Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

1. Milanollo, (Domenica Maria) Teresa, TheresaTherese, verh. Parmentier

* 28. Aug. 1827 in Savigliano (Piemont), † 25. Okt. 1904 in Paris, Violinistin und Komponistin.

2. Milanollo, Maria

* 19. Juli 1832 in Savigliano (Piemont), † 21. Okt. 1848 in Paris, Violinistin.

 

Die Schwestern Milanollo bildeten ein in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts in West- und Mitteleuropa hochberühmtes Violin-Duo. Teresa Milanollo konzertierte nach dem Tode ihrer Schwester 1848 rund ein Jahrzehnt lang erfolgreich als Reisevirtuosin.

Sie waren Töchter von Carlo Giuseppe Teodoro Milanollo und Antonina Rizzo. Nach zeitgenössischen Quellen wurden die Mädchen in ärmliche Verhältnisse hineingeboren. Der Vater arbeitete vermutlich als Seidenweber, nach anderen Angaben in der Herstellung von Webmaschinen, laut Fétis als „pauvre menuisier“ („armer Zimmermann“). Das Paar hatte insgesamt zehn Kinder, Teresa Milanollo war das älteste überlebende Kind der Familie.

Ihren ersten Musikunterricht bekam Teresa Milanollo in Savigliano vermutlich als Vierjährige von Giovanni Ferrero (1817–1877), der sie wohl zunächst in Solfège, später auch im Violinspiel unterwies. Nach rund einem Jahr erhielt sie in Turin Unterricht von Mauro Caldera und Giovanni Morro (auch Morra), in einigen Quellen wird als Lehrer der Leiter der Turiner Hofkapelle Giuseppe Ghebart (1796–1870) genannt, dies ist vermutlich falsch. Ca. 1835 spielte sie in Mondovi, der piemontesischen Heimatstadt ihrer Mutter, erstmals öffentlich.

Wohl auf den Rat der Turiner Lehrer hin reisten die Milanollos 1836 nach Frankreich (einige Kinder wurden bei der Verwandtschaft in Savigliano zurückgelassen). Erstes Reiseziel war Marseille, wo Teresa Milanollo in vier Konzerten spielte. Von Marseille aus gingen sie nach Paris. Dort spielte das Mädchen fünf Mal in der Opéra Comique. Charles Lafont (1781–1839), der sie bei einem dieser Konzerte gehört hatte, nahm sie daraufhin – bei angeblich gleich geteilten Einnahmen – mit auf eine Konzertreise durch Belgien und die Niederlande. Vermutlich erhielt Teresa Milanollo von Charles Lafont auch Unterricht. Gemeinsame Konzerte fanden im Dez. 1836 in Brüssel und im Jan. 1837 in Amsterdam statt. Danach trennten sich Lafont und Teresa Milanollo. Das Mädchen spielte im März und Apr. 1837 wieder eigene Konzerte in Den Haag, Utrecht, Delft und Amsterdam. Einen Monat später setzte die Familie über den Ärmelkanal und reiste nach London, wo Teresa Milanollo zunächst in Covent Garden spielte. Sie erhielt abermals Unterricht, wurde von Auguste-Joseph Tolbecque (1801–1869) und Nicolas Mori (1796–1839) weitergebildet. Im Juni desselben Jahres konzertierte das Mädchen – nur zwei Tage nach einem Konzert der Geigerin Elisabeth Filipowicz – erstmals im Duo mit einem weiteren Kindervirtuosen: Sie spielte im Royal Theatre an der Londoner Drury Lane gemeinsam mit dem aus Berlin stammenden Geiger August Moeser, der zuvor schon mit der Kind-Geigerin Teresa Ottavo aufgetreten war. Auch die englische Königin Victoria soll 1837, dem Jahr ihrer Inthronisierung, in London Teresa Milanollo gehört haben. In den folgenden Monaten konzertierte das Mädchen gemeinsam mit dem Harfenisten Robert-Nicolas-Charles Bochsa in verschiedenen südenglischen Städten. Regli zufolge musste Teresa Milanollo während dieser Reisen an jedem Tag, „e qualche volta in due concerti nel medesimo giorno“ („und manchmal in zwei Konzerten am selben Tag“, Regli 1863, S. 159), auftreten. Ende des Jahres 1837 war die Familie wieder in London. Dort musizierte Teresa Milanollo von Mai bis Juli 1838 mehrmals öffentlich, u. a. gemeinsam mit der Pianistin Ellen Day.

Noch im Jahr 1838 kehrten die Milanollos nach Frankreich zurück und bereisten den Norden des Landes, wo Teresa Milanollo in mehreren Städten konzertierte (u. a. in Boulogne-sur-mer, Dünkirchen, Amiens). Im Nov. wirkte (in Lille) auch die Schwester Maria Milanollo erstmals mit, die sich von nun an bis 1840 an einigen, jedoch nicht an allen Konzerten ihrer Schwester beteiligte.

Im März und Apr. 1839 gastierte Teresa Milanollo zunächst sechs Mal in Rouen (die jüngere Schwester wirkte in zweien dieser Konzerte mit), um dann in weiteren französischen Städten aufzutreten. Auch Ende dieses und in der ersten Hälfte des folgenden Jahres konzertierte das Mädchen in französischen Städten (u. a. Caen, Valognes, Cherbourg, Rennes, Saint-Malò, Nantes, Angers und Tours). In der Zeit von Juli bis Sept. 1840 hielt sie sich in Paris auf, um dort Unterricht bei François-Antoine Habeneck (1781–1849) zu nehmen. Teresa Milanollo wurde also durch mehrere sehr bekannte Lehrer ausgebildet. In der zweiten Jahreshälfte 1841 erhielt sie in Brüssel von Charles de Bériot (1802–1870) letztmalig Violinunterricht, Bériot erteilte auch Maria Milanollo Lektionen. Die jüngere Milanollo-Schwester wurde jedoch vor allem durch Teresa Milanollo ausgebildet.

Schon ab Ende 1840 konzertierten die Schwestern Milanollo regelmäßig gemeinsam. Im Herbst und Winter bereisten sie einmal mehr Frankreich (u. a. Bordeaux, Orléans), um im Apr. 1841 in mehreren Pariser Sälen zu spielen. Bei einem Konzert im Konservatorium spielte Teresa Milanollo noch einmal allein und errang einen großen Erfolg. Im Juni besuchten die Schwestern erneut nordfranzösische Küstenstädte. Danach folgte der Aufenthalt bei de Bériot in Brüssel. Noch im Jahr 1841 konzertierten die Milanollos in Brüssel und Antwerpen, im Jan. 1842 in Lüttich, von Febr. bis Apr. erneut in Brüssel, danach in Gent, Löwen und weiteren belgischen Städten. Im Juni und Juli schloss sich eine Frankreich-Reise an (Rouen, Caen).

