Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

EisslerEißler, Eyßler, Eisler

Geschwister: Marianne (1) und Clara (2).

Die Eltern der Geschwister Eissler waren Hermann Eissler, Professor für Naturwissenschaften an der Brünner Universität, und Rosa Eissler. Nach dem Tod ihres Ehemanns, vermutlich um 1870, übersiedelte Rosa Eissler mit ihren Kindern nach Wien „in order that her daughters might have greater musical advantages than was possible in Brünn“ (The Windsor Magazine 1896, S. 466). Neben Marianne, Clara und Emma Eissler werden in Konzertberichten auch die Pianistinnen Frida (FriedaFreda) und Fanny Eissler als Schwestern aufgeführt.

1. Eissler, Marianne, Marianna, Maria, Marraine, Marian

* 18. Nov. 1865 in Brünn (heute Brno/Tschechien), † nach 1921, Violinistin. Ab ungefähr 1873 studierte Marianne Eissler am Wiener Konservatorium bei Carl Heissler (1823–1878). Marianne Eissler war über 40 Jahre lang im internationalen Konzertleben präsent. Zusammen mit ihrer Schwester, der Pianistin Emma Eissler (vor 1865–nach 1905, Ausbildung am Wiener Konservatorium bei Max Schwarz) bestritt Marianne Eissler zwischen 1880 und 1885 mehr als 60 Auftritte, u. a. in Berlin (1881, 1885), Dresden (1881), Hamburg (1881), Wien (1881, 1883, 1884), Basel (1881), Paris (1882, 1883) und Kopenhagen (1883). Im Jahr 1885 schreibt die „Neue Zeitschrift für Musik“: „Die Violinvirtuosin Marianne Eißler, ihre Schwester Emmy Eißler, Pianistin, und der Opernsänger Carl Riese haben sich vereinigt, um in den Monaten October und November eine Concertreise durch Deutschland zu unternehmen“ (NZfM 1885,S. 372). Eine Umsetzung dieses Vorhabens kann nicht bestätigt werden. Eine Notiz in der Zeitschrift „Signale für die musikalische Welt“ zu ihrem Auftreten am 12. Dez. 1883 in Wien besagt, dass seit dem ersten Auftreten der Schwestern im Jahr 1880 in Wien, „beide Damen eine vom besten künstlerischen Erfolge begleitet gewesene Tournée durch Deutschland, Frankreich, England, Belgien und Holland unternommen“ (Signale 1883, S. 1158) hätten. Die Kooperation der beiden Schwestern wurde ab 1884 um Clara Eissler erweitert: Zwischen 1884 und 1905 konzertierte das Trio in Paris (1884–1887), Hamburg (1885), Berlin (1886, 1888, 1889), Frankfurt a. M. (1887), Prag (1887), London (1888, 1890, 1894), Leeds (1889), Birmingham (1890, 1891), Bristol (1891), Wien (1895), Derby (1895) und an der Côte d’Azur (1905). Einige der Auftritte in England fanden in Konzerten der befreundeten Sängerin Adelina Patti statt. 

 

 

Besonders intensiv war die Zusammenarbeit von Marianne und Clara Eissler, lässt sich doch eine gemeinsame Konzerttätigkeit fast über die gesamte Schaffensperiode hinweg nachweisen. Zwischen 1887 und 1921 sind weit über 100 Konzerte dokumentiert, u. a. in den englischen Provinzstädten, im südöstlichen Deutschland, aber auch in den Metropolen London (1887–1898, 1907, 1919), Berlin (1889, 1892), Wien (1895), Paris (1896) sowie Monte Carlo (1896), Rom (1899) und Cannes (1921). In der Regel trugen die Schwestern bei diesen Gelegenheiten sowohl Kammermusik als auch Sololiteratur vor. Häufig wirkten sie in Konzerten anderer MusikerInnen mit, u. a. der Sängerinnen Amalie Joachim und Emma Albani, des Komponisten und Sängers Bonetti und der Pianistin Jane Roeckel. Ein großer Teil der Auftritte in England zwischen 1889 und 1900 fand im Rahmen von Konzerten und Konzertreisen der befreundeten Sängerin Adelina Patti statt, meist unter Mitwirkung der Pianisten Tito Mattei und Wilhelm Ganz (auch Dirigat). Zu diesen Konzerten kamen häufig mehrere Tausend ZuhörerInnen.  

