Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

Janotha, (Marie Cecilia, Cecylia, Cäcilia) Natalie, Nathalie,Natalia

* 8. Juni 1856 in Warschau, † 9. Juni 1932 in Den Haag, Pianistin, Klavierlehrerin, Komponistin und Musikschriftstellerin. Als Tochter des Pianisten und Komponisten Juliusz Janotha (1819–1883), der ab 1861 Professor für Klavier am Warschauer Musikinstitut war, erhielt sie schon im Kindesalter intensiven Klavierunterricht. Grove deutet an, dass ihre Mutter Anna Janotha, geb. Oleszczynska (?–1886), eine enge Freundin einer Schwester Chopins, ebenfalls an der musikalischen Ausbildung beteiligt war („from her she acquired […] a great love and perfect interpretation of Chopins works“, Grove 5). Ein erster Auftritt erfolgte vermutlich um 1864 in Warschau: „When only nine years of age she created a sensation by her playing at a concert given in order to raise funds for her education“ (Lahee, S. 314). Ab 1869/70 studierte Natalie Janotha gemeinsam mit Eugenie Schumann und Elise Schichau an der Königlichen Hochschule für Musik in Berlin bei Ernst Rudorff (1814–1916) Klavier und erhielt vermutlich ab 1874 zusätzlich Unterricht in Kontrapunkt bei Woldemar Bargiel (1828–1897). Wahrscheinlich Ende der 1870er Jahre setzte Natalie Janotha ihre Studien im Fach Klavier in Köln bei Franz Weber (1805–1876) fort, wobei die genauen Umstände und insbesondere der Umfang dieses Unterrichts ungeklärt sind. Ab den 1870er Jahren reiste sie mehrmals für Klavierunterricht zu der Chopin-Schülerin Marcelina Czartoryska nach Warschau (zuletzt im Jahr 1893). Zudem wurde sie, vorwiegend in den Sommermonaten, ab 1870/71 als Privatschülerin von Clara Schumann in Baden-Baden ausgebildet. Natalie Janothas Freundin und Kommilitonin Eugenie Schumann schreibt dazu in ihren Erinnerungen: „Im November [1870] kamen meine Mutter und Marie und blieben mehrere Wochen in Berlin. Bei dieser Gelegenheit spielte Natalie meiner Mutter vor, und diese versprach, sie im nächsten Sommer zu unterrichten. Im Winter sollte sie dann wieder bei Rudorff studieren“ (Schumann, S. 160). Am 10. Mai 1871 schreibt Clara Schumann in ihr Tagebuch: „Selbst musicieren that ich wenig, nur Stunden gab ich der kleinen Nathalie Janotha, ein großes Virtuosentalent“ (Litzmann, S. 259). Im Juli 1871 reiste Clara Schumann mit ihren Kindern nach St. Moritz und „ihre beiden Schülerinnen Fräulein Janotha und Miß May [Florence May] übernahm für die Zeit ihrer Abwesenheit Brahms“ (Litzmann, S. 261). Im Jahr 1874 berichtet die „Neue Zeitschrift für Musik“ von einer „bereits dreijährigen Leitung ihrer Ausbildung durch Clara Schumann“ (NZfM 1874, S. 23). Da sich Natalie Janotha von ihrer Lehrerin Clara Schumann musikalisch offenbar zunehmend entfernte, deutet Clara Schumann in einem Tagebucheintrag von Juni 1887 das Ende des Lehrverhältnisses an: „Nathalie Janotha kam auch in diesem Monat, wollte auch etwas bei mir studiren, aber ich sagte ihr beim zweiten Male, wo wir zusammen spielten, daß ich es für besser halte, sie spiele in ihrer Weise fort … Ich glaube, sie fühlte es selbst, denn sie bat mich um keine Stunde mehr; aber sie half mir Roberts Sachen in der Volksausgabe durchzusehen und fand eine solche Masse Fehler, daß es wahrhaft entsetzlich war. Wir haben 14 Tage furchtbar gearbeitet, wurden aber doch nicht mit Allem fertig“ (Litzmann, S. 491).