 

Teresa und Maria Milanollo, undat. Daguerreotypie von Trinquart.

 

Ab Sept. 1842 tourten die Schwestern erstmals im deutschsprachigen Raum, spielten zunächst in Aachen, dann u. a. in Köln, Düsseldorf, im Dez. schließlich in Frankfurt a. M. (dort allein vermutlich 13 Mal). In den ersten Monaten des Jahres 1843 waren sie in südwestdeutschen Städten zu hören (u. a. Stuttgart, Karlsruhe). Von Apr. bis Juli des Jahres 1843 besuchten die Beiden Wien und spielten dort vor einem breiten Publikum 25 Konzerte, darunter auch – vermutlich erstmals – ein Wohltätigkeitskonzert. In Wien musizierten sie auch bei Hofe und bereisten zudem das Umland der österreichischen Hauptstadt. Danach gingen die Milanollos nach Graz, spielten später auch in anderen österreichischen und ungarischen Städten. Ab Aug. 1843 kehrte die Familie Milanollo nach siebenjähriger Abwesenheit erstmals wieder in die italienische Heimat zurück. Bei einer Reise durch Norditalien, mit Konzerten u. a. in Turin, Mondovi und Fossano, spielten die Schwestern auch in ihrer Heimatstadt Savigliano. In Govone traten sie vor der Königin Maria Cristina auf, im Nov. waren sie an der Mailänder Scala zu Gast. Weitere Stationen ihrer Reise waren Padua, Venedig und Verona.

Schon im Jan. 1844 zog es die Milanollos wieder in den Norden. Sie konzertierten in Prag, Leipzig, Dresden und Berlin, danach in Potsdam, Stettin, Brandenburg, Hamburg und Bremen. Ab Sept. waren sie wieder in Belgien zu hören, wo sie bis zum Jahresende spielten (zunächst in Brüssel, dann in weiteren Städten). Nach Angaben der „Allgemeinen Wiener Musik-Zeitung“ sollen die Schwestern bis 1844 insgesamt rund 400 Konzerte gegeben haben. Ab Jan. 1845 zogen die Milanollos weiter in die Niederlande, gaben von Jan. bis Apr. 17 Konzerte in Amsterdam und reisten dann in den Norden Frankreichs, um u. a. in Calais zu konzertieren. Dort schifften sie sich nach England ein, spielten in London am Hof der Königin Victoria, später auch in Manchester. Von Juli bis Nov. reisten sie durch Frankreich, danach wieder durch Belgien (u. a. Brüssel, Lüttich).

Ab Dez. 1845 bereisten die Milanollos ausgiebig den deutschsprachigen Raum, machten dabei auch in kleineren Städten Halt. Im Mai und im Juni spielten sie in sieben Münchner Konzerten, besuchten kleinere süddeutsche Städte, dann die Schweiz (u. a. St. Gallen, Zürich, Winterthur, Bern, Genf, Fribourg und Luzern).

Nach dem Schweiz-Aufenthalt folgten von Okt. bis Dez. 1846 mehr als 20 Auftritte in Lyon als Startpunkt einer weiteren Frankreich-Reise (u. a. im Jan. und Febr. 1847 neun Konzerte in Nîmes, im März und Apr. ca. 15 Konzerte in Marseille).

In Malzeville (nahe Nancy) erwarb die Familie in dieser Zeit ein Haus, reiste jedoch nach Brüssel weiter. Laut New Grove 2001 erhielt Teresa Milanollo in Brüssel Kompositionsunterricht von Hubert-Ferdinand Kufferath (1818–1896); aus dieser Zeit stammen ihre frühesten Kompositionen (einige konzertante Duette für sich und ihre Schwester). Im Sept. arbeitete das Schwestern-Duo wieder in Aachen und Luxemburg, um sich danach für einige Zeit in Malzeville, das zum Stützpunkt der Familie wurde, auszuruhen. Von Dez. 1847 an konzertierten die Schwestern rund 20 Mal in Lyon. Während der französischen Februarrevolution 1848 orientierte sich die Familie in Richtung Belgien, es folgten Konzerte in Brüssel und anderen belgischen Städten. Maria Milanollo spielte am 22. Juli 1848 in Arlon zum letzten Mal öffentlich. Sie starb am 21. Okt. 1848 in Paris an einer Atemwegserkrankung.

 

Daguerreotypie von Odinot, im Todesjahr Maria Milanollos 1848.

 

Teresa und Maria Milanollo waren die ersten Geigerinnen der Musikgeschichte, die bei Publikum und Kritik auch auf breiter Ebene immense Erfolge erringen konnten. Davon zeugt das hohe Interesse des bürgerlichen Konzertpublikums, das sich wiederum am deutlichsten in der großen Anzahl der Konzerte der Milanollos in großen Städten widerspiegelt. So wurde von den rund 25 Wiener Konzerten des Jahres 1843 allein das siebte Konzert (im großen Redoutensaal) von mehr als 4000 Zuhörern besucht. „Seit Paganini dürfte sich kaum ein anderes Concert eines solchen Zuspruches erfreut haben, wie dieses“ (Humorist 1843, S. 395). Auch das musikpublizistische Interesse an den Milanollo-Schwestern war sehr groß. Beide Mädchen wurden dabei oft als jünger ausgegeben, als sie tatsächlich waren. Vordergründig hoben auch die Konzertkritiken auf das Alter der Mädchen ab. Dabei wurde insbesondere Teresa Milanollo als rein, unschuldig und als überirdische Erscheinung betrachtet: „Teresa aber ist nur der Engel, den die Gespielen sinken ließen und leichtsinnig auf der Erde vergessen haben; nun wird sie Erdenwonnen und Erdenschmerzen erfahren und einst, wenn ihr der Tod Schwingen an die Seele bindet und ihre Sehnsucht erlöst, wird sie den Gespielen auf den Saiten singen von den wunderbaren Geheimnissen des Menschenherzens“ (Sonntagsblätter 1843, S. 415). In einem Vergleich mit erwachsenen Violinisten hieß es: „Keiner der genannten, großen Künstler […] hat eine so herrliche Eigenthümlichkeit, welche den inneren, reinern Geist der Kunst in seiner Unschuld, Wahrheit und Heiligkeit darthut, wie sie Teresa Milanollo hat“ (Humorist 1843, S. 330). Der älteren Milanollo-Schwester wurden regelmäßig hohe violinistische Qualitäten zugesprochen. So schreibt die „Allgemeine musikalische Zeitung“, Teresa Milanollo verfüge über „eine Virtuosität, die zu erringen bei manchem geschätzten Künstler ein Lebensalter nicht hinreicht, eine treffliche Bogenführung, Kühnheit und Sicherheit in Läufern [sic] und Doppelgriffen, Trillern und dem wunderbarsten Staccato“ (AmZ 1844, Sp. 274).

