„Beethovens starke Frauen: Leonore, Klärchen, Leonore Prohaska“: Vortrag von Christine Siegert (Beethoven-Haus Bonn)

Im Sophie Drinker Institut, Außer der Schleifmühle 28, 28203 Bremen.

Der Eintritt ist frei.

 

In Beethovens Werk fallen drei Frauenfiguren ins Auge, deren Charakterisierungen starke Ähnlichkeit haben: Leonore, die Titelfigur in Beethovens einziger Oper Fidelio, Klärchen aus der Schauspielmusik zu Goethes Drama Egmont sowie Leonore Prohaska, die Hauptfigur in Friedrich Dunckers gleichnamigem Schauspiel, zu dem Beethoven wiederum die Musik verfasste. Alle drei Frauen verkleiden sich als Männer, um Gefangene zu befreien oder im Befreiungskrieg zu kämpfen. Sie dringen also in geschlechterhomogene Männergesellschaften ein und agieren nach männlichen Handlungsmustern – oder sie imaginieren zumindest ein derartiges Vorgehen.

Der Vortrag von Prof. Dr. Christine Siegert wird diesen drei Beispielen vergleichend nachgehen. Die Höhepunkte der drei Bühnenwerke lassen den Schluss zu, dass Beethovens besondere Faszination für die drei Frauenfiguren im Zusammentreffen von (leidenschaftlicher) Weiblichkeit mit männlichem Handeln bestehen könnte. Er präsentiert uns Möglichkeiten weiblicher Identität, die erst im 20. Jahrhundert größere gesellschaftliche Relevanz erlangen konnten.

 

Prof. Dr. Christine Siegert studierte Schulmusik, Musikwissenschaft, Romanistik und Philosophie in Hannover und Amiens (Frankreich). Sie war Stipendiatin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, des Deutschen Historischen Instituts Rom und der Gerda Henkel Stiftung. Mit einer Arbeit über Luigi Cherubini promovierte sie im Jahr 2003 an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Anschließend war sie am DFG-Projekt Joseph Haydns Bearbeitungen von Arien anderer Komponisten (Universität Würzburg, Joseph Haydn-Institut Köln) tätig. In den Jahren 2006 bis 2009 war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Joseph Haydn-Institut, 2009 bis 2010 dann am Akademie-Projekt OPERA – Spektrum des europäischen Musiktheaters in Einzeleditionen (Universität Bayreuth). Es folgte die Arbeitsstellenleitung dieses Projektes und die Betreuung der Edition von Antonio Salieris

Von 2010 bis 2015 war Christine Siegert Juniorprofessorin an der Universität der Künste Berlin, ab 2013 hatte sie die Leitung des von der Einstein Stiftung Berlin finanzierten Forschungsprojekts A Cosmopolitan Composer in Pre-Revolutionary Europe – Giuseppe Sarti inne, das eine Kooperation mit der Hebrew University Jerusalem bildete.

Seit September 2015 ist sie nun Leiterin des Beethoven-Archivs und des Verlags Beethoven-Haus. Sie gibt die Schriften zur Beethoven-Forschung (ab Bd. 26) heraus, ist Mitherausgeberin der Bonner Beethoven-Studien (ab Bd. 12) und Generalherausgeberin der Neuen Beethoven-Gesamtausgabe (ab 2016).

 

 

 

Jahresbericht 2016 online

Der Jahresbericht 2016 des Sophie Drinker Instituts ist nun auf unsere Internetseite gestellt. Sie können ihn hier einsehen.

„Ich bin eine Frau, die weiß, was sie will…“ Evelin Förster im Sophie Drinker Institut

Evelin Förster präsentiert eine Plauderei mit Liedern, Chansons und Texten aus der Zeit von 1915 bis 1937

Evelin Förster — Gesang

Ferdinand von Seebach — Flügel

Am 16. Sept. 2016 im Sophie Drinker Institut.

Eintritt: 10 € (erm. 6 €)

 

„Ich bin eine Frau, die weiß, was sie will…“ sang Fritzi Massary 1932. Die moderne Frau liebte die Liebe und den Sport, die Schönheit, das Geld und die Unabhängigkeit. Aber war das als Lebensentwurf alles zu verwirklichen?  Ein Blick in die damaligen Anstands- und Benimmbücher oder in die Zeitschriften verrät, was eine Frau alles zu erwarten hatte, wenn sie ein freieres und unbefangeneres Leben führen wollte. Die Lieder und Chansons von Friedrich Hollaender, Mischa Spoliansky, Beda, Ruth Feiner, Henry Love und weiteren verraten den „anderen Blick“ auf die Dinge. Zu einer kleinen Plauderei mit Texten, Chansons, Schlagern und den passenden zeitgenössischen Bildern lädt Evelin Förster mit ihrem Pianisten Ferdinand von Seebach herzlich ein.