In der deutschsprachigen Presse wird Natalie Janotha erstmalig im Jahr 1872 mit dem Vortrag der Fantasie in fis-Moll op. 28 von Mendelssohn im Rahmen eines Konzerts der Königlichen Hochschule für Musik in Berlin erwähnt. Bei einem weiteren Konzert der Hochschule in demselben Jahr trug sie das Gondellied a-Moll op. 62 Nr. 5 von Mendelssohn, die Novelette F-Dur op. 21 Nr. 1 von Robert Schumann und das Scherzo h-Moll op. 20 Nr. 1 von Chopin vor. Außerdem interpretierte sie mit ihrer Kommilitonin Elise Schichau das Konzert C-Dur für zwei Klaviere BWV 1061 von Joh. Seb. Bach. Die amerikanische Pianistin Amy Fay hörte Janotha 1872 bei einem dieser Vortragsabende in der Berliner Hochschule: „Übrigens ist es mir fraglich, ob sie, was sie kann, in der Hochschule oder anderswo gelernt hat; denn sie spielt wie Clara Schumann. Sie wird einst ein Wunder sein“ (Fay, S. 101). Es folgten Auftritte bei einem Konzert von Julius Stockhausen in Hamburg im März 1873, beim 8. Gürzenichkonzert in Köln 1874 und im folgenden Jahr im Leipziger Gewandhaus. Die „Neue Zeitschrift für Musik“ schreibt zu ihrem Gewandhausdebüt: „Um so mehr Interesse erregte die an diesem Abende auftretende Pianistin, ein erst etwa fünfzehnjähriges Mädchen, Natalie Janotha aus Warschau. Seit langer Zeit ist uns nicht in diesem Alter so überraschende Reife verständnisvoller Auffassung, ein so gesunder künstlerischer Sinn, gepaart mit Anmuth und sinniger Belebtheit der Darstellung wie mit bereits ungewöhnlich gleichmäßig ausgebildeter glänzender virtuoser Technik vorgekommen. Alles weist  darauf hin, daß Frl. J. […] ein hoher Beruf für ihre Kunst innewohnt. Am Meisten zündete Mendelssohns ihrer jetzigen Sphäre am Nächsten liegendes Gmollconcert, aber auch die kleineren Salonstücke (Hmollnovelette von Schumann, Gondellied von Mendelssohn und Emollwalzer von Chopin) ließen deutlich erkennen, welche bedeutende künstlerische Zukunft diesem ungewöhnlich begabten Mädchen bevorsteht, wenn erst noch freiere Anregung und Anschauung aus der bisherigen pädagogischen Zahmheit heraus ihren Schwingen die Kraft zu kühnerem Fluge verleihen wird“ (NZfM 1874, S. 23).

In den Jahren 1875 und 1878 trat sie beim Festkonzert anlässlich des Geburtstags der Kaiserin Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach in Baden-Baden auf. In Frankfurt a. M. wirkte sie zwischen 1874 und 1884 mit wenigen Ausnahmen jährlich bei den Museumskonzerten unter Prof. Carl Müller mit. Weitere Konzerte sind für Berlin (1872–1875, 1878, 1881, 1884, 1886, 1888, 1897, 1898), Baden-Baden (1872, 1873), Aachen (1873), Hamburg (1873), Leipzig (1874), Breslau (1874), Bremen (1874), Münster (1874/75), Braunschweig (1875), Warschau (1875), Rotterdam (1881), Den Haag (1887), Arnheim (1887), Basel (1887), Paris (1891) und Żelazowa Wola (1896) überliefert. Weiterhin werden Konzertreisen durch Österreich-Ungarn, Italien, Spanien, Russland, Holland (im Amsterdamer Konzerthaus Felix Meritis im Febr. 1877, Apr. 1878 und im Jahr 1887) und die Schweiz (verm. um 1887) genannt. In der Literatur werden zudem Auftritte am preußischen Hof, vor der Königin Victoria und der Prinzessin Beatrice im Buckingham Palace und im Windsor Castle (um 1878) sowie an den spanischen, italienischen und österreichischen Höfen erwähnt.