Zu den Charakteristika ihrer Rezeption gehört eine deutlich unterschiedliche Beschreibung der jeweiligen individuellen Wirkung der Milanollo-Schwestern. Dies beginnt bereits beim Umfang dieser Beschreibungen: Der Schwerpunkt in den Konzertrezensionen lag in der Regel bei Teresa Milanollo, „der natürlich vorzugsweise die Begeisterung […] gilt“ (Sonntagsblätter 1843, S. 416) und die „in Ton, Fertigkeit, Sicherheit und Vortrag ihre jüngere Schwester Marie bei Weitem übertrifft“ (AmZ 1844, Sp. 135). Beiden wurden jedoch auch jeweils charakteristische, kontrastierende Ausdruckssphären zugeschrieben. „Man schilderte Theresen als die Repräsentation des Ernstes, des melancholischen Temperaments, der elegischen Stimmung, Marien dagegen als Verkünderin des leichten Humors, des Frohsinns“ (ebd.). Entsprechend galt Teresa Milanollo als „Mademoiselle Adagio“, die jüngere Schwester als „Mademoiselle Staccato“ (Grove). Mit solchen musikbezogenen Beschreibungen wurde die Wahrnehmung von Teresa Milanollos Äußerem vermischt: Ihre „mignonhafte Zartheit, pikante Naivetät und seelische Tiefe, verbunden mit dem Zauber ihrer Erscheinung“ (AmZ 1843, Sp. 602) waren Bestandteile ihrer Wirkung. Während in der Wahrnehmung Maria Milanollos das Kindliche im Vordergrund stand, wurde Teresa Milanollo bereits als Geigerin gesehen, „in der man eine schon fast erblühte Jungfrau sieht, bei der wenigstens das Jungfräuliche vor dem Kindlichen die Oberhand gewinnt“ (AmZ 1844, Sp. 135). Ihr als lyrisch und seelenvoll empfundenes Violinspiel enthielt, in Kombination mit ihrem Äußeren, eine stark weibliche Komponente: „Man höre sie nur das ‚Schlummerlied‘ aus der ‚Stummen‘ geigen! Aber ohne an die Oper und den Karakter des Mansaniello zu denken, denn nicht dramatisch faßt sie das Motiv auf, sondern rein lyrisch als ein selbstständiges Violin-Adagio, dem sie die ganze Fülle ihres schönen Gemüthes mit fesselnder Gewalt einhaucht; und wie man von einem klaren See, in welchem sich ‚der tiefe Himmel, das feuchtverklärte Blau wellenathmend‘ spiegeln, das Auge nicht wegwenden mag, so möchte das Ohr fort und fort verweilen auf diesen Tönen, in denen sich der noch tiefere Himmel einer jungfräulichen, eben zum Selbstbewußtsein erwachten Seele abdrükt. So kann aber auch kein Mann spielen! Es gibt eine gewisse Feinheit und Zartheit der Empfindung, die das eigenste Heiligthum des weiblichen Gemüths sind, und die das aus rauherem Stoffe geformte männliche Herz, wenn es unverdorben genug, beseliget nachzuempfinden, nie aber selbst auszusprechen vermag“ (Sonntagsblätter 1843, S. 417). Maria Milanollo war in den Augen der Musikkritik dagegen ein „fröhliches, naiv und keck in die Welt blickendes Kind, dem es mehr darum zu thun ist, seine Aufgabe geschickt zu lösen und sich den Dank des Publicums zu erwerben, als einen tieferen Eindruck zu erregen“ (AmZ 1844, Sp. 136). Die immense Wirkung des geigenden Schwesternpaares resultierte nicht zuletzt aus diesem Kontrast, der wohl auch durch eine entsprechende Werkauswahl verstärkt wurde, welche die jeweils zugeschriebenen Eigenarten der Schwestern unterstrich. Im Repertoire finden sich immer wieder Sätze aus Solokonzerten, Einzelstücke und Opernparaphrasen von Geiger-Komponisten wie de Bériot, Mayseder, Dancla, Ernst oder Vieuxtemps. Dabei war das Repertoire der Schwestern Milanollo nicht klein. Laut Regli (Storia 1863, S. 175) spielten die Milanollo-Schwestern in den Jahren 1846 und 1847 42 Violinwerke.

Im Vergleich zu den zahlreichen positiven, oft sehr schwärmerischen Kommentaren waren kritische Stimmen eher selten zu hören. In der „Allgemeinen Wiener Musik-Zeitung“ erschien nach Abreise der Schwestern aus Wien 1843 ein Kommentar, der einerseits versucht, die Geschlechterhierarchie in Bezug auf die Violine wiederherzustellen, andererseits auch die vorherrschende Milanollo-Begeisterung kritisch kommentiert: „Bisher ist jenes Instrument, welches vor allen andern die Sprache der Leidenschaft in allen ihren Gegensätzen und Steigerungsgraden am umfassendsten inne hat, die Violine, ausschließend dem Manne unterthan gewesen […]. Aber es ward der, von den dunkelsten gewaltigsten Vorgängen, von den geheimnißvollsten Schrecken des männlichen Geistes seit jeher beherrschten Violine auch einmal vergönnt, unter der Hand […] eines zur Jungfrau sich entfaltenden Wesens auszutönen. Dies geschah unter der Hand der Terese Milanollo. […] Daß Teresens Spiel seiner Innerlichkeit nach der reinste Ausdruck eines von Himmelsahnung verklärten kindlich-weiblichen Gemüthes sey, liegt vor jeder poetisch musikalischen Intuition offen; daß aber ein vierzehnjähriges [sic] Mädchen, die von dem gewaltigsten Pathos bis zur duftigsten Zartheit reichende Allseitigkeit einer männlichen Seele zu überbieten vermöge, das ist eines jener Urtheile, welches niemals durch Ansichten gerechtfertigt, sondern höchstens durch Stimmungen entschuldigt werden kann. Notenkenner, welche […] behaupten, Terese leiste, abgesehen von ihrem Geschlechte und ihrer Jugend, im absoluten Sinne das Höchste auf ihrem Instrumente, müssen natürlich auch zugeben, daß Vieuxtemps, Ernst, Beriot u. A. ihre eigenen Compositionen[…] nicht so trefflich vorzutragen wußten, wie Terese?! Ei! Verwickeln Sie sich nicht in Aberwitz, stolpern Sie nicht über Ungereimtheiten, und fallen Sie nicht ins Lächerliche!!“ (AWM 1843, S. 407). Die Gründe für die Milanollo-Begeisterung versucht ein von außen eingesandter Beitrag in den Wiener „Sonntagsblättern“ darzustellen. Der Autor sieht dabei gerade das Geschlecht der Geigerinnen in Verbindung mit ihrer Spielweise als Ursache für ihren Erfolg: „Die Gemüthstiefe, das Weltvergessene, das Elegische in ihrem [Teresa Milanollos] Spiele gewiß ist es, was uns hinreißt – aber dies ist es nicht allein! Gestehen wir es nur zu – die neue, seltsame Erscheinung hatte unsere Fantasie gefangen genommen […]. Mädchen, welche Violine spielen! Geistvolle Augen und tiefernster Ausdruk in den bleichen Zügen, dazu freilich ein seelenbezwingendes Adagio und wir sind gefangen und begeistert. Denken wir uns einen achtzehnjährigen Jüngling, dessen fisische Entwiklung mit der eines fünfzehnjährigen [sic] Mädchens beiläufig auf gleicher Stufe steht, mit gleichem Gefühle vor uns auf der Geige singend und klagend – wird er uns so hinreißen? Ich frage!“ (Sonntagsblätter 1843, S. 503).

