Europäische Instrumentalistinnen
des 18. und 19. Jahrhunderts

 

Volkmann, Volckmann, Luise, Louise

Lebensdaten unbekannt, Organistin. Sie war Schülerin von Carl August Haupt (18101891), dem Direktor des Königlichen Instituts für Kirchenmusik und Organisten an der Parochialkirche in Berlin. Ob sie am Königlichen Institut für Kirchenmusik studiert hat oder privaten Unterricht bei Haupt nahm, lässt sich nicht ermitteln.

Luise Volkmanns Repertoire umfasste Musik von Joh. Seb. Bach, Händel, Mendelssohn und Adolf Friedrich Hesse.

Konzerte lassen sich in Berlin (1868) und Hamburg (1869) nachweisen. In Hamburg spielte sie in der Petrikirche eine „Toccata und Fuge von S. Bach, eine Arie aus dem ‚Messias‘ von Händel, Präludium und Fuge (E-moll), Toccata (D-moll) und 2 Andante für Cello und Orgel von S. Bach etc.“ (Bock 1869, S. 74). Wer Cello gespielt hat, ist nicht überliefert.

Rezensionen bescheinigen der Organistin Talent und hohe Selbstständigkeit im Spiel. In der Zeitschrift „Signale für die musikalische Welt“ wird ihre „Sicherheit und Gewandtheit in der Beherrschung des schwierigen Instruments“ (Signale 1869, S. 343) hervorgehoben.

Dass Organistinnen im 19. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum noch eine seltene Erscheinung waren, lässt sich an einer Notiz in der Zeitschrift „Die Tonhalle“ ablesen: „Eine Virtuosin seltener Art, eine junge Orgelspielerin, Frl. Louise Volckmann, gedenkt sich nächstens in Berlin hören zu lassen. Die junge Künstlerin, eine Schülerin des Organisten Herrn Haupt, hat dieses für Damen ungewöhnliche und schwierige Instrument sich zur ernsten Aufgabe gemacht und will nun die Proben ihres Talentes und ihrer Kunstfertigkeit in einem Kirchenconcerte darlegen“ (Die Tonhalle 1868, S. 567).

 

LITERATUR

Bock 1869, S. 74

NZfM 1868, S. 434; 1869, S. 95, S. 111

Signale 1869 S. 343

Die Tonhalle 1868, S. 567

Urania. Musik-Zeitschrift für Orgelbau und Orgelspiel 1869, S. 32

Josef Sittard, Geschichte des Musik- und Concertwesens Hamburg vom 14. Jahrhundert bis auf die Gegenwart, Altona u. Leipzig 1890.

 

Elisabeth Champollion

 

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