Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

Savage, Jane verh. Rollestone

* 1752/1753 (Ort unbekannt), † 9. Nov. 1824 in Camberwell (London), Pianistin und Cembalistin. Jane Savage war die Tochter von William Savage (1722–1789) und Mary Bolt Savage (?–1788), sie wuchs mit ihren Brüdern William und George in London auf. Ihr Vater war ein bekannter Pianist, Sänger, Komponist, Musiklehrer und Leiter des Knabenchores der St. Paul’s Cathedral von 1748 bis 1773.

Ihre Ausbildung erhielt Jane Savage von ihrem Vater, der sie gemeinsam mit seinen anderen Schülern unterrichtete. Ende der 1770er Jahre zog die Familie auf Grund der schlechten Gesundheit des Vaters nach Tenderen in Kent, um nach dessen Genesung 1780 oder 1781 wieder nach London zurückzukehren. In den folgenden Jahren gab die Musikerin verschiedene Kompositionen für Klavier und Cembalo, einige Lieder und eine Kantate heraus, die zu ihren Lebzeiten sehr populär waren. Jane Savage wird in verschiedenen Quellen als „virtuoso keyboard player and an accomplished composer of keyboard music and songs“ (New Grove 1) bezeichnet, obgleich Auftritte als Pianistin nicht belegt sind. Vermutlich ließ sie sich eher im Familienkreis hören und erlangte in erster Linie durch ihre Kompositionen Bekanntheit. Nach dem Tod der Eltern heiratete sie 1890 den Kaufmann Robert Rollestone und beendete ihre musikalische Laufbahn.

 

WERKE FÜR KLAVIER

Six easy lessons for the harpsichord or pianoforte, op. 2, London  [1783]

Six rondos for the harpsichord or pianoforte, op. 3, London [ca. 1783]

A Favorite Duett [C] for Two Performers on One Pianoforte or Harpischord, op. 6, London [ca. 1790]

God Save the King. Adapted as a Double Lesson for the Pianoforte, op. 8,  London [ca. 1790]

 

LITERATUR

Morning Herald and Daily Advertiser [London], 2. Dez.  1783

The World and Fashionable Advertiser [London], 9. Mai 1789

Brown Brit, EitnerQ, MGG 1, Grove 5, Sartori Enci, New Grove 1, Cohen, New Grove 2001

Henry George Rarmer, „A Forgotten Composer of the Anthems: William Savage (1720–89), in: Music and Letters 3 (1936), S. 188–199.

Iain McCalman, An Oxford companion to the Romantic Age: British culture, 1776–1832, Oxford 1999.

Nadine Burke, Rondos I, III and V, Opus 3 by Jane Savage: Motive Development and the Musical Narrative, Hamilton 2001, http://www.humanities.mcmaster.ca/~mus701/macmacvol2/nb/nbpage.htm, Zugriff 13. Apr. 2011.

Deborah Hayes, „Jane Savage (ca.1760–ca.1830), in: Women Musicians of the Late Eighteenth Century, September 2010, http://spot.colorado.edu/~hayesd/Savage.html, Zugriff 27. Apr. 2011.

 

CF

 

© 2011 Freia Hoffmann