Seltener sind eigene Konzerte überliefert, wie am 8. Mai 1889 in der Princes’ Hall in London, bei dem auch Emma Eissler als Begleiterin und Frida Eissler als Konzertpianistin mitwirkten. Neben einer bislang in England kaum bekannten Sonate für Violine und Harfe von Spohr fanden hier besonders Marianne Eisslers solistische Darbietungen Beachtung: „Mddle. Marianne Eissler made her greatest hit in a Suite by Raff, a difficult set of pieces for the violin in the oldfashioned school. Three of the movements from this suite were a Minuet, an Aria, and a Moto perpetuo, all displaying the peculiar characteristics of the composer and all demanding great skill on the part of the player. Mdlle. Eissler gave the music with admirable effect, and the applause of the audience was enthusiastic. Her quality of tone and her finished execution equally commanded the admiration of her auditors. In a cavatina by Mr Francesco Berger, who accompanied, Mddle. Eissler again displayed some of her best qualities as a violinist, and in Dr. Mackenzie’s solo ,Benedictus and Spanish dances, by Sarasate, she was very effective“ (The Era 11. Mai 1889).  

Daneben verfolgten die Geschwister jedoch auch unabhängig ihre Solokarrieren. Zwischen 1880 und 1890 konzertierte Marianne Eissler u. a. in Karlsbad (1880), Dresden (1881), Hamburg (1881, 1882), Freiburg (1882), Baden-Baden (1882), Bremen (1882), Paris (1882, 1883, 1885, 1890), Karlsruhe (1882), Frankfurt a. M. (1882), Mainz (1882), London (1882–1886, 1889), Leipzig (1882), Mühlhausen (1882), Kassel (1882, 1883), Aachen (1883), Kopenhagen (1883), Brüssel (1884–1886), Prag (1884) und Berlin (1884–1886).

Photographie von N. Raschkow aus dem Jahr 1884.

 Die „Neue Zeitschrift für Musik“ gibt im Jahr 1882, nach den ersten Konzerten in Freiburg und Baden-Baden, eine Charakterisierung von Richard Pohl wieder: „Frl. Eißler, die kleine Geigenelfe mit ihren aufgelösten goldenen Haaren und ihrem Elfagewand [gemeint: Elfa, aus Lohengrin] machte schon durch ihre Erscheinung ersichtliche Sensation. Man traut dem zarten, naiv unbefangen auftretenden Mädchen kaum zu, daß sie so viel Energie in ihrem Bogenstrich, so viel Ruhe in ihrem Vortrage, so viel Sicherheit in ihrer Tonbildung und Technik haben könne. In der That ist ihre Bogenführung so excellent, so voll und gesund, ihre Interpretation musikalisch so reif, daß wir hier ein seltenes Talent vor uns haben, dem eine bedeutende Zukunft gewiß ist. Uebrigens hat sie in dem halben Jahr, seitdem wir sie gehört, erstaunliche Fortschritte gemacht, namentlich in der Vertiefung des Ausdrucks, in der Wärme der Empfindung“ (NZfM 1882, S. 74). Viele weitere Kritiker äußern sich ähnlich und heben beispielsweise ihren „äußerst gesangreichen, edlen Ton, welcher im feinsten Pianissimo immer noch seelen- und klangvoll blieb“ (ebd., S. 43), hervor. Auch der Pariser Korrespondent des „Musikalischen Wochenblatts“ zeigt sich nach einem Konzert in Paris im Herbst 1885 angetan: „In den allwöchentlichen Matinées hörten wir einige Künstler von Zukunft […]. Deren [Clara Eisslers] Schwester, die wohlbekannte Violinvirtuosin Marianne Eissler, hat uns mit dem Vortrag des Bruch´schen 1. Concertes eine wahre Freude bereitet. Ihr breiter Ton war im Stande, den ungeheuren, 6000 Personen fassenden Raum auszufüllen, was um so staunenswerther ist, wenn man das Gesumme bedenkt, das nothwendiger Weise eine solche Menschenmasse hervorbringt. Besonders das herrliche Adagio spielte Frl. Eissler mit herzbewegendem Zauber, und wurde dasselbe auch mit stürmischem Beifall ausgezeichnet“ (FritzschMW 1885, S. 474). Nur vereinzelt, wie zu ihrem Auftritt im Konzert von Amalie Joachim 1884 in Berlin, zeigen sich Rezensenten enttäuscht: „An Marianne Eissler haben wir auch diesmal wieder die Gleichmässigkeit im Vortrage vermisst, es steht darin Wohlgelungenes neben Unzureichendem; jedenfalls ist die junge Künstlerin weder Teresina Tua noch Arma Senkrah ebenbürtig“ (Bock 1884, S. 68). 

