Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

Morris, Margaret geb. Cope

* März 1848 in Kemys Inferior/Monmouthshire (Wales), Sterbedaten unbekannt, Organistin, Sängerin und Dirigentin. Margaret Morris wurde als Tochter des Malzherstellers Matthew Cope (1808–1877) geboren. Über ihre frühe musikalische Ausbildung ist nichts bekannt, möglicherweise eignete sie sich erste Kenntnisse autodidaktisch an. Nach dem Tod ihres Vaters 1877 heiratete sie Alfred Morris, ebenfalls Mälzer. Gemeinsam mit ihrer Schwester Martha Cope (?–1927) und ihrem Bruder William Cope erbte sie das Anwesen und die 1837 gegründete Mälzerei – das „Lulworth House“ – in Caerleon/Monmouthshire. Hier eröffneten die Schwestern mit Alfred Morris im Jahr 1881 die „Lulworth House Preparatory School“, eine Schule für Mädchen, zu deren Stärken bald die musikalische Ausbildung zählte. Der „British Musical Biography“ zufolge waren es finanzielle Schwierigkeiten, die Margaret Morris dazu bewogen, ihre musikalischen Fähigkeiten weiter beruflich zu nutzen. Sie erhielt von dem Organisten und Komponisten Jacob Bradford (1842–1897) Unterricht in Harmonielehre und von dem Tonic-Sol-fa-Lehrer Emil Behnke (1836–1892) Gesangsunterricht. Im Jahr 1886 wurde ihr der Titel „Licentiate of the Royal Academy of Music“ (LRCM) im Fach Gesang verliehen. In den folgenden Jahren erwarb sie sich einen guten Ruf als Musikerin. Neben ihrer Tätigkeit als Musiklehrerin und Schulleiterin hatte sie besonders in den 1880ern häufig Auftritte als Sängerin. Anfang der 1890er Jahre gründete sie den Gwent Ladies’ Choir, der unter ihrer Leitung zahlreiche Konzerte in Monmouthshire und Umgebung gab, 1893 sogar den zweiten Platz in der Kategorie „Female Voice Competiton“ des Eisteddfods (walisisches Fest der Literatur und Musik) erreichte. Ebenfalls in den 1890ern hielt sie in Newport und Umgebung einige Vorträge zum Thema „The Voice, its use and abuse“ und nahm an einem Treffen der „Encorporated Society of Musicians“ (Musical News 1895 II, S. 443) teil. Außerdem war sie Organistin der Christchurch in Caerleon. Im ersten Weltkrieg musste die Lulworth House Preparatory School geschlossen werden, die Schwestern lebten bis 1919 dort. Während man von der Schwester Martha Cope das Todesjahr 1927 kennt, verliert sich an dieser Stelle die Spur von Margaret Morris.

 

Das „Gwent Ladies Vocal Quartett“, links: Margaret Morris.

 

LITERATUR

Athenæum 1901 II, S. 461f.

Magazine of Music 1893, S. 211; 1894, S. 5

Musical Herald 1895, S. 367; 1896, S. 188; 1897, S. 177; 1898, S. 40; 1900, S. 23

Musical News 1892 I, S. 438; 1893 I, S. 366; 1893 II, S. 145, 573; 1895 II, S. 393, 443; 1897 II, S. 385; 1898 II, S. 612

Musical Opinion and Music Trade Review 1901, S. 103

Musical Standard 1886 I, S. 50; 1895 I, S. [3], 498; 1898 I, S. 56

MusT 1882, S. 95, 160; 1883, S. 97; 1884, S. 2, 169; 1886, S. 95; 1889, S. 229; 1892, S. 300; 1894, S. 346, 771; 1895, S. 54; 1896 S. 413; 1897, S. 769; 1899, S. 52

The Minim 1897, S. 49

Brown Brit

Primrose Hockey, Caerleon past and present, Risca 1981, in: http://www.caerleon.net/history/photo/316/, Zugriff 1. Juni 2011.

S. G. Deane, The Living Village. The Story of Some of Those Who Lived in Caerleon During the Twentieth Century, Caerleon 1985, in: http://www.caerleon.net/history/photo/316/, Zugriff 1. Juni 2011.

 

Bildnachweis

Deane, The Living Village, in: http://www.caerleon.net/history/photo/316/, Zugriff 1. Juni 2011.

 

AH/CF

 

© 2009 Freia Hoffmann