Die einschlägigen Lexika führen sie als Mitglied der deutschen, österreichischen und englischen Musikakademien sowie der Academia di Santa Cecilia in Rom, deren Ehrendiplom sie im Jahr 1894 erhielt. Im Jahr 1885 wurde Natalie Janotha vom deutschen Kaiser zur Hofpianistin ernannt und in England umgangssprachlich als „the Kaisers pianist“ (Grove 5) bezeichnet. Im Jahr 1904 erhielt sie den „Order of Merit for art and science“ (The Barrier Miner 11. Aug. 1915) von King Edward und später von Queen Victoria das „Victoria Badge“ (ebd.) sowie eine Jubilee Medal.

Spätestens mit den o. g. Konzerten des Jahres 1874, insbesondere dem Auftritt im Gewandhaus, konnte sich Natalie Janotha im deutschen Musikleben als Konzertpianistin etablieren. Seit 1878 konzertierte sie überwiegend in London und verlegte vermutlich um diese Zeit ihren Wohnsitz dorthin. In London spielte sie mit großem Erfolg bei den Monday und Saturday Popular Concerts (1878–1882, 1887, 1888, 1890), einer hochkarätig besetzten Konzertreihe in der St. James‘s Hall. Meist trat sie hier mit der Geigerin Wilma Norman-Neruda, den Geigern Joseph Joachim und Louis Ries, dem Bratschisten Zerbini und dem Violoncellisten Alfredo Piatti auf. Die „Musical Times“ schreibt zu den beiden letzten Monday Popular Concerts des Jahres 1880: „Mdlle. Janotha […] played with her usual refinement of style, though scarcely with her wanted energy and verve (owing probably to slight indisposition), Mendelssohns noble Fantasia in F sharp minor […]. The Concert was brought to a worthy conclusion by a performance […] of Schumanns pianoforte Quintet in E flat, one of the finest and best sustained inspirations of that deeply poetic composer. It was rendered to perfection by Mdlle. Janotha, Madame Norman-Néruda, MM. Ries, Zerbini, and Piatti. The following evening Concert, and the last one in the old year [am 13. Dez.], introducing no absolute novelty, but preventing, nevertheless, some features of special interest. Amongst the latter must be named, in the first place, the performance, by Madame Norman-Néruda and Mdlle. Janotha, of Brahmss violin and pianoforte Sonata in G major (Op. 78) […]. Of the performance itself by two such consummate artists as the ladies named, it is needless here to say more than that full justice was done to the composers intentions […]. Mdlle. Janotha gave a brilliant and highly artistic interpretation of Chopins Ballade in G minor (Op. 32), for which she was rewarded by a persistent clamouring on the part of the audience for an encore, to which the lady responded by substituting another piece“ (MusT 1881, S. 21).

Bis zum 1. Weltkrieg sind einige Solo-Recitals in den großen Londoner Konzerthäusern St. Jamess Hall (Jan. 1882, Juni 1889, Apr. 1890, Apr. 1891), Queen‘s Hall (Juli u. Aug. 1899) und Daly‘s Theatre (Jan. 1894) nachgewiesen. Zudem bereiste sie mehrmals Schottland (1891, 1898, 1912) und konzertierte u. a. in Liverpool (1888, 1911), Glasgow (1898), Leeds (1892), Harrogate (1911) und Bournemouth (1912). Im Nov. 1895 hielt sie sich in Amerika auf und spielte u. a. in Boston (20. Nov. 1895). In einem Londoner Studio fertigte sie ab Dez. 1904 insgesamt vier Aufnahmen für „The Gramophone & Typewriter Co.“ an, darunter die Nr. 4 aus Mendelssohns Lieder ohne Worte op. 67, eine von ihr herausgegebene Fuge in a-Moll von Chopin sowie zwei eigene Kompositionen.

