Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

Chubb, Edith (Annie)

* 1878/1879 in Wellingborough (England), Sterbedaten unbekannt, Organistin und Musiklehrerin. Edith Chubb wurde als Tochter des Organisten, Musiklehrers sowie Buch- und Musikalienhändlers John Chubb (1856–?) und Mary A. Chubb (1856–?) in der Nähe von Northampton geboren. Nach der Geburt der Schwester Gertrud Chubb zog die Familie nach Hastings an die Südküste Englands. Im Jahr 1892 nahm Edith Chubb an einem Wettbewerb „for the best essay on ‚Music in our House by a boy or a girl under 15 years of age“ (Musical Herald 1892, S. 75) des „Musical Herald“ teil. Zwar gewann sie keinen der Preise, aber ihr Aufsatz gefiel so gut, dass er in der nächsten Ausgabe abgedruckt wurde. Darin beschreibt die vermutlich 14-Jährige das Musikleben ihrer Familie. Alle vier Geschwister (drei Mädchen und ein Junge) wurden vom Vater unterrichtet, jeden Sonntag wurde gemeinsam gesungen, meist Hymnen, aber auch Lieder von Gounod. Über ihre eigene Ausbildung schreibt Edith Chubb: „I am very fond of music, but I find that having to do two hours’ practice a day is rather hard. I have been learning a long time under my father and a very good master in the town. I was put in last November for the junior division of Trinity College local exams, and am sorry to say that I failed by 4 marks. My mother and father were not angry, as I was only 13 at the time of the exam., and I could go in for the same until I was 16 (Musical Herald 1892, S. 119). Neben dem Unterricht ihres Vaters lernte die Musikerin auch an der „Hastings and St. Leonards School of Music“ (Thornsby, S. 321). Im Jahr 1898 bestand sie die Prüfung zum „Associate of the Royal College of Music“ (A.R.C.O.) im Fach Klavierpädagogik, 1906 erhielt sie den Bachelor of Music der University of Durham. Bereits ein Jahr später konnte sie eine Stelle als Organistin und Musiklehrerin der Mädchenschule St. Anne’s in Abbot Bromley bei Birmingham antreten, diese hielt sie bis 1911. Anschließend wurde sie Organistin und Dozentin für Musik am St. Katherine’s College in London (heute die Middlesex University). Wie lange Edith Chubb diese Anstellung behielt, ist unklar, mindestens jedoch bis 1930.

In den 1920er Jahren sind einige öffentliche Auftritte der Musikerin belegt. 1921 nahm sie mit einem Frauenchor des St. Katherine’s College am „North London Music Festival“ teil und erreichte den zweiten Platz. Am 9. März 1927 sowie am 12. März 1929 und 1930 spielte Edith Chubb Orgelkonzerte „for the Tottenham Schools Music Association“ (School Music Review 1927, S. 384), wobei man bereits nach dem ersten wünschte: „May the good work that Miss Chubb is doing continue, and spread its influence to the many towns where S.K.C. students are teaching (ebd.). Ihr Repertoire bestand hauptsächlich aus zeitgenössischen Komponisten wie Edward Elgar, Jean Henry, Guy Ropartz, Georges Sporck, Fernand de la Tombelle, Cyril Rootham und Hubert Parry. Am 12. März 1930 spielte sie dagegen ausschließlich Orgelkompositionen von Joh. Seb. Bach.

Dieses Konzert ist der letzte Hinweis, der sich zu Edith Chubb findet, über ihren weiteren Lebensweg liegen keine Informationen vor.

 

LITERATUR

Edith A. Chub, „Music in our House“, in: Musical Herald 529 (1892), S. 119.

Musical Herald 1892, S. 75

Musical Standard 1906 II, S. 219

Musical Times 1898, S. 395; 1927, S. 536

School Music Review 1921, S. 131; 1927, S. 384; 1929, S. 383; 1930, S. 381

Frederick W. Thornsby, Dictionary of Organs and Organists, London 1912.

 

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