Camille Saint-Saëns komponierte 1907 für Clara und Marianne Eissler die Fantasia op. 124, die am 2. Juli 1907 von den Geschwistern uraufgeführt wurde: „The concert given in the Æolian-hall by the sisters Eissler on Tuesday afternoon was made up of compositions by Saint-Saëns, one of them being a new work, written expressly for the young artists who played it […]. The fantasia for harp alone was ably played by Mlle. Clara Eissler, and the violin concerto, op. 20, by Mlle. Marianne; the latter and a third sister played the sonata in D minor for violin and piano, and the concert concluded with the romance, op. 27, for violin, harp, and organ, Mr. Henry Bird undertaking the organ part“ (Times 4. Juli 1907).  

Häufig spielte die Geigerin Werke von französischen Komponisten, darunter Jean-Marie Leclair, Henri Vieuxtemps, Camille Saint-Saëns und Gabriel Pierné, aber auch Werke von Beethoven, Gade, Mendelssohn, Pablo de Sarasate, Max Bruch oder Alexander Campbell Mackenzie. Zusammen mit Clara Eissler interpretierte sie u. a. Vieuxtemps  Violinkonzert Nr. 4 op. 31, seine Tarantelle op. 22 Nr. 5, Piernés Serenade, Leclairs Sonate D-Dur op. 9 und Kompositionen von Boccherini. Zusammen mit dem Komponisten Francesco Berger spielte sie am 8. Mai 1889 in der Princes Hall dessen Cavatina.

Clara und Marianne Eissler wurden für ihre Leistungen mehrfach ausgezeichnet: Ab 1890 wurden sie als herzoglich-sächsische Kammervirtuosinnen angekündigt. Im Jahr 1894 folgte eine Ernennung vom Herzog von Coburg-Gotha zur Hofviolinistin bzw. Hofharfenistin. 1907 erhielten sie die Verdienstmedaille für Kunst und Wissenschaft des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin.

 

 

LITERATUR

Aberdeen Weekly Journal 1891, 29. Aug.; 1893, 2. Sept., 17. Okt.; 1894, 14. Sept.; 1896, 29. Sept.; 1898, 12. Aug.

The Belfast News-Letter 1892, 5. März, 3., 10. Nov.

Birmingham Daily Post 1890, 20., 25. Febr.; 1891, 23. Apr.; 1892, 26. März; 1893, 10. Okt.; 1895, 3., 8. Okt.

Bock 1884, S. 68; 1885, S. 69; 1886, S. 382; 1892, S. 19f.

The Bristol Mercury and Daily Post 1891, 20. Jan.; 1893, 9. Sept.; 1898, 23. Dez.

Daily News [London] 1890, 7. Mai; 1891, 25. Nov.; 1893, 26. Sept.; 1895, 3. Mai, 25. Juli

The Derby Mercury 1895, 20. Febr., 13., 27. März

The Era [London] 1887, 11. Juni; 1889, 6. Apr., 11. Mai; 1890, 10. Mai, 22. Nov.; 1893, 10. Juni, 14. Okt.; 1894, 30. Juni; 1895, 5. Jan., 27. Juli, 5. Okt.; 1896, 11. Apr., 18. Juli, 19. Sept.; 1899, 7. Okt.

Le Figaro 1890, 13. Aug.; 1905, 24. März

Freeman´s Journal and Daily Commercial Advertiser [Dublin] 7. Okt. 1887

FritzschMW 1881, S. 442; 1882, S. 596, 624; 1883, S. 416; 1884, S. 160; 1885, S. 474; 1886, S. 530; 1888, S. 559 

Le Gaulois [Paris] 14. Febr. 1896 

Glasgow Herald 1888, 27. Febr.; 1889, 11. Okt.; 1893, 13. Okt. 

Hampshire Telegraph and Sussex Chronicle 15. Nov. 1890  

The Ipswich Journal  12. Apr.  1888

The Leeds Mercury 1889, 24. Sept.; 1890, 28. Okt., 4. Nov., 12. Dez.; 1895, 20. März

Liverpool Mercury 1895, 26. Okt.; 1900, 22. Nov.  