Gelegentlich kamen in der Öffentlichkeit auch die große Anzahl an Konzerten und die damit verbundene Belastung der Schwestern kritisch zur Sprache, wofür die Eltern verantwortlich gemacht wurden. So schrieb der Mineraloge Karl Cäsar von Leonhard in seinen Erinnerungen: „Kein Savoyarde soll sein Murmelthier so quälen, wie Signore Milanollo die eigenen Kinder. Sein ganzes Sinnen und Trachten geht dahin, ‚Geld zu machen‘, er durchwandert die Welt mit den Mädchen, um eine Leibrente aus ihnen zu ziehen, mit ihrem Talente Handel zu treiben“ (Leonhard Bd. 2, S. 256). Und die „Allgemeine musikalische Zeitung“ machte sich schon 1843 Sorgen um die Entwicklung der Schwestern: „Allein sie werden mir von dem Speculationsgeiste ehr- und geldsüchtiger Eltern doch zu sehr im Kreisel getrieben. Da ist keine Erziehung, kein künstlerischer Anhaltepunct mehr, keine Nahrung für den Geist, mit einem Wort nichts für die ästhetische Bildung. Trotz der guten moralischen Natur müssen die Kinder bei solcher Lebensweise physisch und artistisch zu Grunde gehen. Die Kunst wird durch das Virtuosenwesen verschlungen. Es ist jammerschade“ (AmZ 1843, Sp. 251).

Die öffentliche Aufmerksamkeit, welche den Schwestern zuteil wurde, äußerte sich schon ab Ende der 1830er Jahre u. a. in einer Reihe von Ehrungen und Präsenten, auch durch prominente Persönlichkeiten (etwa durch den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. angesichts der Konzerte in Berlin 1844). Ein weiteres Kennzeichen ihrer Beliebtheit ist die große Anzahl von Werken fremder Komponisten, die durch Zueignung oder Werknamen mit den Milanollos verbunden sind, darunter ein Klavierstück Carl Czernys (Souvenir des Soeurs Milanollo op. 731 Nr. 1, Wien 1843). Auch Komponistinnen haben sich an solcherlei klingenden Huldigungen beteiligt (Fanny Christ, Souvenir de Milanollo für Zither, München 1847; Gertrude Gompertz, Variations sur un Thème original de Th. Milanollo für Klavier, München 1847).

Neben zahlreichen Abbildungen der Milanollos (darunter einzelne Karikaturen und auch modellierte Statuetten) und Anekdoten über sie entstanden literarische Werke, in denen die Schwestern eine Rolle spielen. Am bekanntesten ist Adalbert Stifters Novelle Die Schwestern, in der zu Beginn ein Milanollo-Konzert umfänglich beschrieben wird. Noch 1892 erwähnt Theodor Fontane die Geigerinnen als Reminiszenz in Jenny Treibel. Kaum bekannt hingegen ist Dina von Salmuths dreibändiger Roman Graf Mocenigo von 1861 (von der Autorin unter dem Pseudonym „Bernhard von Salma“ veröffentlicht), in dem die Schwestern Milanollo als Romanfiguren idealisiert werden. Auch in leichtgängigere Literatur ihrer Zeitgenossen fanden die Geigerinnen Eingang. So veröffentlichte die Prager „Bohemia“ 1843 in sechs Episoden (13. Okt.22. Okt.) die Novelle Teresa Milanollo eines Autoren namens J. Wend. Auch in Gedichten wurde den Schwestern gehuldigt.

Die Schwestern Milanollo waren schließlich so populär, dass ihre Namen auch über die Grenzen des kulturellen Lebens hinaus zu Werbezwecken genutzt wurden. So gab es bald Stahlfedern, die ihren Namen trugen. Selbst je eine Iris- und Petunien-Sorte erhielten den Namen „Marie Milanollo“.

Die Bedeutung des Schwesternpaares – wie auch der später als Solistin auftretenden Teresa Milanollo – wird u. a. an ihrer Rolle als Instanz deutlich. Noch lange nach dem Abtritt dieser Geigerinnen maß die Musikkritik andere Violinistinnen an den Milanollo-Schwestern, der Vergleich mit den Milanollos bzw. mit Teresa Milanollo wurde zu einem Stereotyp in Texten über Violinistinnen. Das Erfolgsmodell des violinspielenden Schwesternpaares wurde später auch von anderen übernommen (etwa den Schwestern Ferni oder den Schwestern Delepierre), diese Auftrittsform hielt sich mit den Schwestern d’Aranyi bis hinein ins 20. Jahrhundert.

 

Les Soeurs Milanollo, Paganini und Ernst, Karikatur von unbekannter Hand, 1845.

 

Am 26. Dez. 1848 – und damit rund zwei Monate nach dem Tod ihrer Schwester – nahm Teresa Milanollo im Rahmen eines Wohltätigkeitskonzerts in Paris ihre Konzerttätigkeit wieder auf, angeblich auf Betreiben ihres Vaters: „Il padre la costrinse a riprendere il violino, nella speranza di distrarla dalla profonda melanconia, in che er caduta“ („Ihr Vater zwang sie, die Geige wieder aufzunehmen, in der Hoffnung, sie von der tiefen Melancholie abzulenken, in der sie sich befand“, Regli 1860, S. 166). Am 13. Jan. 1849 spielte sie Beethoven-Quartette in Paris (als Erste Violinistin). Weitere Konzerte fanden in Amiens und Abbeville statt, im Febr. und März spielte sie wieder in Paris, erneut mit großem Erfolg. Danach – vom Frühling bis zum Sommer des Jahres 1849 – folgten zahlreiche Auftritte in Frankreich (u. a. in Rennes, Brest, Tour, Orleans). Ab Sept. konzertierte Teresa Milanollo auch im südwestdeutschen Raum als Solistin (Baden-Baden, Karlsruhe, Homburg). Nach einer kurzen Ruhepause trat sie ab Dez. 1850 wieder in Frankreich auf die Podien, sie unternahm 1851 eine ausgedehnte Konzertreise durch Frankreich und den deutschsprachigen Raum (u. a. im Jan. sieben Konzerte in Straßburg, später Konzerte in vielen deutschen Städten, im Mai und Aug. wieder in Straßburg). Darauf ruhte sie sich von den Anstrengungen in Malzeville aus und komponierte ihre Fantasia elegiaca. Jedoch gab sie im Nov. 1851 zwei Konzerte in Metz.

