Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

Cossmann, Anna

* 1862, vermutlich in Weimar, † 1897 o. 1898 in Frankfurt a. M., Pianistin und Klavierlehrerin. Anna Cossmann war die Tochter des renommierten Violoncellisten Bern­hard Cossmann (1822−1910) und dessen Ehefrau. Seit 1879 studierte sie am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt a. M. In den ersten beiden Semestern be­suchte sie die Klavierklasse von Carl Heymann (1852−1922), wechselte nach zwei Semestern zu Bertrand Roth (1855−1938) und studierte seit 1883 bei → Marie Schumann. Zum Studienjahr 1884/1885 gelangte sie schließlich in die Klavierklasse von Clara Schumann. Eine der letzten Prüfungen absolvierte sie am 9. Juli 1885. In einem öffentli­chen Prüfungskonzert spielte sie Schuberts Impromptu Es-Dur op. 90 Nr. 2 sowie Chopins Walzer Des-Dur op. 70 Nr. 3.

Nach dem Studium sind keine öffentlichen Auftritte von Anna Cossmann belegt. 1893 kehrte sie als Klavierlehrerin an das Hoch’sche Konservatorium zurück und unterrich­tete bis zu ihrem Tod im Studienjahr 1897/1898 in der Vorschule Klavier. Im Jahresbe­richt des Konservatoriums schreibt Bernhard Scholz: „Die Vorschule erlitt einen schweren Verlust durch den Tod des Fräuleins Anna Cossmann, einer ebenso tüchti­gen als liebenswürdigen Lehrer­in“ (Jahresbericht des Hoch’schen Conservatoriums 1897/1898, S. 4).

 

LITERATUR

Jahresbericht des Dr. Hoch’schen Conservatoriums für alle Zweige der Ton­kunst zu Frankfurt am Main 1879/1880, S. 4, 18; 1880/1881, S. 4, 13, 17; 1881/1882, S. 4, 13, 14, 20, 22; 1882/1883, S. 5, 19, 20, 22, 23, 25; 1883/1884, S. 23, 36, 39, 41; 1884/1885, S. 5, 22, 27; 1893/1894, S. 4, 12; 1894/1895, S. 4, 12, 30; 1895/1896, S. 4, 18, 33; 1896/1897, S. 5, 32; 1897/1898, S. 4, 13, 14

Nerina Santorius, „‚Die Existenz ist anderswo‘. Vom Symbolismus zum Sur­realismus“, in: Kunst der Moderne im Städel Museum. 1800–1945, hrsg. von Felix Krämer, Ostfil­dern 2011, S. 166−201.

 

Annkatrin Babbe

 

 

© 2015 Freia Hoffmann