Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

Kinkel, Adelheid, AdeleAdelaideAdela, verh. von Asten

* 1846 in Bonn, † 1928 (Ort unbekannt), Pianistin. Ihre Mutter war die Pianistin, Klavierlehrerin, Komponistin, Dirigentin und Schriftstellerin Johanna Kinkel (1810–1858) und ihr Vater der Schriftsteller Gottfried Kinkel (1815–1882). Ihren ersten Klavierunterricht erhielt Adelheid Kinkel von ihrer Mutter. 1850 emigrierte die Familie aus politischen Gründen nach London. 1854 führte Johanna Kinkel in London mit ihren beiden Töchtern einige Kirchenlieder auf. Adelheid Kinkels Schwester Johanna schreibt am 28. Dez. 1858 – kurz nach dem Tod der Mutter – an Kathinka Zitz: „Die Adela scheint der Mama in der Musik zu folgen; der Papa hat sich gleich nach dem besten Musiklehrer umgesehen, und nun kriegen wir Unterricht vom Herrn Pauer [Ernst Pauer, 1826–1905] […], einem sehr berühmten Klavierspieler“ (zit. nach Leppla 1958). Bereits im Alter von 14 Jahren gab sie Klavierunterricht. Adelheid Kinkel wurde an der Königlichen Akademie für Musik in London ausgebildet. 1867 spielte sie bei einem Auftritt in London das Impromptu B-Dur von Schubert, bei einem weiteren Konzert ein Trio von Bennett; 1868 wirkte sie bei einer Aufführung von Joh. Seb. Bachs Konzert für vier Klaviere mit. Sie heiratete Anfang der 1870er Jahre Adolf von Asten (Lebensdaten unbekannt) und zog ins Rheinland. Gottfried Kinkel empfahl sie dem Bonner Oberbürgermeister Leopold Kaufmann, dessen Sohn Paul den Kontakt später bestätigte: „Frau Adelheid von Asten ist oft Gast meiner Eltern gewesen, erfreute sie durch ihr schönes Klavierspiel und ihre geistreiche Unterhaltung“ (Kaufmann 1930, S. 291). 1901 schrieb sie ein Buch über ihre Mutter Johanna Kinkel. Um 1910 lebte sie als Klavierlehrerin und Konzertpianistin in Barmen.

 

LITERATUR

Adelheid von Asten, „Johanna Kinkel in England“, in: Deutsche Revue. Eine Monatsschrift I (1901), S. 65–80; 178–192.

„Johanna und Gottfried Kinkels Briefe an Kathinka Zitz 1849-1861“, hrsg. v. Rupprecht Leppla, in: Bonner Geschichtsblätter XII (1958), S. 7–82.

Signale 1867, S. 415, 579; 1868, S. 290, 322.

A. N. Harzen-Müller, „Johanna Kinkel als Musikerin“, in: Neue Zeitschrift für Musik 13 u. 14 (1910), S. 129–132, S. 143–146.

Paul Kaufmann, „Johanna Kinkel. Neue Beiträge zu ihrem Lebensbild“, in: Preußische Jahrbücher Bd. 221 (1930), S. 290–304, Bd. 222 (1931), S. 48–67.

 

AH

 

© 2008 Freia Hoffmann