Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

RzehaczekRzehaczeck, Rheazeck, Rehaczek, Anna, Nina

* 1810 in Wien, † nach 1843 (Ort unbekannt), Pianistin. Ihre Mutter war Theresia Antonia geb. Schuppanzigh (1773–?); ihr Vater Franz Rzehaczek (1764–?), Hofkonzipist bei der k. k. Vereinigten Hofkanzlei, besaß eine umfangreiche Sammlung kostbarer italienischer und deutscher Violinen (u. a. Stradivari, Amati, Stainer). Ihre Tochter ließen sie von Carl Maria von Bocklet (1801–1881) ausbilden. Im Frühjahr 1821 debütierte Anna im Saal des Römischen Kaisers in Wien und erhielt „einstimmigen Beyfall“, obwohl der Rezensent bemerkte: „Das Feuer der jungen anmuthigen Künstlerinn bemächtigt sich bisweilen ihres Spiels in etwas zu hohem Grade, und treibt sie zur Eile an. Jedoch kann man ihr nicht etwa den Vorwurf machen, dass die Deutlichkeit und Präcision dabey leide. Ihre linke Hand ist ausserordentlich gut geübt und flink“ (Wiener AmZ 1821, Nr. 39). Gelegentlich wirkte sie in Konzerten ihres Onkels Ignaz Anton Schuppanzigh (1776-1830) mit.

Bis 1828 sind in den Musikzeitschriften regelmäßige Auftritte nachgewiesen: am 1. Mai 1824 (4. Klavierkonzert in E-Dur op. 64 von Moscheles), im Winter 1825/26, am 17. Dez. 1826 (5. Klavierkonzert C-Dur H 39 von Field L’incendie par l’orage) und am 26. Okt. 1828, wo sie die Harfenistin Aline Bertrand begleitete. Am 11. März 1843 spielte sie in Wien bei einem Wohltätigkeitskonzert Etüden von Mayer, Chopin und Henselt mit „Fertigkeit und Eleganz“ (AWM 1843, S. 127).

 

LITERATUR

AmZ 1824, Sp. 436; 1826, Sp. 314; 1827, Sp. 118; 1828, Sp. 786

AWM 1843, S. 127

Cäcilia 1827, S. 167

Wiener AmZ 1821, Nr. 39

Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode 1826, S. 1200

Schilling

Franz Heinrich Böckh, Wiens lebende Schriftsteller, Künstler, und Dilettanten im Kunstfache, Wien 1822.

Eduard Hanslick, Geschichte des Concertwesens in Wien, 2 Bde., Bd. 1, Wien 1869, Repr. Hildesheim [u. a.] 1979.

Ludwig v. Beethovens Konversationshefte, 11 Bde., Bd. 10, hrsg. von Dagmar Beck u. Günter Brosche, Leipzig 1993.

Franz Schubert, Dokumente, hrsg. von Till Gerrit Waidelich, Tutzing 1993.

 

FH

 

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