Im Jan. 1852 nahm sie ihre Konzertarbeit wieder auf, um ein weiteres Mal in Frankreich zu spielen (u. a. vier Konzerte in Besançon, zehn Konzerte in Lyon). Danach musizierte sie bis zum Juni in der Schweiz, wechselte dann wieder in den süddeutschen Raum und kehrte im Herbst nach Frankreich zurück. Im Nov. spielte sie in Brüssel, im Dez. war sie in Antwerpen zu hören. 1853 konzertierte sie erneut im deutschen Raum. Im Jan. und Febr. gab sie 14 Konzerte in Berlin, war darauf in weiteren Städten zu hören. Im Frühling gastierte sie dann, nach zehn Jahren der Abwesenheit, in Wien (18 Konzerte). Danach ging sie nach Preßburg und Pesth. Von Aug. bis Nov. pausierte sie in Malzeville. Im Dez. 1853 brach sie erneut zu einer großen Tournee auf, über Nancy bereiste sie einmal mehr ausführlich den deutschen Raum (z. B. Karlsruhe, Weimar, Hamburg, Hannover, Bremen, Düsseldorf). Danach zog sie sich wieder nach Malzeville zurück. 1855 spielte sie, soweit erkennbar, nur im Febr. in Nancy, wo sie ihr Rondo capriccioso (Violine und Orchester) uraufführte. Auch 1856 konzertierte Teresa Milanollo in Frankreich (im März und Juni in Nancy, später u. a. in Caen, Strasbourg und Colmar). Im Herbst zog sie sich ein weiteres Mal nach Malzeville zurück. Zu Beginn des Jahres 1857 spielte sie im elsässischen Kientzheim, danach u. a. in Colmar, Sélestat und Reims. Anfang Apr. 1857 trat sie noch einmal in Nancy auf, bevor sie am 15. und 16. Apr. in Malzeville den französischen General Théodore Parmentier (1821–1910) heiratete.

 

Teresa Milanollo, Lithographie von E. Simon, 1856.

 

In ihren Konzerten konnte Teresa Milanollo auch als erwachsene Künstlerin erhebliche Einnahmen verbuchen. Die finanziellen Erfolge ihrer Auftritte wurden regelmäßig und kritisch thematisiert, gelegentlich auch in anekdotischer Form. Der Frankfurter Rezensent der „Neuen Zeitschrift für Musik“ fürchtete, „der Blüthenstaub ihres Genius wird sich nach und nach in Frankfurter Rechenscheine, in englische Guineen und russische Silberrubel verwandeln“ (NZfM 1854 I, S. 40). Das Berner „Intelligenzblatt“ meldete, in Wien habe Teresa Milanollo in ihren 18 Konzerten 1853 „eine Brutto-Einnahme von 22,000 Gulden erzielt. Wem solches möglich ist, der muß unbedingt als künstlerisches Phänomen bezeichnet werden. Außer Paganini und Liszt kann sich kein Künstler rühmen, ähnliche Erfolge in Wien erzweckt zu haben“ (Intelligenzblatt für die Stadt Bern 24. Juni 1853).

Nach 1848 wandelte sich die Wahrnehmung der violinistischen Eigenarten der nunmehr 21-jährigen Geigerin, zumal nun auch die spezifische Auftrittsform des violinspielenden Schwesternpaares entfiel. Dennoch empfanden einige Rezensenten das Spiel der erwachsenden Künstlerin als Fortsetzung der alten Musizierweise.„Der Kunstgott, welcher dem Kinde Teresa zur Seite war, er ist der Jungfrau treu geblieben. Der Herzschlag ist jetzt wie damals in dem Spiele Teresas, diesem Spiele, das zwar körperlich gewachsen ist, das sich zu aller Vollendung ausgeweitet hat, die es in seiner Art erreichen kann, aber die Seele ist dieselbe geblieben, das Gemüth dieses Spieles übt jetzt wie damals seinen Zauber aus […]. Teresa ist um 10 Jahre älter geworden und die Hexerei ist dieselbe geblieben, die Wirkung ist gerade jetzt so wie früher. Was ist aber Schuld, daß diese Hexerei noch fortdauert? Nichts anderes, als der Kunstgenius, der in Teresa wohnt; nichts Anderes, als die Lauterkeit und Klarheit ihres Spieles, der innige, einer tiefen Empfindung entquellende Ausdruck, die Geschmeidigkeit, Feinheit, Nettigkeit der Bogenführung, der sinnige, in sich gekehrte, nur sich selbst hingegebene, so gar nicht eine Lossteuerung auf Effect merken lassende Vortrag“ (Humorist 1853, S. 303). Weiterhin wurde also das Geschlecht der Geigerin thematisiert. Dabei lässt sich nun aus der spezifischen Wahrnehmung Teresa Milanollos eine allgemeine Erwartungshaltung an Geigerinnen erkennen: „Zugegeben, daß sich an die Erscheinung einer Violinspielerin ein besonderer Zug von poetischem Interesse knüpft, dessen ein Violinspieler entbehrt. Aber wäre dieser hinreichend, wenn sie nicht auch die ungewöhnliche Begabung hätte? Es gibt ja noch Violinspielerinnen, die auch ein elegisches Gesicht machen, die vielleicht auch einmal eine Schwester neben sich gehabt und verloren haben, und dennoch sagt man bei den meisten, warum sie nicht lieber einen Kochlöffel anstatt der Geige in die Hand nehmen“ (ebd.). Auch in Berlin wurde 1853 ein Zusammenhang zwischen lyrischer Spielweise und Geschlecht hergestellt. Eine besondere Bedeutung kam dabei dem individuellen Violinton Teresa Milanollos zu: „Es lässt sich der Eindruck des Adagios nicht durch Worte erläutern, man muss den seelenvollen Klang, die weibliche Gemüthstiefe aus dem Klange herausfühlen, man muss selbst ein ganzes Seelenleben in sich durchgemacht haben, um nachzufühlen, was in dem Tone der genialen Künstlerin liegt. Wenn wir im Allgemeinen das musikalische Seelenleben von Therese Milanollo als ein weibliches bezeichnen, wie ja natürlich; so giebt die Künstlerin innerhalb ihrer Sphäre doch alles, was überhaupt gegeben werden kann. Sie schliesst uns die verborgensten Geheimnisse des weiblichen Gemüthes auf und ist in dieser Kunst nicht etwa einseitig, sondern wie sie klagt und scherzt, wie ihr Spiel den Ausdruck der Keckheit, der Freude athmet: Alles ist entzückend. Insbesondere aber legen wir einen Werth auf ihren Ton im Adagio“ (Bock 1853, S. 21). Andererseits wurde die spezifische Eigenart von Ton und Spielweise auch kritisch betrachtet. Der Wiener Rezensent der „Süddeutschen Musik-Zeitung“ nahm gerade diese Aspekte zum Anlass, ihr Spiel herabzuwürdigen, indem er die Lautstärke und Tragfähigkeit des Tones infrage stellte: „Es ist überhaupt gar kein Vergleich anzustellen zwischen ihr und allenfalls Ernst, Molique, Vieuxtemps u. A. m. Es mangelt ihr vorerst zu einem grossen Violinspieler, und nach meiner Ansicht ist dies kein Geringes – ein grosser Ton; es fehlt ihr die Kraft und Bestimmtheit, ihrer Bravour den Stempel der Grossartigkeit aufzudrücken, der kühne Aufschwung, das Feuer, die Begeisterung in der Cantilene. Ihr Cantabile ist einförmig, farblos, es ist ein fortgesetztes Lamento, ein Conglomerat von Sentiments“ (Süddeutsche Musik-Zeitung 1853, S. 78). Insbesondere die „Neue Zeitschrift für Musik“ hat die mutmaßliche Überhöhung der lyrisch-sentimentalen Seite durch Teresa Milanollo aufgegriffen – so ist etwa „vom Thränen Kränzlein“ (NZfM 1854 I, S. 31) der Geigerin die Rede. Die Ablehnung im redaktionellen Teil der „Neuen Zeitschrift für Musik“ ist in den 1850er Jahren mehr als augenfällig. Das Blatt ließ es sich nicht nehmen, einen boshaften Text aus der „Weimarischen Zeitung“ abzudrucken: „Jetzt hören wir die mannbare Therese allein ihre Geige spielen, und zwar in so harmloser Mädchenhaftigkeit – in so grundgemüthlicher Sentimentalität – daß man sie zur Lehrerin in den höheren deutschen Töchterschulen ernennen sollte, um die gesellschaftliche Ausbildung der jungen Damen auf eine pikante Weise zu fördern, damit dieselben dann in ihren Cirkeln nicht nur durch Clavierspiel und Gesang, sondern durch Führung des Bogens Furore machen können“ (zit. nach NZfM 1854 I, S. 55).