 

Photografie von Byrne. Entstanden um 1891 bei der Silberhochzeit von Mary Adelaide, der Prinzessin und Herzogin von Teck.

 

Mit Beginn des 1. Weltkriegs wurden Natalie Janotha mit Verweis auf die Ehrungen des deutschen Kaisers landesfeindliche Absichten unterstellt, was zur Verhaftung und Deportation am 8. Aug. 1915 führte. Ausweisung und Umstände der Verhaftung wurden in der Presse, auch in amerikanischen und deutschen Zeitungen, vielfach aufgegriffen und diskutiert. Nach ihrer Ausweisung ließ sie sich in Den Haag nieder und trat dort noch bis in die 1920er Jahre als Pianistin in Erscheinung: U. a. konzertierte sie in den Jahren 1916 bis 1921 mit der Tänzerin Angèle Sydow, welche Kompositionen Natalie Janothas choreographisch umsetzte. Weiterhin sind solistische Auftritte in Amsterdam im Apr. 1920 und in Den Haag im Jahr 1921 belegt.

Während sich Kritiker anfangs noch von Janothas Spiel an Clara Schumann erinnert sehen, scheint sich bei späteren Konzerten häufig ein anderer Eindruck durchzusetzen. Der Dramatiker und Musikkritiker Bernard Shaw beispielsweise zeigt sich von ihrer Entwicklung enttäuscht: „I remember how exquisitely Janotha used to play this [Beethovens Fourth] Concerto in the latter half of the seventies, when she first came over here. Nowadays she is content to gabble over Mendelssohns G minor Concerto like a schoolgirl; and when I went to her recital the other day, I found her idly displaying her rare dexterity of hand and her capricious individuality of style without a ray of thought or feeling; so that I left sorrowfully after sitting out two or three barren numbers“ (zit. nach Vries, S. 389). Auch bei Rezensionen ihrer Aufnahmen aus dem Jahre 1904/05 setzt sich dieser Eindruck fort.

Ab den 1880er Jahren betätigte sich Natalie Janotha auch als Komponistin und verfasste bis zu 400 Kompositionen. Der Großteil der überlieferten Kompositionen wurde in London verlegt, teilweise jedoch auch in Russland, Deutschland und Den Haag. Bekannt wurden das Papst Leo XIII. gewidmete Ave Maria (in den Bearbeitungen für Sopran, Harfe, Violine und Orgel bzw. Chor, Solostimme, Klavier oder Orgel), die unter dem Eindruck des 1. Weltkriegs entstandene Friedenshymne Maria de Vredes Koningin, aber auch einige Klavierkompositionen, die sich stilistisch an Chopin orientieren, darunter eine Gavotte in e-Moll und die Mountain Scenes.

Ein weiterer Schwerpunkt war ab den 1890ern die wissenschaftliche Beschäftigung mit Chopin. Durch ihre Lehrerin Marcelina Czartoryska und die freundschaftliche Verbindung von Janothas Mutter mit der Familie Chopin hatte Natalie Janotha Zugriff auf zahlreiche Quellen. Sie publizierte eine bis dahin unveröffentlichte Fuge Chopins in a-Moll (Leipzig 1898), übersetzte zwei polnische Standard-Werke über Chopin ins Deutsche und verfasste eigene Aufsätze. Inhaltlich trat sie insbesondere für eine Korrektur des Geburtsdatums Chopins ein: Die damals vorherrschende Ansicht war, dass Chopin im Jahr 1809 geboren wurde. Natalie Janotha hatte demgegenüber Kenntnis eines Kirchenbucheintrages, wonach Chopin am 22. Febr. 1810 geboren wurde. Dieses Datum wird auch heute als wahrscheinlich angesehen.

