Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

Goßmann, Johanna Constantia (Christiane, Christina), geb. Weinzierl

* 10. Febr. 1807 in München, † 13. Okt. 1840 in Würzburg, Pianistin und Sängerin. Johanna Constantia, einzige Tochter des Regimentsquartiermeisters F. H. Weinzierl, kam im Alter von zehn Jahren nach Würzburg. Ihre Ausbildung, zu der auch Musikunterricht gehörte, erfolgte durch Privatlehrer und Privatschule. In Würzburg erhielt sie Unterricht im „königl. Musiklehrinstitute“ (Mendel), zunächst vom Leiter der Musikschule, dem Dirigenten und Komponisten Josef Fröhlich (1780–1862), später von dem Komponisten Franz Xaver Eisenhofer (1783–1855). In diesem Institut wurde sie im Alter von 18 Jahren als Lehrerin für Klavier und Gesang angestellt, „und ihre Intelligenz und anspruchslose Bescheidenheit“ bescherten ihr einen großen Kreis von Privatschülern (ebd.). Sie trat im Würzburger Musikverein als Sängerin und Pianistin auf, später kamen Gesangsauftritte im Theater hinzu.

Ihr späterer Mann, der Schriftsteller Dr. Johann Bartholomäus Goßmann, unterstützte ihre Konzerttätigkeit. Nach ihrer Heirat im Sept. 1833 musste Johanna Goßmann ihre öffentlichen Auftritte aber aufgrund seiner Anstellung an der „k. Studienanstalt in Würzburg“ (Schilling Supp.) weitestgehend einstellen. „Man hatte es dem jungen Dichter und Pädagogen von Seiten gewisser engherzigen Pedanten sehr übel genommen, daß er seine Frau noch auf der Bühne singen ließe, und demselben sogar mit Entlassung gedroht“ (ebd.). Sie trat nur noch gelegentlich in Würzburger Konzerten auf. 33-jährig starb sie an einer Brustkrankheit.

 

LITERATUR

National-Verein 1841, S. 47

Frank/Altmann (Art. Eisenhofer, Frz. Xaver, Art. Fröhlich, Jos.)

Schilling Suppl., Schla/Bern, Paul, Mendel

 

Frauke Gaumann/ HB

 

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