teilweise, wenn z. B. die Redaktion der „Niederrheinischen Musik-Zeitung“ 1859 in einer deutschen Übersetzung ihres Berichts einen „Herrn Wartel“ annimmt; Wartel 1859, Das Erinnerungsfest an Händel, S. 220). Aufschlussreich ist, dass die Autorin ihren ersten Text für die „Revue et Gazette Musicale“, eine Besprechung von Louise Farrencs Nonett op. 38, einleitet mit allgemeinen Bemerkungen über die Schwierigkeiten, die sich speziell einer Musikerin und Verfechterin der „musique sérieuse“ entgegen stellen. Ihre Aufenthalte in Wien und London nutzte sie für Korrespondentenberichte, unterhaltsame, wohlwollende und oft humorvolle Texte über das Konzert- und Alltagsleben. 1865 erschienen Wartels „Leçons écrites sur les sonates pour piano seul de L. van Beethoven“ mit vielfacher Resonanz in deutschen und französischen Blättern.

 

KOMPOSITIONEN FÜR KLAVIER

Souvenirs des Huguenots, Fantaisie, Leipzig o. J.

Caprice

Andante, Autograph datiert 28. Mai 1843

Six Études de salon pour piano op. 10, Paris 1850

Andante op. 11 (1851)

 

LITERATUR

Lettre de Thérèse Wartel à Monsieur de Beauchêne, 12 juillet (Ms. Bibliothèque nationale).

Lettre de Thérèse Wartel à Madame Marie, 17 août (Ms. Bibliothèque nationale).

Lettre de Thérèse Wartel à Monsieur xxx, 18 mai 1865 (Ms. Bibliothèque nationale).

Lettre de Thérèse Wartel à Monsieur xxx, ohne Datum (Ms. Bibliothèque nationale).

Lettre de Thérèse Wartel à Monsieur xxx, Samedi (Ms. Bibliothèque nationale).

[Thérèse Wartel,] [Un programme manuscrit] (Ms. Bibliothèque nationale).

Th.[érèse] Wartel, „Nonetto de Mme Farrenc exécuté pour la première fois dans la soirée donnée le 19 mars, dans les salons de M. Erard“, in: RGM 1850, S. 108f.

Th.[érèse] Wartel, „Correspondance. Vienne, 7 février 1855., in: RGM 1855, S. 61f.

Th.[érèse Wartel, [Correspondance] Vienne, 3 avril.“, in: RGM 1858, S. 121.

Th.[érèse] Wartel, „Correspondance. Londres, 24 mai 1859.“, in: RGM 1859, S. 180f.

Th.[érèse] Wartel, „Correspondance. Londres, 1er juillet 1859.“, in: RGM 1859, S. 225. [Thérèse Wartel] „Das Erinnerungsfest an Händel in London“ in: Niederrheinische Musik-Zeitung 1859, S. 219f. (dt. Übersetzung aus dem vorigen Text).

Th.[érèse] Wartel, „Le Pardon de Ploermel à Londres. Londres, 28 juillet.“, in: RGM 1859, S. 253f.

Mad. [Thérèse] Wartel, „Künstler-Portraits aus der Londoner musikalischen Saison 1859, in: Rheinische Musik-Zeitung 1859, S. 311313.

[Mad. Wartel] „Künstler-Portraits aus der Londoner musikalischen Saison 1859“, in: Süddeutsche Musik-Zeitung 1859, S. 165.

Thérèse Wartel, Leçons écrites sur les sonates pour piano seul de L. van Beethoven, Paris 1865.

Agenda musical 1836, S. 18

AmZ 1839, Sp. 154; 1843, Sp. 177, 439f., 472, 603f.; 1845, Sp. 192; 1847, Sp. 881; 1848, Sp. 274; 1865, Sp. 582

AWM 1842, S. 515550, 594; 1843, S. 31, 118, 120, 128, 192, 308, 327, 340; 1844, S. 348

Bock 1849, S. 110; 1850, S. 95; 1851, S. 77, 93; 1859, S. 143; 1865, S. 263, 372

FM 1841, S. 301; 1843, S. 327; 1845, S. 36

Le Guide musical 16. Nov. 1865

Journal des théâtres 18. Apr. 1844

Le Ménestrel 11. Dez. 1836; 19., 26. März 1837; 8., 22. Apr. 1838; 10. Febr. 1839; 17. Juli 1842; 13. Aug. 1843; 30. März 1845; 23., 28. Jan. 1848; 18. Febr., 18. März, 1. Apr. 1849; 17., 24Febr., 10., 17. März 1850; 9. Febr., 6. Apr. 1851; 9. Dez. 1860; 15. Jan., 9., 23. Febr., 30. März 1862; 22. März, 5. Juli 1863

Neue Wiener Musikzeitung 1858, S. 67

NZfM 1844 II, nach S. 164; 1845 I, S. 52; 1848 II, S. 25f.; 1850 I, S. 165f., 167f.; 1851 I, S. 148; 1855 II, S. 139; 1866, S. 425

RGM 1839, S. 43; 1842, S. 303, 484; 1844, S. 117, 139, 320f., 374ff., 435; 1845, S. 108; 1847, S. 9, 108, 383,395ff.; 1848, S. 2943; 1849, S. 44f., 307f.; 1850, S. 65, 73, 277; 1851, S. 44102; 1859, S. 225, 235; 1861, S. 387; 1862, S. 63170f.; 1863, S. 215; 1865, S. 132263f., 374

Rheinische Musik-Zeitung 1851, S. 307f., 326

Signale 1851, S. 119, 124, 1862, S. 155; 1865, S. 847

Tribune dramatique 1841, S. 175, 446

Mendel, Mendel Suppl., Fétis, Grove 5, Thompson, Gorina (Salvat), Cohen, New Grove 2001

Antoine Elwart, Histoire de la Société des concerts du Conservatoire impérial de Musique, 2Paris 1864.

G. Stradina, Leçons écrites sur les sonates de Beethoven, par Mme Th. Wartel, in: Le Moniteur des pianistes 20. Juli 1866, S. 25f.

Joël-Marie Fauquet, Les sociétés de musique de chambre à Paris de la restauration à 1870, Paris 1986.

Katharine Ellis, „Female Pianists and Their Male Critics in Nineteenth Century Paris“, in: Journal of the American Musicological Society 2/3 (1997), S. 353−386.

Katharine Ellis, „Geschlechterrollen und Professionalismus. Pianistinnen im Paris des 19. Jahrhunderts“, in: Professionalismus in der Musik, hrsg. von Christian Kaden u. Volker Kalisch, Essen 1999, S. 275−284.

Renate Hellwig-Unruh, Fanny Hensel geb. Mendelssohn Bartholdy. Thematisches Verzeichnis der Kompositionen, Adliswil/ZH u. Lottstetten 2000.

Beate Angelika Kraus, „Elly Ney und Thérèse Wartel. Beethoven-Interpretation durch Pianistinnen − eine Selbstverständlichkeit?“, in: Der „männliche“ und der „weibliche“ Beethoven. Bericht über den Internationalen musikwissenschaftlichen Kongress 31. Okt. bis 4. Nov. 2001 an der UdK Berlin, hrsg. von Cornelia Bartsch [u. a.], Bonn 2003, S. 429−447.

 

Bildnachweis

Kraus, Elly Ney und Thérèse Wartel, S. 445

 

Freia Hoffmann

 

© 2011 Freia Hoffmann