 

Postkarte mit einer Photographie nach 1885, Berlin.

 

Auch wenn der pianistische Schwerpunkt die Werke Chopins waren, zeigen sich Kritiker nicht immer mit ihren Interpretationen einverstanden. Zu einem Konzert im Jahr 1898 in der Berliner Singakademie schreibt der „Klavier-Lehrer“ beispielsweise: „Ebenso unvergesslich ist uns aber auch, freilich in negativer Weise, der Klavierabend der Königlich Preussischen Hofpianistin Frl. Janotha in der Singakademie am 11. Dezember wegen ihrer Persönlichkeit. Frl. Janotha, die längere Zeit hier nicht mehr aufgetreten ist, geniesst seit früher nach Hörensagen – wir selbst haben sie neulich zum ersten Male gehört  angeblich eines grossen Rufes [sic]. Letzthin hat uns die Dame gewaltig enttäuscht, wenigstens als Solistin. Denn mit der Darbietung von Kammermusikwerken (mit Herrn Professor Dr. Joachim zusammen) konnte man wohl zufrieden sein, da sie hier im allgemeinen gutes Verständniss bekundete. Geradezu erschreckend verständnisslos spielte sie indessen einige Stücke von Chopin, so unter anderem die Berceuse und die As-dur Walzer. Wes Geistes Kind ein Musiker ist, das zeigt er scharf in der Behandlung der Zeitmaasse. Gewiss ist es manchmal sehr misslich, über Tempi zu streiten, da der Eine nach seinem ‚Gefühl‘  dieses allein ist bei ihm das Entscheidende  das Tempo vielleicht ein Atom langsamer oder schneller als der Andere genommen wissen will. Aber abgesehen von solchen kleinen Modifikationen, die die Integrität des vorzutragenden Stückes nicht in Frage stellen, wird bei einer grossen Anzahl von Fällen gesagt werden müssen, das ‚richtige musikalische Gefühl‘ verlange kategorisch dieses und kein anderes Zeitmaass, und wer hiervon abweicht, ist eben ‚unmusikalisch‘. Frl. Janotha machte nun aus der Berceuse einen in Spieldosenmanier ganz mechanisch (ohne jede Spur einer Phrasirung) gehaltenen langsamen Walzer und aus dem As-dur Walzer ein Prestissimostück, quasi als Pendant zu dem Unfug des sogenannten Minuten-Walzers; selbst nicht einmal die nach Ausdruck schreiende C-moll Periode veranlasste die Pianistin, in ihrem Dahinrasen einzuhalten. Hätte Frl. X. oder T. jene beiden Stücke in dieser Weise vorgetragen, wir hätten ihr die Zensur ‚gänzlich unmusikalisch‘ ertheilen müssen. Jedenfalls halten wir uns verpflichtet, unbedingt die Wahrheit zu schreiben, auch wenn sie, wie in diesem Falle, unangenehm sein dürfte“ (Der Klavier-Lehrer 1898, S. 6).

Im Jahr 1882/83 unterrichtete Natalie Janotha am Hochschen Konservatorium in Frankfurt a. M. im Fach Klavier. Ob sie darüber hinaus als Lehrerin tätig war, ist bislang nicht bekannt. Eine ihrer SchülerInnen, Mary James, unterrichtete später an der Worcester Girls’ High School.

Der Komponist Jan Paderewski widmete Natalie Janotha 1881 die Danses polonaises op. 5 und 1885 Introduction et Toccata op. 6. Die Moments de danses, 6 pièces caractéristiques op. 40 Nr. 2 von Zygmunt Noskowski (1846–1909) sind ihr ebenfalls gewidmet.

In der Frankfurter Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg und der Berliner Staatsbibliothek sind Briefe von Natalie Janotha an Clara Schumann und Jakob Friedrich Nicolas Manskopf erhalten.

