Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

HohenadlHohenadelHochenadel, Vorname unbekannt

Lebensdaten unbekannt, Pianistin, in Wien lebend. Sie war eine Schülerin des Pianisten und Komponisten Anton Eberl (1765–1807). Im Apr. 1804 und Dez. 1807 trat sie in Wiener Konzerten (u. a. gemeinsam mit ihrem Lehrer) als Pianistin auf. Im Jahre 1808 heißt es in den „Vaterländischen Blättern“, dass „der Nahme der Madm. Hohenadl schon oft mit dem rauschendsten Beyfalle gefeyert worden ist“ (Vaterländische Blätter 1808, S. 52). Obwohl es wenige Konzertbelege gibt, ist ihr Name auch in der „Allgemeinen musikalischen Zeitung“ präsent, da man ihr großes pianistisches Können dort häufig zum Maßstab für die Bewertung anderer Pianistinnen nahm. So fänden sich für Frau Hohenadl „wohl sehr wenig Nebenbuhlerinnen, selbst in Wien“ (AmZ 1804, Sp. 470), und die Pianistin Anna Wolf geb. Mrasek stehe „bey weitem nicht auf einer Stufe“ mit ihr und den Pianistinnen Magdalena Kurzböck und Franziska von Spielmann (AmZ 1805, Sp. 242). Letztere hingegen dürfe „mit Ehren neben den Fräuleins Kurzböck, Hohenadel, Tschoffen u. a. auftreten“ (AmZ 1807, Sp. 140). Alles deutet daraufhin, dass sie als Pianistin vorrangig in privaten und halböffenlichen Kreisen wirkte. Dazu schreiben Flotzinger/Gruber: „Der Musikbetrieb mancher bürgerlicher Wiener Familien stand dem öffentlichen in keiner Weise nach und wies eine unerhörte Vielfalt auf. Bis in die zwanziger Jahre wurde bei den Hochenadel [Hohenadl], bei Theresia von Paradis gespielt“ (Flotzinger/Gruber, S. 297). 1817 wirkte sie noch einmal in einem öffentlichen Wiener Konzert mit, wo sie „eine Phantasie und Polonaise für Pianoforte und Orchester, comp. vom Freyherrn von Krufft“ vortrug (AmZ 1817, Sp. 304).

Zuletzt taucht der Name „Hohenadel“ 1822 in der „Allgemeinen musikalischen Zeitung“ auf: „Die gewöhnlichen musikalischen Zirkel haben auch diesen Winter wieder in dem Hause des Hrn. von Hohenadel, eines ausgezeichneten Kunstfreundes, begonnen, und wir hatten dadurch Gelegenheit, ein Beethoven’sches Trio und Moscheles sogenannte Alexander-Variationen von seiner Fräulein Tochter mit der gewohnten Meisterschaft ausführen zu hören“ (AmZ 1822, Sp. 64).

 

LITERATUR

AmZ 1803/04, Sp. 470; 1804/05, Sp. 242; 1806/07, Sp. 234, 429; 1807/08, Sp. 140; 1817, Sp. 304; 1822, Sp. 64

Vaterländische Blätter 31. Mai 1808, S. 52

Zeitung für die elegante Welt 1808, Sp. 15

Altmann (Art. Eberl, Anton), MGG 2000 (Art. Eberl, Anton)

Rudolf Flotzinger u. Gernot Gruber, Musikgeschichte Österreichs Bd. 2: Vom Barock zum Vormärz, Wien [u. a.] ²1995.

 

HB

 

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