Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

Cooper, Mary Ellen

* Highbury, vermutlich nach 1849, † nach 1880 (Ort unbekannt), Organistin. Sie war die älteste Tochter des Organisten Joseph Thomas Cooper (1819–1879) und dessen Frau Ellen Charlotte Cooper, geb. Smith (ca. 1820–?). Über Mary Ellen Coopers Ausbildung ist nichts bekannt. Wahrscheinlich wurde sie von ihrem Vater unterrichtet. Als ältestes Kind ist ihr Geburtsdatum bald nach der Hochzeit ihrer Eltern im Jahr 1849  zu vermuten. Damit hätte sie ihre erste Stelle in der St. Jude’s Church in Islington (London) etwa mit 17 Jahren angetreten. 1869 übernahm sie für ein Jahr das Amt der Organistin in der St. Michael’s Church in Queenshithe (London) und trat 1870 ein Stelle in der Christ Church Hampstead (London) an. Dort erhielt sie von der Gemeinde zum Dank für ihre Dienste 1872 eine Goldkette mit einem Medaillon und 1874 einen Diamantring. Im März 1872 spielte sie bei einem Konzert ihres Vater in dessen Kirche (Christ Churche Newgate Street) in Islington. 1877 wurde Mary Ellen Cooper Mitglied der Philharmonic Society. Bald darauf scheint sie ernstlich erkrankt zu sein, wie die „Musical Times“ berichtet (MusT 1879, S. 216). Nach der Genesung drückte ihre Gemeinde ihre Wertschätzung der Organistin wiederholt mit einem Geschenk aus, in „recognition of the fidelity, diligence, and skill with which she has for so many years discharged the important duties of organist in that church; and as a small expression of theire true sympathy with her under her late severe affliction“ (ebd.). Ab 1880 war sie schließlich an der Christ Church Highbury angestellt. Über den weiteren Lebensweg von Mary Ellen Cooper liegen derzeit keine Informationen vor.

 

LITERATUR

Musical Standard 1870 II, S. 19; 1872 I, S. 106, 136; 1877 II, S. 330

MusT 1872, S. 414; 1874, S. 584; 1879, S. 216

Frederick W. Thornsby, Dictionary of Organs and Organists, London 1912.

Judith Barger, Elizabeth Stirling and the Musical Life of Female Organists in Nineteenth-century England, Aldershot 2007.

Warwick Bardon Henshaw, Biographical Dictionary of the Organ, 2003–2010, http://www.organ-biography.info/, Zugriff 29. Okt. 2010.

 

CF

 

© 2011 Freia Hoffmann