 

Photographie nach 1885, verm. in London.

 

WERKE FÜR KLAVIER (AUSWAHL)

Court Gavotte, London 1890; Gavotte Impériale pour piano, London 1890; Kadenzen zu Beethovens Klavierkonzert in G-Dur, op. 58, London 1891; Deutscher Kaiser-Marsch, op. 9, London 1895; Morceau gracieux, London 1897; Mazurka in e-Moll, op. 6, 1900; Mazourka in A, op. 14, London 1902); Polonaise funèbre, op. 100, Amsterdam um 1926 – auch als Orchesterversion: Instrumentierung von Leo Ruygrok

 

EDITIONEN UND ÜBERSETZUNGEN

Frédéric Chopin, Nocturne in C minor, hrsg. von Natalie Janotha, London [1892].

Frédéric Chopin, Fuge in A moll für Pianoforte, hrsg. von Natalie Janotha, Leipzig u. Brüssel [1898].

Jan Kleczyński, Chopins grössere Werke. Praeludien, Balladen, Nocturnes, Polonaisen, Mazurkas. Wie sie verstanden werden sollen ... Einschliesslich Chopins Notizen zu der ‚Methode der Methoden‘, übersetzt und hrsg. von Natalie Janotha, Leipzig [1898].

Stanislaw Tarnowski, Chopin. As revealed by Extracts from his Diary, übersetzt und hrsg. von Natalie Janotha, London [1906].

Jan Kleczyński, Chopin’s greater works. Preludes, Ballads, Nocturnes, Polonaises, Mazurkas. How they should be understood. Including Chopin’s notes for a ‚Method of methods‘, übersetzt und hrsg. von Natalie Janotha, London [1912].

 

LITERATUR

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The Barrier Miner 11. Aug. 1915

Bock 1872, S. 158, 183405; 1873, S. 111; 1874, S. 36, 94, 116, 180; 1875, S. 158; 1878, S. 109; 1881, S. 141; 1884, S. 133, 414; 1885, S. 165; 1886, S. 397; 1888, S. 191, 342

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MusT 1879, S. 22f., 146f.; 1880, S. 69f.; 1881, S. 21; 1882, S. 21, 22, 661f.; 1888, S. 22f., 101f.; 1889, S. 86f.; 1890, S. 216; 1891, S. 217, 340; 1896, S. 476; 1900, S. 175; 1901, S. 245; 1910, S. 143f.; 1930, S. 150

MusW 1897, S. 72; 1880, S. 123, 760, 774, 801; 1881, S. 10, 741, 744; 1887, S. 977; 1889, S. 351; 1890, S. 426, 427, 428, 530, 537

NZfM 1872, S. 514; 1873, S. 68, 101, 419; 1874, S. 23, 90, 96, 121, 148; 1875, S. 204, 255, 403; 1878, S. 143, 164, 425, 447, 448, 449; 1881, S. 30, 43, 130, 192; 1883, S. 147; 1884, S. 453; 1885, S. 346; 1887, S. 206; 1897, S. 565f.

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Janina Klassen, Clara Schumann. Musik und Öffentlichkeit, Köln [u. a.] 2009.

Silke Wenzel, „Natalie Janotha“, in: Musik und Gender im Internet, http://mugi.hfmt-hamburg.de/A_lexartikel/lexartikel.php?id=jano1856, Zugriff am 24. Apr. 2013.

 

Bildnachweis

The Magazine of Music 1893, S. 112

Sammlung Manskopf der Universitätsbibliothek Frankfurt a. M., http://edocs.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2003/7804784/, Zugriff am 10. Apr. 2013.

https://www.schubertiademusic.com/details/multiple_catalogs:yes/desc:Janotha%2C+Natalia.+%281856+-+1932%29, Zugriff am 10. Apr. 2013.

 

Jannis Wichmann

 

 

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