Gelegentlich wurde auch ihr Repertoire kritisch betrachtet. Auch jetzt noch spielte Teresa Milanollo nicht die in ihrer Zeit als bedeutsam angesehenen Violinwerke, sondern beschränkte sich weitgehend auf eine Auswahl, die ihrer lyrischen Spielweise entgegenkam. In wenigen Fällen spielte sie jedoch auch Streichquartette Beethovens. Hinzu kamen nun auch Stücke aus eigener Feder, die sie regelmäßig in ihren Konzerten vortrug. Dazu nahm sie am Anfang der 1850er Jahre nochmals Unterricht in Komposition, nun beim Spohr-Schüler Louis Liebé (1819–1900), dessen Tochter Therese Liebé später selbst eine bekannte Geigerin wurde.

Trotz der spürbar kritischeren Rezeption Teresa Milanollos durch Teile der Fachpresse in den 1850er Jahren gelang es der Geigerin, ihre Popularität auch in ihre Karriere als erwachsene Frau hinüberzuretten. Teresa Milanollo war damit die erste Violinistin überhaupt, die auch nach dem Kindesalter noch erhebliche Erfolge feiern konnte.

„Von dem Gemahl [Théodore Parmentier] der berühmten Künstlerin ist bekannt, dass er ein grosser Musikfreund und selbst ein Componist ist, der sich in seinen Arbeiten weit über den gewöhnlichen Dilettantismus erhebt. […]Unter solchen Umständen hofft man, dass das Talent der jungen Gattin für die Welt doch nicht ganz verloren sein werde“ (Bock 1857, S. 142). Diese in der Berliner Presse kundgetane Hoffnung erfüllte sich jedoch nur in einzelnen Fällen – nach der Heirat reduzierte Teresa Parmentier ihre bis dahin so intensive Reise- und Konzerttätigkeit bis auf gelegentliche Auftritte in privatem oder halböffentlichem Rahmen (in Paris etwa 1858 im Hause des späteren französischen Kriegsministers General Adolphe Niel, 1859 im Salon der Madame Behr). Sie führte auch selbst einen Salon, in dem sie musizierte: „Terese Milanollo, der Oeffentlichkeit als Künstlerin entzogen, entzückt in den Soiréen ihres Salons ihre Verehrer durch ihr seelenvolles, inniges, nur ihr ganz eigenthümliches Spiel, dem sie jetzt eine männliche Kraft zugesellt hat, die wir früher nicht an ihr gewohnt waren. In der letztvergangenen Woche hat sie mit Rubinstein die grosse Beethoven’sche Sonate, Krieger gewidmet [vermutlich ist Rodolphe Kreutzer gemeint], mit so vollendeter Meisterschaft vorgetragen, dass in der That ein grösserer musikalischer Genuss kaum denkbar ist“ (Bock 1858, S. 127). 1859 hörte dann auch dies auf – sie, so schrieb die „Neue Zeitschrift für Musik“, „wird sich nach Toulouse an den häuslichen Herd zurückziehen“ (NZfM 1859 II, S. 183). Das Gerücht über ein Comeback Anfang der 1860er Jahre, das sich später nicht bestätigte, kommentierte die „Neue Zeitschrift für Musik“ mit boshafter Ironie: Sie „soll beabsichtigen, in nächster Saison neue Lorbeeren (und Capitalien?) zu sammeln. Auch jetzt noch so siegesgewiß?“ (NZfM 1862 II, S. 63). In den 1860er Jahren scheint sich die Geigerin jedoch vollkommen ins Private zurückgezogen zu haben. Im Rahmen des Deutsch-Französischen Krieges geriet Théodore Parmentier als hochrangiger Offizier 1870 in deutsche Kriegsgefangenschaft. Er wurde im Bonner Hotel Kley interniert, seine Frau folgte ihm dorthin. Nach Ende des Krieges betrat Teresa Parmentier wieder das Podium und spielte in einigen Konzerten zu wohltätigen Zwecken, etwa 1872 in Le Havre und Rouen, dort „zum Besten der französischen National-Subscription“ (Signale 1872, S. 265), wobei ihr „endlose Ovationen“ (ebd.) zuteil wurden. Zu Gunsten der Kriegswaisen trat sie im Mai 1872 auch in Paris auf, 1873 und 1876 war sie erneut in Le Havre in Wohltätigkeitskonzerten zu hören und spielte dort u. a. Werke aus eigener Feder sowie Fantasien von Ernst und Leonard. 1875 nahm sie an einem Konzert zu wohltätigen Zwecken in Bourbonne-les-Bains teil. 1881 und 1882 engagierte sich Teresa Parmentier für die Werke Marie Jaëlls, indem sie Violinmusik der Komponistin und Pianistin in Paris uraufführte (im Duospiel mit Marie Jaëll und Camille Saint-Saëns). 1888 besuchte Teresa Milanollo ihre Heimatstadt Savigliano, wo sie eigene Kompositionen vortrug.

