Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

Körner, Mathilde

Geburts- und Sterbedaten unbekannt, aus Prenzlau stammend, Pianistin. Wie ihre Schwester, die Violoncellistin Johanna Körner, soll sie ihre musikalische Ausbildung „unter den tüchtigsten Lehrern (Signale 1852, S. 302) erhalten haben. Die „Rheinische Musik-Zeitung“ schreibt, beide hätten „durch Verwendung Meyerbeer’s bei Sr. Majestät dem Könige von Preussen von höchstdemselben ein Stipendium zur weitern Ausbildung“ bekommen (Rheinische Musik-Zeitung 1852/53, S. 936).

Mit ihrer jüngeren Schwester Johanna Körner trat sie zu Beginn der 1850er Jahre in Berliner Salons und Konzerten als Pianistin auf. 1852 waren sie in Greifswald zu hören. Im selben Jahr planten die Geschwister „eine Kunstreise durch Deutschland“ (NZfM 1852 II, S. 93) zu machen, der sich laut „Rheinischer Musik-Zeitung“ Konzerte in Paris und London anschließen sollten. Ob die Schwestern ihre Reise antraten, ist unklar. Das letzte bislang nachgewiesene Konzert Mathilde Körners fand 1853 in Stettin statt.

Zum Programm der gemeinsamen Konzerte gehörten auch solistische Beiträge, Mathilde Körner trug u. a. Döhlers Variationen über den letzten musikalischen Gedanken von Bellini und einen Carneval de Venise vor. Für ihre pianistischen Leistungen erhielt sie ausschließlich positive Kritiken.

 

LITERATUR

Bock 1850, S. 373, 380; 1852, S. 125, 134; 1853, S. 60

NZfM 1852 II, S. 93

Rheinische Musik-Zeitung 1852/53, S. 936

Signale 1852, S. 302

Hans Engel, Musik und Musikleben in Greifswalds Vergangenheit. Anläßlich des 750. Gründungsjubiläums der Stadt Greifswald neu hrsg. und erw. von Ekkehard Ochs und Lutz Winkler (= Greifswalder Beiträge zur Musikwissenschaft 9), Frankfurt a. M. [u. a.] 2000.

 

HB

 

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