Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

HeniksteinHenicksteinHönikstein, Josepha von

Lebendaten unbekannt, Pianistin und Sängerin. Sie war eine Tochter des jüdischen Großkaufmanns Adam Albert Hönig von Henikstein (1740–1811). Ihr Bruder war der Kaufmann und Bankier Joseph von Henikstein (1768–1838), der in Wien auch als Konzertveranstalter, Sänger, Mandolinist, Cellist und Förderer der Gesellschaft der Musikfreunde wirkte. Nach ihrem Übertritt zum Katholizismus im Jahre 1784 war die Familie in den Adelsstand erhoben worden.

Josepha von Henikstein erhielt nachweislich Klavierunterricht von W. A. Mozart. Dies geht aus einer Tagebuchnotiz Mary Novellos aus dem Jahre 1829 hervor. Sie schreibt dort über ihre Bekanntschaft mit dem Bruder Joseph Henikstein, der u. a. vom Klavierunterricht seiner Schwester berichtete. Ein Kontakt der Familie Henikstein zu Mozart ist schon früher nachweisbar. Der Name „de Hönikstein“ erscheint bereits auf einer seiner Subskribentenlisten für die Akademien aus dem Jahr 1784 (Brief an den Vater, 20. März 1784). Über Josepha Heniksteins Fähigkeiten und ihr Wirken als Pianistin sind nur spärliche Informationen überliefert. Im „Jahrbuch der Tonkunst von Wien und Prag“ heißt es zu einem Gesangsauftritt: „Dabei hat sie noch den großen Vorzug, daß sie selbst alle Singstücke jeder Art, nicht nur richtig, sondern auch schön accompagnirt und dirigirt“ (S. 27f.).

 

LITERATUR

OeML (Art. „Henikstein, Joseph von“), Schönfeld

Mozart. Briefe und Aufzeichnungen, 7 Bde., hrsg. von Wilhelm A. Bauer u. Otto Erich Deutsch, Kassel [u. a.] 1962–1975.

Carl Bär, „Mozarts Schülerkreis“, in: „Acta Mozartiana“ 3 (1964), S. 58–64.

 

HB

 

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