Nach ihrem Tod vermachte sie nach Angaben der „Musical Times“ (MusT 1907, S. 547) jeweils 90.000 Francs (nach anderen Angaben gar 100.000 Francs, vgl. Violin Times 1907, S. 157) den Konservatorien in Paris und Mailand zur Unterstützung begabter, jedoch mittelloser Studenten der jeweiligen Streicherklassen. Geld hinterließ sie auch der Pariser „Association des Artistes Musiciens“.

 

Teresa Milanollo, Photographie von Emile Tourtin, 1873.

 

WERKE FÜR VIOLINE (TERESA MILANOLLO)

Fantasia elegiaca op. 1; 2 Romanze (La baptémeExtase) op. 3; Fantasia; Variazioni burlesche sul Marlborough;Fantasia sulla Favorita (mit Orchester); Variazioni umoristiche sul Rhenweinlied; Gran Rondò capriccioso (mit Orchester); Gran Adagio in memoria di sua sorella Maria (mit Quartett, Orgel, Harfe); Il Lamento (mit Klavier); Duette für zwei Violinen über Opernthemen

 

LITERATUR

Stammbaum der Familie Milanollo, handschriftlich, Stadtbibliothek München, Monacensia.

AmZ 1839, Sp. 394; 1841 Sp. 518; 1843, Sp. 92f., 142, 239, 250f., 421, 518, 588, 602ff.; 1844, Sp. 117, 134ff.,273ff., 315f., 321, 326, 366, 478; 1845, Sp. 143, 232, 646; 1846, Sp. 703, 888; 1848, Sp. 718; 1865, Sp. 699f.

Der Anecdotenjäger. Zeitschrift für das lustige Deutschland 1853, S. 76f.

Athenæum [London] 1845 I, S. 566, 594; 1846 II, S. 845; 1848 II, S. 1106; 1853 I, S. 454; 1904 II, S. 631; 1905 I, S. 59

AWM 1842, S. 96, 148, 184; 1843, S. 147, 195, 200, 202f., 212, 220, 228, 232, 233ff., 236, 240, 248, 251, 259, 270, 272, 287, 291, 292, 315, 316, 319, 326, 336, 343, 348, 352, 354, 356, 361f., 368f., 396, 407, 564, 588, 632, 636; 1844, S. 16, 75f., 88, 108, 120, 212, 243, 260, 300, 372, 420, 456, 471; 1845, S. 132, 312, 348, 456; 1846, S. 20, 27f., 32, 35f., 76, 119, 144, 220, 268, 332; 1847, S. 46, 396, 404; 1848, S. 136

Berliner MZ 1844, Nr. 10, 11, 34; 1845, Nr. 4, 25; 1846, Nr. 42, 43

Bock 1848, S. 9, 21, 25, 39, 40, 41, 44, 45, 48; 1849, S. 1, 8, 11, 14, 20, 34, 35, 37, 38, 40, 44; 1850, S. 2, 4, 7, 9, 32, 35, 37; 1851, S. 64, 77, 118, 127, 198, 404; 1852, S. 95, 111, 152, 191, 222, 263, 294, 295; 1853, S. 7, 11, 21, 27, 28,35–37, 43, 51, 54, 58, 61, 70, 94, 107f.116–118, 124f., 191, 198, 223, 287, 310, 350; 1854, S. 5f., 14, 21, 36, 37, 45, 61, 69, 70, 93f., 101, 132, 133, 139, 214; 1856, S. 160, 311, 335, 359; 1857, S. 6, 127, 142, 389f.; 1858, S. 104, 127; 1859, S. 278, 351; 1860, S. 13

Bohemia [Prag] 1844, 21., 26., 28. Jan, 2. Febr.

The Critic 1845, S. 285, 325; 1846, S. 178

Daily News [London] 17. Febr. 1846

Deutsches Museum 1852, S. 562; 1853, S. 259

English Illustrated Magazine 1892, S. 643

The Era [London] 1843, 20. Aug.; 1849, 23. Sept.

The Examiner [London] 14. Juni 1845

The Fine Arts Journal 1847, S. 153, 187

La France Musicale 1841, S. 170, 179, 188, 207, 247, 280; 1844, S. 109; 1845, S. 373, 390; 1848, S. 6, 62, 71; 1855, S. 46, 94, 164, 254; 1856, S. 31, 71, 212, 306, 323; 1860, S. 316, 325; 1862, S. 78; 1869, S. 48

Gazette des Salons, Journal de Musique, de Littérature et de Modes 1837, S. 553

Die Grenzboten 1842, S. 189; 1851, S. 120

Der Humorist [Wien] 1843, S. 314, 330f., 342, 354, 368, 370, 378, 395, 417, 454f., 488, 506, 510, 530, 543, 550, 570, 587, 604; 1853, S. 282, 292, 303f., 312, 316, 319f., 322, 329, 337, 348, 351, 352, 356, 363, 376, 395, 396, 400, 407, 416, 440, 452, 456, 464, 468, 472

Illustrirte Zeitung [Leipzig] 1843,S. 201f.; 1850, S. 111; 1851, S. 82

Intelligenzblatt für die Stadt Bern 1846, 22. Juni, 11., 16., 22. Juli, 3., 5., 6., 8., 11., 12., 13., 14. Aug., 14. Okt., 28. Dez.; 1848, 28. Okt.; 1851, 25. Febr.; 1852, 1., 4., 8., 10., 12., 14., 15., 18. Mai, 28. Juli; 1853, 24. Juni

Journal de Genève 1852, 15., 16., 17., 18., 22., 23., 28. Apr., 12., 16. Mai; 1853, 21. Mai; 1856, 6. Aug; 1866, 19. Jan.; 1889, 2. März; 1890, 23. Febr.; 1898, 22. Aug.; 1900, 31. Dez; 1907, 11. Juli

Le Journal de la Jeunesse 1906, S. 47f.

