Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

Leithold, Katharine von

* 9. Apr. 1831 in Berlin, † 17. Jan. 1845, Pianistin und Klavierlehrerin. Ihre Lehrer waren Gustav Zogbaum (1814–1872), ein nicht identifizierbarer Musiker namens Kilitschgi und Wilhelm Taubert (1811–1891). Als Pianistin hatte sie eine Vorliebe für Mozart und Beethoven. Als sie 14-jährig starb, bedauerte die „Berliner Musikalische Zeitung“ den Verlust eines „schönen, jugendlichen Talentes, das zu den grössten Hoffnungen berechtigte“ (GaillardBMZ 1845, Nr. 14). Im Nachruf heißt es: „Ihre technische Fähigkeit stand bereits auf einer hohen Stufe, ihr Vortrag zeichnete sich durch Feuer und inniges Gefühl aus (ebd.). Besonders ihr letztes Auftreten in Berlin blieb dem Autor in Erinnerung: Beethovens „As-Dur- Sonate war das Letzte, was sie spielte. Den Trauermarsch dieser Sonate spielte sie mit so tiefem Gefühl und so schaurig, dass alle Anwesenden davon aufs Aeusserste ergriffen waren. Am andern Tage legte sie sich zum ewigen Schlaf nieder (ebd.).

Das Ausmaß ihrer Konzerttätigkeit ist wohl eher gering gewesen (lediglich von einem weiteren Auftritt beim belgischen Gesandten ist im Nachruf die Rede), doch wird diese Zurückhaltung positiv bewertet, da sie dem weiblichen Rollenideal entsprach: „Das junge Mädchen hielt sich stets bescheiden im Familienkreise, es drängte sie nicht in der Welt zu glänzen. Seit ihrem elften Jahre war sie durch Unterrichtgeben die Stütze der Ihren (ebd.).

 

LITERATUR

GaillardBMZ 1845, Nr. 14, 5. Apr. 1845

 

HB

 

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