Lloyd´s Weekly Newspaper 1893, 11. Juni; 1895, 19. Mai  

Le Matin 14. Febr. 1896 

Le Ménestrel 1882, S. 127, 143; 1883, S. 71, 96, 102, 112, 119; 1884, S. 151; 1885, S. 72; 1887, S. 69; 1890, S. 230; 1897, S. 335

The Newcastle Weekly Courant 6. Aug. 1892

North Wales Chronicle 16. Dez. 1899 

NZfM 1880, S. 340; 1881, S. 8, 21, 120, 320, 340, 418, 432, 454, 482, 517, 526; 1882, S. 43, 51, 64, 74, 95, 96, 150, 283, 475, 497, 498, 510, 519, 521, 545, 569; 1883, S. 11, 55, 191, 293; 1884, S. 85, 272, 400; 1885, S. 137, 299, 372; 1886, S. 289; 1887, S. 30, 138, 498; 1895, S. 259

The Observer 28. Febr. 1892

The Pall Mall Gazette 1889, 21. März, 2., 9. Mai, 10. Okt.; 1898, 18. Apr.

The Preston Guardian 11. Okt. 1890  

Signale 1881, S. 71, 1175; 1882, S. 120, 267, 826; 1883, S. 40, 582, 1047, 1158; 1884, S. 7, 58, 342; 1885, S. 900; 1886, S. 54, 1159; 1887, S. 76; 1888, S. 1000; 1889, S. 114, 163, 253, 439, 1096; 1891, S. 598, 901, 1161; 1892, S. 91, 389; 1895, S. 117, 179, 536; 1899, S. 297

The Times [London] 1891, 29. Mai, 12. Dez.; 1894, 20. Okt.; 1907, 4. Juli; 1919, 2. Juli; 1921, 28. Jan. 

Western Mail [Cardiff] 1890, 14. Mai, 7. Nov.; 1893, 30. Mai., 28. Aug.; 1895, 26. Juli; 1899, 27. Juli, 4. Aug.; 1900, 3. Aug. 

Sabina Teller Ratner, Camille Saint-Saëns 1835—1921. A Thematic Catalogue of his Complete Works, 2 Bde., Bd. 1: The Instrumental Works, Oxford 2002.

Silke Wenzel, „Marianne Eissler“, in: MUGI. Musik und Gender im Internet, http://mugi.hfmt-hamburg.de/A_lexartikel/lexartikel.php?id=eiss1865, Zugriff am 19. März 2014.

 

Bildnachweis

The Windsor Magazine 1896, S. 465

Sammlung Manskopf der Goethe Universität Frankfurt, http://edocs.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2003/7808515/, Zugriff am 21. März 2014.

Sammlung Manskopf der Goethe Universität Frankfurt, http://edocs.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor.php?source_opus=7808516&la=de, Zugriff am 21. März 2014. 

2. Eissler, Clara, Klara

* 18. Apr. 1868 in Brünn (heute Brno/Tschechien), nach 1921, Harfenistin. „Miss Eissler was, when a tiny child, frequently taken to the concerts at the Vienna Conservatoire, where her sisters were studying. […] When seven years old, she was placed under Professor Zamara at the Conservatoire, and progressed rapidly; later on she studied under Hasselmanns in Paris“ (Hampshire Telegraph and Sussex Chronicle 19. Aug. 1893). Im Jahr 1884 erhielt sie am Pariser Konservatorium eine Belobigung (1er accesit) und im folgenden Jahr einen 2. Preis. Später, vermutlich ab 1888, wurde sie von John Thomas (1826–1913) in London unterrichtet.

 

 

Im Rahmen einer Konzertreise mit ihren Schwestern Marianne und Emma Eissler debütierte die Harfenistin im März 1884 in Paris. Im Sept. 1885 konzertierten die Schwestern Marianne und Clara Eissler abermals in Paris. Der Rezensent des „Musikalischen Wochenblattes“ bescheinigt der Harfenistin nach dem Auftritt bereits „grosse Technik und schönen Ton“ (FritzschMW 1885, S. 474). Es folgten zahlreiche Konzerte, vorwiegend gemeinsam mit ihren Schwestern (mit Marianne Eissler zwischen 1887 und 1921; mit Marianne und Emma Eissler zwischen 1884 und 1905). Von 1888 bis 1898 konnte sich Clara Eissler aber auch alleine, meist in Konzerten anderer MusikerInnen, hören lassen. Mehrmals trat sie zusammen mit ihrem ehemaligen Lehrer John Thomas auf, so zum Beispiel in einem eigenen Konzert der Geschwister Eissler im Mai 1890 in London und in einigen der jährlichen Schüler-Konzerte John Thomas, etwa Ende Juni 1890 in der Londoner St. Jamess Hall. „The band of harps played several compositions of Mr. John Thomas, who also played some of his best solos and his ‚Cambriafor two harps, in which he was admirably aided by Mdlle. Clara Eissler“ (The Observer 2. Juli 1893).