Journal des Théâtres 30. Juli 1845, S. 3

The Leeds Mercury 23. Juli 1853

Magazine of Music 1888, S. 259; 1891, S. 37

Manchester Times 23. Juli 1853

The Monthly Musical Record 1888, S. 242, 283; 1897, S. 123

The Morning Chronicle [London] 1845, 21. Mai, 20. Juni, 8. Juli; 1846, 4. Nov.

The Musical Examiner 1843, S. 130; 1844, S. 68, 491, 690; 1846, S. 744

Musical Opinion and Music Trade Review 1900, S. 404

Musical Standard 1879 I, S. 69; 1894 II, S. 414

MusT 1882, S. 522; 1885, S. 678; 1900, S. 653; 1906, S. 735; 1907, S. 547; 1909, S. 164

MusW 1837, S. 27, 32, 40f.; 1838, S. 21, 111, 116f., 130, 147; 1841, S. 334f.; 1842, S. 282f.; 1844, S. 248, 343, 350, 398; 1845, S. 18, 219, 242, 277, 289, 319, 332, 512, 529; 1846, S. 75, 117, 390, 453f.; 1848, S. 721; 1849, S. 109, 159, 705; 1850, S. 320, 786; 1852, S. 166, 466, 602; 1853, S. 482, 679, 717, 828; 1854, S. 173, 194, 216, 229, 300, 334; 1855, S. 103, 113; 1857, S. 608; 1858, S. 246; 1861, S. 28, 117; 1862, S. 189; 1864, S. 22; 1868, S. 445; 1869, S. 369, 865; 1870, S. 45, 71, 659; 1872, S. 632; 1873, S. 669; 1874, S. 318; 1875, S. 471, 575; 1877, S. 542, 717; 1878, S. 208; 1879, S. 470; 1885, S. 229; 1887, S. 289, 492; 1889, S. 241; 1890, S. 387

National-Verein 1839, S. 80

NZfM 1837 II, S. 124; 1842 II, S. 194; 1844 I, S. 40, 47f., 72, 76, 190f.; 1845 II, S. 196; 1846 I, S. 44, 112; 1846 II, S. 58; 1847 II, S. 120; 1848 II, S. 224; 1849 I, S. 44, 240; 1849 II, S. 172; 1850 I, S. 166; 1851 I, S. 38, 77, 134, 180, 187ff., 201; 1852 I, S.150; 1852 II, S. 38, 59, 228; 1853 I, S. 41, 52, 72, 86, 106, 119, 142, 165, 209, 220; 1853 II, S. 22, 92; 1854 I, S. 9, 31, 40, 43, 54, 55, 105, 152; 1854 II, S. 75; 1855 I, S. 126; 1857 I, S. 171; 1857 II, S. 8; 1859 II, S. 183; 1861 I, S. 47; 1862 II, S. 63; 1864, S. 161, 274f.; 1865, S. 146; 1866, S. 46; 1878, S. 146

La Presse Musicale 1846, S. 6

The Preston Guardian 23. Juli 1853

Revue de Rouen et de Normandie 1841, S. 185, 253, 256; 1842, S. 433–438; 1844, S. 125f.

Revue du Lyonnais 1846, S. 358–360

RGM 1849, S. 4ff.

Saturday Review of Politics, Literature, Science, and Art 1865, S. 419

Signale 1845, S. 12, 174, 214; 1846, S. 111, 406; 1848, S. 67, 213, 358, 383; 1849, S. 47, 334; 1850, S. 326; 1851, S. 110, 125, 173, 449; 1852, S. 295, 317, 333, 358; 1853, S. 19, 29, 47, 69, 78, 103f., 125, 132, 139, 146f., 158, 161, 204, 205, 221; 1854, S.31, 55, 115, 127, 142f., 186; 1856, S. 426; 1869, S. 914; 1870, S. 810; 1871, S. 258; 1872, S. 44, 265, 454; 1873, S. 442; 1874, S. 66; 1876, S. 681; 1877, S. 893; 1878, S. 313, 380; 1879, S. 262, 279; 1880, S. 129; 1888, S. 953

Sonntagsblätter [Wien] 1843, S. 405f., 414–417451f., 453, 460, 502f., 505, 527f., 700

Süddeutsche Musik-Zeitung 1852, S. 4, 48, 83, 92, 99, 112; 1853, S. 4, 11, 32, 35f., 40, 60, 64, 68, 75, 77f., 80, 102, 108, 132, 204, 208; 1854, S. 8, 24, 38f., 44, 46, 52, 56, 60, 67, 92

La Sylphide. Modes, Littérature, Beaux-Arts 1841, S. 280ff.

Tait’s Edinburgh Magazine 1849, S. 117

Le Temps [Paris] 19. Juli 1873

Theatrical Journal 1843, S. 243

The Times [London] 22. Mai 1845

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The Violinist 1901, S. 11

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Wiener Zeitung 1843, S. 909, 1301

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BELLETRISTIK

F. Wend, „Teresa Milanollo. Novelle“, in: Bohemia [Prag] 1843, 13., 15., 17., 20., 22. Okt.

Bernhard von Salma, Graf Mocenigo. Social-politischer Roman, Breslau 1861.

Theodor Fontane, Frau Jenny Treibel oder Wo sich Herz zum Herzen find’t, Berlin 1893.

Adalbert Stifter, „Zwei Schwestern“, in: Gesammelte Werke in sechs Bänden, Bd. 2, Wiesbaden 1959, S. 465–467 (Erstdruck unter dem Titel „Die Schwestern“, in: Iris 1846, S. 335–444).

 

LYRIK (Auswahl)

Theophile Bosq, „Aux Soeurs Milanollo. Vers lus dans une séance d’adieu“, in: Nouvelles Melodies. Poésies, Marseille 1850.

Pierre Barbier, „A Mlle Thérésa Milanollo pendant son passage a B…, in: Feuilles d’Avril. Poésies par Pierre Barbier, Paris 1857.

 

Bildnachweis

Schwestern Milanollo, Trinquart, http://edocs.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2003/7801302/, Zugriff am 8. Nov. 2013.

Schwestern Milanollo, Odinot, http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b84226825.r=milanollo.langDE, Zugriff am 8. Nov. 2013.

Karikatur, http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b77216720.zoom.r=milanollo.f26.legendes.langEN, Zugriff am 8. Nov. 2013.

Teresa Milanollo, Simon, http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b8422667g.r=milanollo.langDE, Zugriff am 8. Nov. 2013.

Teresa Milanollo,  Tourtin, http://edocs.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2003/7801303/original/Bild.jpg, Zugriff am 8. Nov. 2013.

 

Volker Timmermann

 

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