Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

Braun, Maria, Marie Louise (Anna), verh. Hamberger

* 22. Okt. 1762 in Kassel, † 7. Apr. 1834 in München, Pianistin, Mandolinistin und Sängerin. Sie war die Tochter des Oboisten und Violinisten Anton Braun (17291798) sowie die Tante der Sängerin und Pianistin Kathinka (Maria Louise) Braun.

Ihre erste musikalische Unterweisung erhielt sie von ihrem Vater. Später bildete sie sich „unter der Leitung der berühmtesten Meister“ zur „Virtuosin auf der Mandoline und dem Pianoforte“ (Schilling). Darüber hinaus erhielt sie Gesangsunterricht beim Tenor Giacomo Bertolotti und machte so schnelle Fortschritte, dass sie 1779 als „Lisetta“ in Giovanni Paisiellos Oper La Frascatana debütieren konnte und mit Erfolg in Kasseler Hofkonzerten als Sängerin auftrat.

Auch am Hof in Gotha trat sie in Erscheinung, wo sie „sich durch Gesang und Spiel, große Ehre und ausgezeichneten allgemeinen Beifall“ erwarb (Lipowsky). Um 1780 trat sie als Kammerdame in die Dienste der Herzogin Marie Charlotte Amalie von Sachsen-Gotha (17511827), „um diese Fürstinn durch Gesang zu unterhalten, und oft mit ihr Sonaten und Konzerten auf dem Klavier mit vier Händen zu spielen“ (ebd.). Am 11. Sept. 1797 heiratete sie den königlich bayrischen Hofrat und Bibliothekar Julius Wilhelm Hamberger (17541813) in Gotha. Von diesem Zeitpunkt an trat sie nicht mehr in der Öffentlichkeit auf. Im Jahre 1808 übersiedelte das Ehepaar Hamberger nach München.

 

LITERATUR

Lipowsky, Gerber 2, Schilling, Gaßner, Mendel, Fétis, New Grove 1 (Art. Braun, Anton), New Grove 2001 (Art. Braun, Anton), MGG 2000

David von Appel, Gallerie der vorzüglichsten Tonkünstler und merkwürdigen Musik-Dilettanten in Cassel von Anfang des 16ten Jahrhunderts bis auf gegenwärtige Zeiten, Kassel 1806.

Werner Braun, „Musikgeschichtliches aus dem Hamberger-Nachlass in München“, in: Musik in Bayern: Halbjahresschrift der Gesellschaft für Bayrische Musikgeschichte, 18/19 (1979), S. 1541.

 

Hanna Bergmann

 

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