Zwischen 1889 und 1900 traten Clara und Marianne Eissler regelmäßg in den Konzerten der Sängerin Adelina Patti auf. Besonders in den Jahren 1895 und 1896 gehörte Clara Eissler zum festen Kern der mitwirkenden MusikerInnen. Hier präsentierte sie sich meist solistisch, begleitete aber auch mehrmals die Sängerin. Die Solodarbietungen der Harfenistin erhielten in den Patti-Konzerten äußerst positive Resonanz, so auch am 10. Okt. 1890 in der Prestoner Public Hall bei einem Konzert vor über 3000 ZuhörerInnen. „Miss Clara Eissler, in her solo on the harp, held the audience spellbound with the weeping and wailing sounds she drew from the strings of her instrument, whilst rendering the tune of a quaint old ballad“ (Preston Guardian 11. Okt. 1890). Die Bezeichnung „Mdlle. Clara Eissler, of the famous ‚Patti concerts“ (Derby Mercury 21. Febr. 1894) findet in späteren Konzertankündigungen mehrfach Verwendung. Neben positiven Rezensionen wird jedoch punktuell auch Kritik am Instrument geäußert, so im Kontext eines Konzerts der Philharmonic Society in der Stadthalle von Leeds im März 1895: „The capacity of the harp as a solo instrument is appreciably limited, but Miss Clara Eissler made not a little of pieces by John Thomas and Hasselmans“ (Leeds Mercury 20. März 1895).

Ihr Repertoire umfasste überwiegend Werke von Parish Alvars, Félix Godefroid, John Thomas und Alphonse Hasselmans. Selten spielte sie auch Kompositionen für Harfe und Orchester, u. a. in einem eigenen Orchester-Konzert von Marianne und Clara Eissler im Mai 1895 in der Queens Hall: „The most interesting item in the programme was the first performance in England of a Legende for harp and orchestra [op. 122] by [Francis] Thomé, which was gracefully played by Miss Clara Eissler“ (Lloyds Weekly Newspaper 19. Mai 1895).  Zum Repertoire von Clara, Marianne und Emma Eissler gehörte u. a. ein Prelude von Mendelssohn in John ThomasBearbeitung für Violine, Harfe und Klavier.

 

 

LITERATUR

Aberdeen Weekly Journal 1891, 29. Aug.; 1893, 2. Sept., 17. Okt; 1894, 14. Sept.; 1896, 29. Sept.; 1898, 12. Aug. 

Belfast News-Letter 1892, 5. März, 3., 10. Nov.

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Le Gaulois [Paris] 14. Febr. 1896

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Liverpool Mercury 1895, 26. Okt; 1900, 22. Nov.

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Le Matin 14. Febr. 1896 

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The Preston Guardian 11. Okt. 1890  

Signale 1883, S. 1047; 1884, S. 342; 1885, S. 900; 1886, S. 1159; 1887, S. 76; 1888, S. 1000; 1889, S. 114, 163, 253, 1096; 1891, S. 598, 901; 1892, S. 91, 389; 1895, S. 117, 179, 259, 536; 1899, S. 297

The Times [London] 1891, 20. Apr., 29. Mai, 12. Dez.; 1894, 20. Okt.; 1907, 4. Juli; 1919, 2. Juli; 1921, 28. Jan.  

Western Mail [Cardiff] 1890, 14. Mai, 7. Nov.; 1893, 30. Mai, 28. Aug.; 1895, 26. Juli; 1899, 27. Juli, 4. Aug.; 1900, 3. Aug.

Silke Wenzel, „Clara Eissler“, in: MUGI. Musik und Gender im Internet, http://mugi.hfmt-hamburg.de/A_lexartikel/lexartikel.php?id=eiss1868, Zugriff am 19. März. 2014.

 

Bildnachweis

Sammlung Manskopf der Goethe Universität Frankfurt, http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/manskopf/content/titleinfo/5501700?lang=en, Zugriff am 21. März 2014.

The Windsor Magazine 1896, S. 465

 

Jannis Wichmann

 

© Freia Hoffmann 2014